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Test: SUP Pumpen

  • Stephan Gölnitz
29.04.2017

Inflatable-Paddler brauchen schon vor der Tour jede Menge Puste. Ob mit Handarbeit oder mit der Elektro-Pumpe, die Boards brauchen Druck.

Test: SUP Pumpen

Ohne Druck geht nix - zumindest nicht bei modernen iSUPs. Alle hochwertigen Boards vertragen mindestens 14 bis 15 psi, das ist etwa ein Bar Überdruck. Einige SUP-Experten gehen sogar deutlich drüber hinaus. Etienne Stander, SUP-Verkäufer in München, gibt sich mit 15 psi nie zufrieden. "Ich pumpe meine Boards immer auf etwa 17, 18 psi. Wenn ich auf den Fluss gehe dann auch über 20." Der Mann hat offensichtlich Vertrauen in die Produkte, die er verkauft. Aber Vertrauen ist nicht alles, den Druck muss eine zierliche Person erst mal in ein Board reinpumpen. Unsere Kollegin Carol Scheunemann hat zwar die Power für 15 Kilometer lange Paddelrennen, aber um 18 psi in ein Race-Inflatable zu pumpen ist sie schlicht zu leicht. Und nicht jeder hat immer einen starken Mann zur Hand, der sich auf die Pumpe stemmt.

Elektropumpen sind da verlockend und sicherlich in vernünftigem Gebrauch auch hilfreich und sinnvoll. Wir haben bei den Boardtests alle Bretter auf einheitlich 15 psi gepumpt – ausschließlich elektrisch. Ob SUP-Schwerhörigkeit als Berufskrankheit durchgeht, ist noch zu klären, die Elektro-Teile machen jedenfalls ganz schön Radau. Mal eben ein paar Boards am Badestrand aufpumpen – das dauert dann auch mal gefühlt sehr lange und sorgt nicht für neue Freunde. Aber ob man den Akku tatsächlich benötigt, oder seine Boards lieber gleich an der Autobatterie auf dem Parkplatz in Form bringt, kann man zumindest überlegen. Aufgeblasen tragen sich die Boards oft einfacher und Packsack und Pumpe müssen dann auch nicht mehr mit.

Die Akkus vom Typ "Blei" oder "Nickel-Metallhydrid" sind jedenfalls nicht zu vergleichen mit Handy-Akkus, die man einfach mal ein paar Wochen leer liegen lässt oder die unbeschadet zwei Tage am Ladegerät hängen. Dieser Typ Akku will gepflegt werden, wenn man mehrere Saisons daran Freude haben möchte. "Solche Akkus sollte man möglichst nicht mehr als 60 Prozent entladen und dann auch bald wieder aufladen", rät Elektroingenieur Daniel Martschin, "sonst verliert man an Speicherkapazität und auch die Anzahl der möglichen Ladezyklen verringert sich bei schlechter Behandlung." Beide Akkutypen mögen es nicht, überladen zu werden, an die Ladeanleitungen sollte man sich daher halten. NiMh-Akkus mögen auch keine Temperaturen unter Null. Gegen "schlechte Behandlung" sind die Akkus auch beim Transport nur mäßig geschützt. Vermutlich als Folge eines Kurzschlusses in der Verkabelung (möglicherweise durch Transportschaden oder aber unsaubere Verlötung) entzündete ein Ni/Mh-Akku ein kleines Feuerchen im Wohnzimmer.

Unser Testfazit trotzdem: Der kleine Elektrohelfer nimmt einem das ab, was einerseits mühsam und andererseits als Aufwärmübung auch nicht sonderlich gut geeignet ist. Einen kleinen Elektrokompressor dabei zu haben ist schon eine tolle Sache. Ob es mit Akku sein muss? Wenn man der Typ ist, der sich darum gerne kümmert, vielleicht. Wir empfanden die Variante über die Autobatterie besonders charmant – sicher auch, weil nie weniger als vier, fünf Boards in der Warteschlange lagen.

Wer sich die Handarbeit kostengünstig erleichtern möchte, findet in den einfachen Gebläsen für den Zigarettenanzünder einen preiswerten Helfer, der zumindest den ersten Teil der Arbeit klaglos und in akzeptabler Lautstärke abnimmt. Bei den mitgelieferten Handpumpen verwenden die Marken teilweise unterschiedliche Pumpen – je nach Boardmodell. Die Handpumpen unterscheiden sich auch in dieser Saison teils noch deutlich. So lohnt es sich, vor dem Kauf zu checken, welches der vier verschiedenen Modelle tatsächlich zum Lieferumfang gehört.

15 psi sind die gängige Empfehlung. Vor dem Pumpen Ventil schließen (Pin oben), sonst gibt’s beim Schlauch abziehen Tinitus. 

Beim Entlüften lässt sich der schlagartige Lärm mit einem Handtuch oder T-Shirt – aufs Ventil gedrückt – gut abdämpfen. Für die eigenen Ohren und die Umwelt.

...

KLEINKRAFTWERKE: E-PUMPEN

Billigluft aus dem Discounter

Schneller bekommst du kein Board mit Luft befüllt. Zwar ohne echten Druck – das schafft der fixe Lüfter nicht – aber zumindest so weit, dass das Board halbwegs die Form behält und es am Tragegriff an den Beach transportiert werden kann. Luftbetten, Wasserspielzeuge und Sonstiges aus dem Baumarkt oder Lebensmitteldiscounter sind der eigentliche Anwendungsbereich. Der Preis liegt je nach Angebotslage zwischen 10 und 25 Euro, der Strom kommt direkt aus dem Zigarettenanzünder. Die Handhabung ist easy: Ventil reindrücken ("offen") und das kleine Gebläse direkt aufs Loch drücken. Nach 30 Sekunden ist ein 12’6’’er-Board mit 250 Litern Luft befüllt, mit der Handpumpe wären das zwei Minuten flotter Dauerbetrieb. Mit etwas Übung bekommt man das Ventil schnell geschlossen, bevor die Luft wieder raus ist.

Billigluft aus dem Discounter

Preiswerte Pumpe aus dem Discounter

Mit Hochdruck

Die meisten im SUP-Zubehör angebotenen Kompressoren stammen vom Hersteller Bravo, der auch alle vorgestellten Handpumpen produziert. In praktischen Taschen unterschiedlicher Anbieter landen diese dann in den SUP-Shops. Drei Pumpen-Modelle und zwei verschiedene Akkus lassen sich dabei vielfältig kombinieren. Wir haben von Sport Vibrations die Kompressorpumpe bis 15 psi (1) für 219 Euro, die Kompressorpumpe bis 22 psi (2) für 239 Euro und die Turbinenpumpe (3) für 269 Euro ausprobiert. Die Turbinenpumpe kombiniert ein Gebläse zur schnellen Vorbefüllung mit einem Kompressor. Ab einem bestimmten Druck wird automatisch intern umgeschaltet. Die Preise verstehen sich inklusive Bleiakku (blau). Mit dem deutlich leichteren Ni/Mh-Akku (weiß) kosten die Pumpen jeweils 100 Euro mehr (sport-vibrations.com). Alle Pumpen werden serienmäßig mit einem Kabel zum Anschluss an die Pole der Autobatterie geliefert, damit kannst du Boards aufpumpen – bis der ADAC kommt.

1 Kompressorpumpe Sport Vibrations bis 15 PSI

2 Kompressorpumpe Sport Vibrations bis 22 PSI

3 Turbinenpumpe Sport Vibrations

...

DIE HANDPUMPEN

TOP-MODELL

Diese Pumpe wird mit einem großen Hebel umgeschaltet. Anfangs arbeitet die Pumpe beim Drücken und Ziehen. Sobald es schwerer wird, nach dem Umschalten, dann  nur noch in der Druckphase. Der Standfuß ist besonders groß und sorgt für sicheren Halt, es besteht die Möglichkeit zum Absaugen.

FAZIT   Nur Starboard hat dieses Top-Modell im Programm. Mit abnehmbarer Fußplatte lässt sich die Pumpe super verstauen.

Top-Modell von Starboard

Starboard: abnehmbare Fußplatte

WENIGER GEHT NICHT

Das einfachste Modell arbeitet nur auf Druck, in der ersten Pumpphase sind daher doppelt so viele Hübe nötig. Der Griff ist kürzer und für große Hände schon etwas knapp bemessen. Das Manometer ist nicht geschützt im Griff verbaut, die Fußraste fällt ebenfalls recht klein aus.

FAZIT   Das Spar-Modell wird von einigen Herstellern noch bei einzelnen Modellen angeboten. Gesehen bei Naish, JP, NoveNove, Mistral, Quatro.

Spar-Modell bei JP, Mistral, Naish, Novenove

Ungeschütztes Manometer

GUTER STANDARD

Gute Pumpe mit ergonomischem Griff und der Umschaltmöglichkeit, entweder nur beim Drücken, oder alternativ beim Drücken und Ziehen zu pumpen. Mit dem V-förmigen Standbein lässt sich die Pumpe gut fixieren. Hat keinen Ausgang zum Absaugen – braucht man aber auch nicht.

FAZIT   Ergonomisch und praktisch liegt der Griff in der Hand, die Pumpe wirkt durchdacht. Gesichtet bei Fanatic und Bic.

Pumpe mit gutem Standard bei Bic und Fanatic

Ergonomischer Griff

STANDARD

Die Umschaltung von "double action" auf "single action" wird mit einem kleinen Stopfen realisiert. Die Griffe sind länger als beim einfachsten Modell, nur der recht kleine Standfuß stammt noch aus dieser ersten Pumpengeneration. Hier ist auch eine "Deflate"-(Absaug)funktion vorgesehen.

FAZIT   Mit Umschalter für Druck-Zug und breiten Griffen ist die Pumpe praktisch. Wird von Siren, JP, Focus, Bic und SUP-Monsters geliefert.

Standard-Pumpe mit Umschaltung

Standard-Pumpe mit Absaugfunktion

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BLOSS KEIN LEERHUB

Vom reinen Handbetrieb bis zur zweistufigen Elektrostation führen viele Wege zum prallen Board. Wir haben Action und Zeit in allen Varianten an einem RRD Aircruiser 12’0’’ verglichen.

DISCOUNTER-PUMPE + HANDPUMPE

Im Vergleich zum Handbetrieb sparst du das komplette Befüllen des Boards, also 190 Hübe (rauf-runter als 2 Aktionen gezählt). Das Gebläse benötigt dafür Strom aus dem Zigarettenanzünder und 28 Sekunden. Bis zum Ziel von 15 psi bleiben dir dann immer noch 250 Pumpaktionen und knappe dreieinhalb Minuten zum Aufwärmen übrig.

Discounter-Pumpe + Handpumpe

DISCOUNTER-PUMPE + KOMPRESSOR

Eigentlich eine sinnlose Kombination, es sei denn man hat mehrere Boards aufzupumpen und hantiert mit beiden Teilen gleich-zeitig. Das ganze dauert ­3:57 Minuten. Im Vergleich zum reinen Kompressorbetrieb bleibt nur eine Minute Gewinn – die zusätzliche Action nicht eingerechnet.

Discounter-Pumpe + Kompressor

KOMPLETT VON HAND GEPUMPT

In der sportlichsten Form hatte Pump-Dummy Julian nach zwei Minuten und 190 Pumphüben das Board gerade mal locker befüllt. Weitere 250 Hübe und 3:21 Minuten später tauchten die 15 psi auf dem Manometer auf. Gesamt 5:21. Ohne Pause, sportlich durchgezogen. Wer das Pumpen nicht als Competition ansieht, darf nochmal die Hälfte der Zeit draufrechnen.

Handpumpe

KOMPRESSOR

In 4:40 Minuten liegt das Board, prall auf 15 psi gepumpt, startklar bereit. Eine praktische Alternative, wenn man die Handpumpe nicht mag. Der kleine Kompressor ist recht handlich, vor allem ohne den schweren Akku. Beim Test hing die Pumpe an der Autobatterie, das sorgt für volle Spannung bis zum Schluss und geht auch für mehrere Boards sehr gut.

Kompressor-Pumpe

TURBINENPUMPE

An den Akkus schaffte die Turbinenpumpe nicht die Zeit wie das kleinere Schwestermodell an der Autobatterie. Mit 5:42 Minuten ist zu rechnen. Der blaue Blei-Akku hält zwei große Boards durch, der teurere Ni/Mh-Akku schaffte dreieinhalb. Danach sind Ladezyklen von fünf Stunden fällig, nach Ende der Ladezeit muss der Akku vom Netz getennt werden.

Turbinen-Pumpe

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