Test: SUP Elektro-Pumpen Test: SUP Elektro-Pumpen Test: SUP Elektro-Pumpen

Test: SUP Elektro-Pumpen

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 3 Jahren

Aufgepumpte iSUP-Boards auf dem Autodach sind zunehmend zu beobachtende Symptome: Pumpen ist nicht jedermanns Lieblingssport. Auf der Wiese liegen und das Board füllt sich von selbst – das wäre ein Traum. Wenn der Lärm nicht wäre. Das muss man im Zweifel aussitzen. Die passende Pumpe findest du jedenfalls hier.

Stephan Gölnitz Test: SUP Elektro-Pumpen (v.l.n.r.): Sevylor, Explorer, Bravo BTP 12, Bravo 20

Handbetrieb oder Elektrounterstützung? Akku oder Kabel? Und wenn ja: welche Pumpe? Das sind die drei Fragen, für die dieser Test eine Entscheidungshilfe sein kann. Die Handpumpzeit ist in erster Linie ein Maß für Fitness und Engagement. Referenz kann deshalb nur die persönliche Bestzeit sein. Elektropumpen kennen dagegen keine Launen oder müden Arme und werden alle mit den gleichen 12 Volt gefüttert. Die im Test ermittelten Pumpzeiten erscheinen zwar einerseits nicht sensationell kurz, allerdings ist die Zeit selten verschenkt. In den Anzug schlüpfen oder drei bis sieben Passanten – "Ist das aufblasbar?" – Nachhilfe in Sachen iSUP geben, geht doch bestens parallel. 

Der Lärm ist allerdings nicht zu unterschätzen und zehn Minuten – pro Board – können ganz schön lang werden. Am Auto aufpumpen schont dabei die Sonnenanbeter am Strand und macht außerdem den Akku überflüssig. Diese sind nicht so pflegeleicht wie moderne Handyakkus, die Ladeanleitungen sollte man bei den altmodischen Bleiakkus wirklich ernst nehmen. Je nach Boardgröße und Druck reicht eine Akkuladung für zwei bis vier Boards.

Unter den getesteten Pumpen sind zwei reine Kompressorpumpen, die anfangs etwas länger benötigen, weil der kleine Kolben im Motor nicht so viel Volumen schafft. Dazu zwei Pumpen mit zusätzlichem Gebläse (anfangs für Volumen) und dem Kompressor (zweite Stufe für hohen Druck) in einem Gehäuse mit automatischer Umschaltung – die aber in Summe keinen erheblichen Zeitgewinn verbuchen können Die Bravo 20 ist mit eingebautem Akku schon ein ordentliches Trumm, kommt in einer Art stattlicher Kühltasche, alternativ passte da auch ein Sixpack rein. Bei einem Gewicht von üppigen 6000 Gramm dürfte das manchen iSUPer doch noch mal ins Wanken bringen, vielleicht doch selbst zu pumpen und entsprechend Kühlflüssigkeit mitzunehmen. Beide Bravo-Pumpen werden von zahlreichen Herstellern in jeweils eigenen Taschen und wahlweise (bei der BTP 12) mit oder ohne Akku angeboten.

Diese Elektro-Pumpen haben wir getestet:

DIE TESTERGEBNISSE

Sevylor 12 V 15 psi Pump

Die kleinste und leichteste Pumpe macht im Test dennoch ordentlich Dampf und verdient sich den Preis-Leistungs-Sieg. Es geht von Anfang an mit solidem, sonorigem Kompressorsound los, unser Normboard (11’6” x 32”) war damit in 2:30 mit Luft befüllt und nach insgesamt 8:13 auf 15 psi, was auch dem Maximaldruck der Pumpe entspricht. Die Voreinstellung am Display überzeugt dabei. Der Luftschlauch fällt sehr kurz aus, dafür ist das Elektrokabel extra lang.Der Stecker passt in den Zigarettenanzünder oder die 12-Volt-Steckdose, mehr Zubehör gibt’s nicht. Eigentlich reicht das aber auch. Der Schlauchanschluss mit Bajonettverschluss wirkt nicht so solide wie die angeschraubten Varianten, die kleine Pumpe steht etwas wackelig.

Fazit: Kleiner Kraftzwerg, der alles kann.

Gewicht:  1,5 Kilo Preis:   etwa 70 Euro Info:    www.sevylor-europe.com

Stephan Gölnitz Sevylor 12 V 15 psi Pump  

Stephan Gölnitz Sevylor 12 V 15 psi Pump  

Explorer SUP Pumpe 12 V

Die Explorer setzt auf eine Kombination aus Gebläse und Kompressor. Das Gebläse füllt das Board in 1:14 unter ordentlichem Fauchen, aber in allerdings erträglicher Tonfrequenz. Der dann einschaltende Kompressor klingt ebenfalls recht satt und solide und fällt bis 15 psi in der Tonlage nicht ab. Nach der Bestzeit von 7:25 sind 15 psi erreicht, 20 sind maximal möglich, im Test erreicht nach zwölf Minuten, ohne dass hörbar die Puste ausgeht. Zur Pumpe gehört noch ein Adapter für wahlweisen Anschluss an der 12-Volt-Steckdose oder di­rekt an der Autobatterie.

Gewicht: 1,8 Kilo Preis:   115 Euro Info:    www.bauhaus.info

Stephan Gölnitz Explorer SUP Pumpe 12 V  

Stephan Gölnitz Explorer SUP Pumpe 12 V  

Bravo BTP 12

Wenn die Bravo-Turbine laut hochläuft und das Board sich bereits nach wenigen Sekunden aufbläht, kommt man scheinbar nicht schnell genug in den SUP-Anzug oder – je nach Wetter – in die Short. Nach etwas mehr als einer Minute ist das Board bereits in Form gebracht. Wenn die zweite Stufe zündet, das Gerät schaltet von Turbine auf Kompressorbetrieb, lässt dieser es allerdings vergleichsweise gemächlich angehen. Etwas schwächlich wirkend, benötigt die Pumpe am Ende gut zehn Minuten (10:15), um dann ganz knapp unter den eingestellten, maximalen 15 psi abzuschalten.

Gewicht:  5,6 Kilo (inkl. Tasche und Akku) Preis:   279,95 Euro Info:    www.bravopumps.com.au

Stephan Gölnitz Bravo BTP 12  

Stephan Gölnitz Bravo BTP 12  

Bravo 20

Die Bravo 20 ist eine reine Kompressorpumpe mit integriertem Akku und Option für 12-Volt-Steckdose und direkten Batterieanschluss. Als Besonderheit auch über das Autonetz während der Fahrt zu laden. Auch ohne Gebläse, aber mit solide knurrigem Kompressor sind 7:35 Minuten fällig für die geforderten 15 psi im Testboard. Nochmal 2:50 Minuten weiter sind dann – falls gewünscht und es für das Board zulässig und empfohlen ist – auch knackige 20 psi erreicht. Der Anschlussschlauch ist besonders lang, die schwere Pumpe steht sicher.

Gewicht:  6,0 Kilo (inkl. Tasche) Preis:    240 Euro Info:    www.gunsails.de

Stephan Gölnitz Bravo 20

Stephan Gölnitz Bravo 20

Die Bravo-Pumpen werden üblicherweise in passenden Taschen angeboten. Die BTP 12 (Foto 1) war im Test als Modell von ION ( ion-products.com ), die BP 20 (Foto 2) wird so wie abgebildet von Gun Sails (gunsails.de) vertrieben.

Stephan Gölnitz 1) ION Bag

Stephan Gölnitz 2) Gun Sails Bag

Standardakku sind Bleiakkus (Foto 3), die gepflegt geladen werden wollen, wenn man daran länger Freude haben will, die Garantie beträgt lediglich drei Monate. Praktisch ist ein Adapter (Foto 4) für den Anschluss an die Batterie, denn viele 12-Volt-Steckdosen erfordern die eingeschaltete Zündung und starten damit unnötig mitlaufende Stromverbraucher.

Stephan Gölnitz 3) Standardakku (Blei)

Stephan Gölnitz 4) Adapter für den Batterie-Anschluss

Stephan Gölnitz Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SUP 1/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

Themen: ElektropumpePumpeSUPTest


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