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Test 2016: Variopaddel

  • Stephan Gölnitz
05.05.2017

Das ideale Paddel ist wie eine Schwinge an deinem Arm. Federleicht und flink, kraftvoll und kraftsparend zugleich. In der Klasse von 119 bis 225 Euro findest du für jeden Zweck ein perfekt geeignetes Paddel. Allerdings mit großen Unterschieden bei Gewicht, Materialien und Verarbeitung.

Auf gemächlicher Tour sammeln unsere Tester mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen erste Erfahrungen mit den Paddeln.

Wenn man nur einmal in der Sportlaufbahn 100 Euro zusätzlich für Materialtuning ausgeben dürfte, sollte man das vermutlich in SUP-Paddel stecken. Dort ist das Geld besser investiert als in Telekom-Aktien oder in Riesterfonds und seriöser angelegt als in Panama. Etwa hundert Euro mehr kostet ein gutes Mittelklassepaddel, so wie in dieser Gruppe getestet, als die ganz günstigen Alu-Modelle. Beim Boardkauf sind selbst ein paar hundert Euro Aufpreis – bei einem Touring-Hardboard beispielsweise – auf dem Wasser oft kaum spürbar. Bei einem Paddel spürst du den Unterschied dagegen bei jedem Schlag. Und selbst während einer gemütlichen Feierabendrunde kommst du locker auf zwei- bis dreitausend Paddelschläge. Mal 400 Gramm Mehrgewicht des Billigpaddels – das wird eine einfache Rechnung, wieviele Kilos oder sogar Tonnen da am Ende zusätzlich gewuchtet wurden. Und das Gute dabei: Nur auf dem Wasser wird ein Paddel selbst nach vielen Jahren nicht kaputt- gehen, die Investition zahlt sich wirklich langfristig aus. Die meisten Paddel werden daher auch in der Preisklasse zwischen 150 und 200 Euro gekauft, nach diesem Aspekt haben wir diese Testgruppe ausgewählt.

Dennoch ist die Gruppe alles andere als homogen. Von sehr robust wirkenden, etwas schwereren Paddeln für den harten Einsatz im Fluss, im Verleih oder in der Großfamilie bis zu federleicht wirkenden Paddeln mit nennenswertem Carbonanteil ist für jeden Zweck, Geschmack und Einsatzbereich das passende Paddel dabei.

Neben einem möglichst geringen Gewicht – das keinerlei Nachteile hat – ist der zweite Check für viele gleich die Frage nach der Steifigkeit. Für gemächliche Touren spielt die Steifigkeit dabei weniger eine Rolle, doch vor allem, wenn bei jedem Schlag wirklich ordentlich gezogen wird, dann lohnt sich ein Blick auf die Mess- und Testergebnisse. So wirken die weichsten Paddel in dieser Gruppe wirklich recht elastisch. Die steifsten Mittelklasse-Paddel liegen dagegen schon annähernd in einer Liga wie richtige Racepaddel, wenn auch das ebenfalls getestete SupR Ergologic Race (Seite 96) nochmals 50 Prozent steifer ist als der härteste Prügel in dieser Testgruppe.

Die Paddel-Tester im Einsatz

Leicht + steif + billig = Gibt’s nicht!  Je schneller und sportlicher man paddelt, je höher die Paddelfrequenz ausfällt, umso wichtiger wird das Gewicht, vor allem das empfundene "swing weight". Wie ein Pendel schwingt das Paddel nach jedem Zug wieder vor, ein leichtes Paddel wie das Fanatic Carbon 35 lässt sich mit höherer Frequenz fahren als das sehr solide in der Hand liegende Bic-Paddel. Selbst Gewichtsunterschiede von 150 Gramm sind auf dem Wasser bereits eindeutig spürbar. Ein günstiges Paddel aus Glasfaser statt aus Carbon lässt sich nur dickwandig – und damit steif, aber schwerer, oder dünnwandig – und damit leicht, aber auch softer, herstellen. Das günstige Fanatic-Paddel wird so recht steif, drückt aber auch auf die Waage, das NoveNove Glass wiegt wenig, flext aber auch spürbar.

Für den Test waren Paddel in mittlerer Blattgröße angefordert, was nach dem subjektiven Eindruck auch überwiegend passte. Leider geben die Hersteller die Blattgröße ganz unterschiedlich wahlweise in Square Inch (in2) oder in Quadratzentimeter (cm2) und schlimmstenfalls nur die Blattbreite in Inch an. Square Inch und Quadratzentimeter lassen sich dabei noch umrechnen (100 in2 entspricht 645 cm2; Umrechnungsfaktor 6,45). Die Blattbreite sagt dagegen wenig aus: Je nach Fom und Länge können gleichbreite Paddel ganz unterschiedlich groß ausfallen. Der Test legt daher auch einen Schwerpunkt auf das subjektive "Druckgefühl" der Paddel im Wasser, das am Ende auch wichtiger erscheint als die tatsächliche Größe auf dem Papier. Die hier vorgestellten Paddel stellen größenmäßig nahezu alle ein gesundes Mittelmaß, mit dem jeder klarkommt. Lediglich das Bic-Paddel, das Fanatic Carbon 35 und das Starboard Bolt M wirken eine Nuance kleiner.

Keine Frage, der Typ ist fit. Aber ein richtig steifes Racepaddel ließe sich nie so durchbiegen. Viel  Flex kann aber auch Komfort bedeuten.

An die Paddellänge kann man sich bei den hier vorgestellten Variopaddeln glücklicherweise langsam herantasten. Als Faustformel gilt, dass bei vorne voll eingetauchtem Paddelblatt Schulter, Ellenbogen und Hand etwa auf einer Höhe liegen sollten. Je nach Haltung (gebückt/gestreckt) und Boarddicke wird das Paddel dafür zwischen zehn und 20 Zentimeter über Körpergröße eingestellt.

Folgende kleine Vorauswahl könnte bei der Suche nach dem persönlich ideal geeigneten Paddel helfen. Typ 1: Sportlicher Fahrer, der ein leichtes, eher steifes Paddel sucht. Da dürften das Croslake, zweimal Starboard und auch das Naish-Paddel ganz oben auf der Wunschliste stehen. "Das Croslake und das Starboard sind so, als wenn man nichts in der Hand hätte", lobte Tester Julian begeistert. Knapp dahinter liegen dann schon das Fanatic-Paddel, das Vandal, das Sup-Monsters und NoveNove Bamboo. Wenn man den stärkeren Flex akzeptiert, lässt sich sogar das NoveNove Basic Glass gut in sehr sportlicher Gangart bewegen. Vom Gewichtsfeeling liegt das Croslake allein ganz vorne, die Starboards knapp dahinter, diese punkten zusätzlich mit gutem Verschlusssystem und robustem Material. Typ 2: Steif und robust soll es sein? Das verbinden JP-Australia, Mistral und Siren sehr gelungen in ihren Paddelkonstruktionen. Diese Paddel zählen nicht zu den leichtesten, wirken aber gut ausbalanciert und ordentlich biegesteif. Die Paddelblätter sind aus unverwüstlichem Polypropylen-Kunststoff (Sigma, Mistral) oder aus ebenfalls recht unempfindlichen GFK (JP-Australia). Mit Ausnahme von Vandal und NoveNove sind alle Paddel rund um die Blattspitze mit einem integrierten Kantenschutz gegen leichte Beschädigungen geschützt. Als maximal "unkaputtbar" gehen dann noch das Bic-Paddel und das Fanatic Carbon 25 durch, welche wegen des höheren Gewichts eher für ruhigere Touren zu empfehlen sind – oder gleich richtig für den River-Einsatz.

Testlabor: Eigentlich spürt man schon beim Paddeln alles, was man wissen muss. Getreu dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" haben wir aber unsere Eindrücke nochmals im Labor unter konstanten Messbedingungen gecheckt und bei allen Paddeln die Durchbiegung gemessen. Bei 20 Kilo Last lag die Durchbiegung zwischen 2,0 (extremes Racepaddel) und 6,2 Zentimetern.

...

PADDEL KNOW-HOW

Pin-Lock: Ein System wie bei Windsurfgabelbäumen. Vorteil: Der Griff ist immer exakt ausgerichtet. Absolut sicher gegen Reinrutschen. Nachteil: Mit klammen Fingern etwas fummeliger. Minimales "Spiel" lässt sich nicht verhindern, da keine Klemmwirkung vorhanden.

Twist: Drehklemmung wie bei Gartengeräten oder Fotostativen. Vorteil: Keine scharfen Kanten, stufenlos verstellbar, kein Spiel durch gute Klemmwirkung, wasserdicht. Nachteil: Etwas fummeliger, den Griff exakt gerade auszurichten.

Holme: Glänzend, mattiert oder richtig angeraut – in dieser Reihenfolge werden die Holme im nassen Zustand tendenziell griffiger. Das JP-Paddel (Foto) bekommt bereits beim Laminieren des Rohres eine strukturierte Oberfläche und wirkt daher etwas rauer, aber sehr rutschfest.

Dick oder dünn?  Den Schaftdurchmesser haben wir bei allen Paddeln nachgemessen. Dünner oder dicker, das bleibt Geschmackssache und hängt vermutlich mit der Handgröße zusammen. Dickere Schäfte werden generell aber steifer als dünnere – wie bei Oversized-Rohren moderner Fahrräder. Das dickste Paddel war daher wenig überraschend das steife "Race Special" von SupR mit 31 Millimetern. Das Dünnste, das Naish Wave LE mit 24 Millimeter, wirkt dagegen im direkten Vergleich schon fast zierlich.

Klemm-Verschlüsse: Der häufigst verwendete Verschluss funktioniert bei vielen Paddeln zumindest ähnlich: Durch Umlegen eines Hebels wird die Manschette und das eingeschlitzte Unterrohr zusammengequetscht und das obere Rohr dann darin festgeklemmt. Führungsaufgabe: Naish und Starboard (Foto links) statten alle Variopaddel mit Führungsnuten aus. So lässt sich die Länge sehr schnell verstellen, ohne dabei versehentlich den Griff zu verdrehen. Normalerweise lässt sich das nicht vermeiden. Aber Achtung: Beim Zusammschieben für den Transport das Paddel nicht gewaltsam über das Ende der Nut hinaus zusammenklopfen, dann könnte die Führungsnase beschädigt werden.

Griffgröße: Wir haben die Griffe nach den subjektiven Eindrücken – von Paddlerinnen mit Handschuhgröße sieben bis zu Testern mit Torwartpranken – von Größe S bis L – einordnen lassen. 

Glatt oder mit Noppen: Glattes, poliertes Carbon wirkt nobel, schmeichelt der Hand, kann aber bei schwitzigen Händen auch etwas rutschiger wirken. Einige Paddel sind mit strukturierten Plastikgriffen ausgestattet. Die optische Wirkung ist nicht wirklich edel. Robust sind solche Griffe, die raue Oberfläche wirkt leicht rutschhemmend, vom Greifgefühl empfand das aber kaum ein Tester angenehmer als die glatten Griffe.

Scharf & geschmeidig: Die Klemmsysteme fallen unterschiedlich "handschmeichelnd" aus. Ernsthaft verletzen wird man sich daran nicht und man greift in der Regel selten hin. Aber die abgerundete Version (Fanatic, rechts) greift sich im Zweifel doch angenehmer als der eher kantige Verschluss von JP-Australia. 

Problemzone: Es kommt – zum Glück selten – vor, dass die Kunststoffmanschette schon komplett geschlossen ist (rechts), bevor das Variorohr sicher klemmt. Den Verschluss links könnte man dagegen zum Nachspannen sogar noch einige Millimeter enger zusammenziehen. Als Abhilfe bleibt nur, im Spalt vorsichtig Material wegzuschleifen oder zu feilen, bis sich die Manschette eng genug stellen lässt.

Keine Stangenware: Hier stehen nicht die Mega-Seller, sondern vorgekostete Spezialitäten für Kenner und Könner.

Spezial-Paddel

1 Damenwahl:  Das "Venus 60’’ von JP-Australia liegt eine Preisklasse über dem getesteten Glass (Seite 92) und überzeugt mit gleicher Steifigkeit bei spürbar geringerem Gewicht und einem leichteren Paddelblatt für sehr angenehmen "Swing". Die Farbgebung signalisiert "Ladies only". Bei den Damen war das Paddel im Test beliebter als das "Glass" und den Herren gefiel es – jenseits der Farbgebung – ebenfalls. Wenn Frau sich also was Gutes tun will – 778 Gramm, 299 Euro. www.jp-australia.com

2 Reisen First Class: Ein Dreiteiler? Die erstaunte Feststellung ist beim GTS-Paddel "Full 3K Carbon 9.0’’ garantiert. Das Paddel wirkt leicht, steif und aus einem Guss wie ein hochwertiger Einteiler. Es schwingt federleicht und hat satten Grip. Der Mix aus Kohlefaser und Kevlar sorgt für ein leichtes Gewicht bei solider Haltbarkeit, vor allem am Blatt und am Griff. Die Reisekasse wird für so viele Extras mit 319 Euro belastet. Gewicht 705 Gramm. www.grandtoursports.de

3 Wellen-Skalpell:  Der besonders schlanke Schaft liegt im Vergleich zu bulligen Racepaddeln in der Hand wie ein Skalpell zur Knochensäge. Mit dem Naish Wave LE 8.0 filetierst du die Wellen, millimetergenau lässt sich das Paddel mit dem ergonomischen Griff steuern. Für den dünnen Durchmesser wirkt der Schaft erstaunlich steif, Carbon-Kevlar statt reines Carbon sorgt für Schlagzähigkeit, ebenso wie beim Blatt. Dort wird die Kante noch mit einem umlaufenden, elegant integrierten ABS-Schlagschutz verstärkt. Fazit: Ein Nobel-Paddel, das super extravagant aussieht, filigran in der Hand liegt, aber jede Menge aushält. Leider schweineteuer. Gewicht 599 Gramm, 499 Euro. www.naishsurfing.com

4 Männerpaddel:  Ein mächtiger Griff mit solidem Carbon-Kevlar-Schaft – das SupR Race Ergologic Carbon mit extrem steifem Carbonblatt biegt sich auch unter größter Anstrengung kein Stück. Der Knick ist keine Fehlkonstruktion, sondern erhöht die Reichweite um rund 30 Zentimeter nach vorne – wo bekanntlich am effizientesten gepaddelt wird. Ein leichter S-Schlag im oberen Rohr sorgt für einen etwas besseren Handgelenkswinkel. Ein gewöhnungsbedürftiges Paddel, das aber Liebhaber und Fans finden wird, Ausprobieren erscheint aber sinnvoll – ein "Special" wie es im Buche steht. 653 Gramm, 469 Euro. www.supr-paddles.com

1 Damenpaaddel | 2 GTS Dreiteiler | 3 Wellen-Paddel | 4 Männerpaddel

Details de Luxe: Ein aufwändiger Ergo-Griff und ein sauber flutschendes Variosystem, mit gut funktionierender Verdrehsicherung, das du fast noch auf der Welle verstellen kannst,  sind beim Naish LE inklusive. 

Details de Luxe: Futeral inklusive. Das GTS kommt reisefertig und das Minitool für die Justierung des Variosystems gehört als kleine Aufmerksamkeit dazu wie der Rimowa Beauty Case zum Platz in der Business Class.

...

Bic SUP Paddle Original

Preis 149 Euro Länge 172 - 210 cm Rohrdurchmesser  26,5 mm Erhältl. Größen eine  Gewicht  946 Gramm Verstellsystem  Pin Griffgrösse  S-M Web www.bicshop.de

Damit kannst du zur Not auch nach Wattwürmern graben, das Bic-Paddel wirkt auf den ersten Eindruck unzerstörbar und auf den zweiten immer noch. Der Schaft aus unempfindlichem Glasgewebe und das Polycarbonatblatt dürften einiges wegstecken können. Auf der Messbank flext das Paddel am stärksten, auf dem Wasser bleibt das deutlich spürbar, aber nicht ganz so stark wie zu erwarten, weil das kleinste Blatt im Testfeld auch etwas weniger Druck aufbaut. Der Schaft ist nass weniger griffig, der kleine Griff dafür sehr rutschfest und für etwas kleinere Hände lobenswert. Robustes, verdrehsicheres Variosystem.

Fazit: Günstig und sehr robust, aber auch sehr soft und nicht gerade leicht wirkend. Für rauen Einsatz – auch in Flüssen – gut geeignet.

Bic SUP Paddle Original

Croslake C2

Preis 199 Euro Länge  175 - 230 cm Rohrdurchmesser  26 mm Erhältl. Größen  eine  Gewicht  562 Gramm Verstellsystem  Klemme Griffgrösse  M-L Web   www.croslake.com

Der Direktanbieter Croslake hat in der vorgegebenen Preisklasse mit 562 Gramm das mit Abstand leichteste Carbonpaddel im Angebot. Das Paddel fliegt regelrecht nach vorne, baut gut Druck auf und macht einfach in jeder Paddelsituation richtig Spaß. Wegen der Carbonbauweise ist nicht nur der Schaft, sondern auch das Blatt bis in die Spitze besonders steif. Die Blattkante ist zwar mit einer integrierten Schutzleiste versehen, für ruppigen Wildwassereinsatz erscheint das leichte Carbonpaddel dennoch zu schade. Das "C2" bietet einen sehr großen Verstellbereich, der wegen der hohen Steifigkeit auch gut genutzt werden kann. Ein Paddelblatt-Cover gehört zum Lieferumfang.

Fazit: Super leicht, steif und extrem agil in der Hand liegend. Mehr geht nicht für den Preis.

Croslake C2

Fanatic Carbon 25

Preis  169 Euro Länge  167 - 226 cm Rohrdurchmesser  27 mm Erhältl. Größen  7.25 Inch / 580 cm² Gewicht  1010 Gramm Verstellsystem  Pin Griffgrösse  M Web   www.fanatic.com

Das günstigere der beiden Fanatic-Paddel besticht vor allem durch die extrem robuste Ausführung. So ist das bereits sehr stabile Blatt aus ABS-Kunststoff zusätzlich mit einer roten Gummischutzleiste eingefasst, damit kannst du auch ungestraft im Isar-Flussbett rumstochern. Der Griff in mittlerer Größe liegt angenehm in der Hand. Im tatsächlichen und subjektiv empfundenen Gewicht trennen die beiden Fanatic-Paddel allerdings mehr als die wenig klingenden zehn Prozent Carbon. Mit 1010 Gramm ist es das schwerste Paddel, lässt sich wegen der ordentlichen Steifigkeit aber auch kraftvoll paddeln. Die Klemmverschlüsse sind bei beiden Fanatic-Paddeln schön abgerundet gestaltet.

Fazit: Sehr robust, aber nicht sonderlich leicht.

Fanatic Carbon 25

Fanatic Carbon 35

Preis  199 Euro Länge  166 - 227 cm Rohrdurchmesser  27 mm Erhältl. Größen  7.25 Inch (580 cm²) Gewicht  702 Gramm Verstellsystem  Klemme Griffgrösse  M Web   www.fanatic.com

Insgesamt wirkt das Paddel leicht, sehr agil beim Vorschwingen und sehr direkt. Damit ist es vor allem gegen den Wind und allgemein bei mittlerem Tempo sehr angenehm zu paddeln. Fast wie ein Speer schießt das schmale Blatt nach vorne und taucht blitzschnell ein. Anschließend baut es wegen der geringeren Paddelfläche als bei allen anderen (vergleichbar nur mit Bic) nicht ganz so viel Druck auf und wirkt dadurch im Praxis-Vergleich noch etwas steifer als auf der Messbank. Sehr gut geeignet für hohe Paddelfrequenzen. Das matte Finish wirkt recht nobel, der Schaft bleibt dadurch griffig und der Knauf liegt angenehm in der Hand.

Fazit: Beinahe filigran wirkendes, gut aus-balanciertes Paddel mit weniger Druckaufbau. Mit leichtem Flex und Dämpfung ein Tipp auch für leichte Personen.

Fanatic Carbon 35

JP-Australia Glass

Preis  209 Euro Länge  170 - 226 cm Rohrdurchmesser  27,5 mm Erhältl. Größen  90 Inch Gewicht  880 Gramm Verstellsystem  Klemme Griffgrösse   M Web    www.jp-australia.com

Das JP-Paddel liegt mit dem aufgerauten Schaft auch im nassen Zustand sehr rutschfest in der Hand, der recht kleine, rau genoppte Plastikgriff wirkt ebenfalls rutschfest, aber auch etwas einfach, dafür aber stabil. Robust ist ebenfalls das Paddelblatt aus GFK, das selbst einige härtere Schläge wegstecken dürfte. Beim Paddeln überzeugt das Paddel mit sehr viel Grip, es läuft sehr eigenstabil durchs Wasser, wirkt dabei nicht super leicht, aber sehr gut ausbalanciert. Vom Gewichtsempfinden spielt es im besseren Mittelfeld mit. Das Paddelblatt liegt größenmäßig in der Mitte und passt gut zum Fahrtenpaddeln und auch für sportliche Spritztouren.

Fazit: Robust, steif und mit ausgewogener Gewichtsverteilung. Gut geeignet für Training, Tour und gemäßigten Flusseinsatz.

JP-Australia Glass

Mistral Carbon Composite

Preis  149 Euro Länge  170-218 cm Rohrdurchmesser   26 mm Erhältl. Größen  7.8 / 8.5 Inch Gewicht   843 Gramm Verstellsystem  Klemme Griffgrösse  M Web    www.sport-vibrations.com

Mistral kombiniert einen hochwertigen Carbonschaft und ein ebenfalls mit hohem Carbonanteil gefertigtes Variorohr mit einem besonders robusten und durch die Rippe auf der Oberseite gut versteiften Paddelblatt aus Glasfaser-verstärktem Polypropylen. Ergebnis ist ein kraftvolles Paddel, das nicht unbedingt mit überragender Leichtigkeit glänzt, dafür aber steif und druckvoll in der Hand liegt. Wegen des recht großen Paddelblatts leistet es guten Vortrieb. Das Mistral erscheint bis auf die Klemme baugleich mit dem Sigma A2. Das Paddel verträgt auch druckvolles Paddeln, eignet sich für gutmütigen Touringeinsatz ebenso wie für rauen Flussbetrieb.

Fazit: Gelungene Kombination aus robustem Blatt und steifem Schaft mit ausbalancierter Gewichtsverteilung.

Mistral Carbon Composite

Naish Hele 8.5 Vario SDS

Preis  219 Euro Länge  172 - 235 cm Rohrdurchmesser   28 mm Erhältl. Größen  98 Inch (632 cm²) Gewicht  721 Gramm Verstellsystem  Klemme mit Nut Griffgrösse  S-M Web   www.naishsurfing.com

Das Naish Hele hat sich ebenfalls einen Test-Tipp verdient: Tolles Variosystem, leichtes Gewicht, soft ummantelter Griff (weich und griffig, aber bitte beim Transport etwas drauf achtgeben, damit das so schön bleibt). Das Paddel baut gut Druck auf, wirkt dabei aber nicht zu kraftvoll, schwingt locker und luftig nach jedem Durchzug vor und vermittelt einfach ein lebendiges, leichthändiges Paddelgefühl.Der Verstellmechanismus ist wunderbar abgerundet, die Längenverstellung geht super schnell, weil das Griffrohr – mit einer Nut ähnlich wie bei Starboard – nicht verdrehen kann. Bei Naish gibt’s das allerdings schon länger.

Fazit: Durchdachtes Paddel, das sich mit pfiffigen Features, vom Griff über das Verstellsystem, hervortut.

Naish Hele 8.5 Vario SDS

NoveNove Basic Glass

Preis  119 Euro Länge  172 - 219 cm Rohrdurchmesser   26 mm Erhältl. Größen   8.1 Inch Gewicht  704 Gramm Verstellsystem  Twist Griffgrösse   M Web   www.99novenove.com

Die matt gefinishte Schaftoberfläche sorgt dafür, dass sich im nassen Zustand die Rutschfestigkeit sogar noch verbessert. Das günstige NoveNove wird mit einem Verstellmechanismus verlängert, der im Paddelmarkt ungewöhnlich ist, aber bei den Tests einfach und sicher funktioniert hat. Das "Basic" baut in der Zugphase sehr soft flexend gleichmäßig Druck auf. Für sport-lichen Fitnesseinsatz ist das sicher deutlich zu viel des Guten, leichtere Tourenpaddler könnten das als angenehm empfinden. Die Griffform passt ebenfalls zu größeren wie auch zu kleinen Händen. Paddelblatt und Griff stechen optisch hervor, die Oberfläche ist aber erfahrungsgemäß etwas schlagempfindlicher.

Fazit: Günstig und dennoch leicht. Wer ein softes Paddel mag, kann hier ein Schnäppchen machen.

NoveNove Basic Glass

NoveNove Allround Bamboo

Preis  225 Euro Länge  166 - 213 cm Rohrdurchmesser   26 mm Erhältl. Größen  8.25 (78 Inch) Gewicht   726 Gramm Verstellsystem   Klemme Griffgrösse   M-L Web   www.99novenove.com

Das NoveNove Allround Bamboo zählt nicht nur zu den leichteren Paddeln auf der Waage, sondern überzeugt auch auf dem Board mit sehr guter Gewichtsverteilung. Das Paddelblatt aus laminiertem Bambusfurnier wirkt sehr edel, sollte aber  sicher nicht für harte Wildwassereinsätze hergenommen werden. Das Paddel wirkt steif genug, schwingt leicht und taucht fehlerverzeihend und mit mittlerem Druckaufbau ein. Leider konnte mit dem Klemmverschluss im Auslieferungszustand das Paddel nicht fixiert werden (siehe Seite 94), die Größenangabe von 78 in2 stimmt sicherlich nicht, das Blatt dürfte eher bei 100 liegen.

Fazit: Noble Optik verbunden mit geringem Gewicht. Ein angenehm und leicht zu paddelndes Edelteil.

NoveNove Allround Bamboo

Sigma A2

Preis  149 Euro Länge  170 - 220 cm Rohrdurchmesser    26 mm Erhältl. Größen  99 inch Gewicht  880 Gramm Verstellsystem  Klemme Griffgrösse   M Web   www.i-sup.de

Sigma kombiniert einen hochwertigen Carbonschaft und ein ebenfalls mit hohem Carbonanteil gefertigtes Variorohr mit einem besonders robusten und durch die Rippe auf der Oberseite gut versteiften Paddelblatt aus Glasfaser-verstärktem Polypropylen. Ergebnis ist ein kraftvolles Paddel, das nicht unbedingt mit überragender Leichtigkeit glänzt, dafür aber steif und druckvoll in der Hand liegt. Wegen des recht großen Paddelblatts leistet es guten Vortrieb. Das Sigma erscheint bis auf die Klemme baugleich mit dem Mistral-Paddel. Es verträgt auch druckvolles Paddeln, eignet sich für gutmütigen Touringeinsatz ebenso wie für rauen Flussbetrieb.

Fazit: Gelungene Kombination aus robustem Blatt und steifem Schaft mit ausbalancierter Gewichtsverteilung.

Sigma A2

Starboard Bolt Hybrid Carbon

Preis  219 Euro Länge  165 - 227 cm Rohrdurchmesser   27 mm Erhältl. Größen  480 - 540 - 600 cm² Gewicht   710 Gramm Verstellsystem   Klemme m. Nut Griffgrösse   S - M Web   www.star-board.com

Das Bolt ist die etwas kleinere Größe im Test der Starboard Twins. Es ist sehr einfach zu paddeln, "platscht" beim Einstechen nie und wirkt ebenfalls sehr sehr leicht, bei gleichem robusten Blattmaterial wie beim Enduro und dem guten Starboard-Variosystem. Wie beim Enduro wirkt auch beim Bolt das Paddelblatt sehr leicht, was zu einem besonders lockeren Paddelgefühl beiträgt. Der leicht genoppte Plastikgriff liegt rutschfest in der Hand. Trotz der ausgefallenen Form können wir auch das Bolt als einfach zu paddelndes Tourenpaddel empfehlen. Es wirkt ins-gesamt noch etwas leichter als das Enduro, was aber am etwas geringeren Druckaufbau wegen der kleineren Blattfläche liegt.

Fazit: Robust und steif, leicht und easy zu paddeln.

Starboard Bolt Hybrid Carbon

Starboard Enduro Hybrid Carbon

Preis  219 Euro Länge  165 - 220 cm Rohrdurchmesser   27 mm Erhältl. Größen   430-475-525-575-650 Gewicht  702 Gramm Verstellsystem   Klemme mit Nut Griffgrösse   S - M Web   www.star-board.com

Das Starboard-Paddel überzeugt mit solidem Druckaufbau sowie steifem, direktem und leichtem Feeling, möchte aber etwas exakter eingesetzt werden. Der matt gefinishte Carbonschaft bleibt nass wie trocken griffig. Der Griff ist ebenfalls griffig und robust, vermittelt allerdings ein leichtes "Plastik-Feeling", das nicht ganz mit dem ansonsten sehr hochwertigen Eindruck harmoniert. Das Variosystem erscheint mit dem von Naish am ausgereiftesten und ist sehr schnell und absolut verdrehsicher zu verstellen. Das Blatt wirkt leicht (schönes "swing weight") und ist dennoch strapazierfähig.

Fazit: Robust, steif und bei den leichtesten Paddeln dabei. Sehr ausgewogenes, im Test auch bei erfahrenen Paddlern sehr beliebtes Allroundpaddel.

Starboard Enduro Hybrid Carbon

Sup-Monsters X-Cross

Preis  199 Euro Länge  186 - 234 cm Rohrdurchmesser   27 mm Erhältl. Größen  530 cm² Gewicht   815 Gramm Verstellsystem   Klemme Griffgrösse   M Web   www.sup-monsters.eu

Das X-Cross bringt zwar über 800 Gramm auf die Waage, wegen des anscheinend recht leichten Blattes schwingt es aber mindestens so locker wie beispielsweise das Vandal. Der Griff liegt angenehm in der Hand, Griff und Schaft sind glänzend poliert. Das etwas stärker profilierte Blatt baut solide Druck auf, deutlich mehr als man bei der vergleichsweise kleineren Blattgröße erwarten könnte. Das Paddel bietet mittleren Flex, wirkt aber nicht zu soft, auch bei kräftigeren Paddelzügen. So eignet sich das X-Cross als Touringpaddel ebenso wie für sportliche Trainingsrunden.

Fazit: Nur als Dreiteiler erhältlich, kann aber unter den Variopaddeln gut mithalten. Kraftvoller Druckaufbau, leicht wirkendes Paddelblatt.

Sup-Monsters X-Cross

Vandal 2-Section Carbon

Preis  219 Euro Länge  181 - 221 cm Rohrdurchmesser   26 mm Erhältl. Größen   k.A. Gewicht  743 Gramm Verstellsystem   Pin Griffgrösse   S - M Web   www.tabou-sup.eu

Das Vandal 2-Section kommt mit hohem Carbonanteil auf ein sehr niedriges Gewicht, erreicht eine hohe Steifigkeit und wirkt so auf dem Wasser leicht und auch sehr direkt. Die Gewichtsverteilung zwischen dem anscheinend extrem leichten Schaft und dem etwas dicker gehaltenen Paddelblatt wirkt nicht 100-prozentig ausgewogen, der Schwerpunkt liegt etwas weiter Richtung Blatt. Dennoch paddelt sich das Vandal sehr angenehm, und es liegt in dieser Klasse nahe bei den leichtesten. Blatt, Schaft und Griff sind glänzend poliert, das Verstellsystem fixiert verdrehsicher.

Fazit: Leichtes Paddel in nobler Optik mit viel Sichtcarbon.

Vandal 2-Section Carbon

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