SUP - Kaufberatung Paddel 2012

25.05.2012 Stephan Gölnitz - Ein Paddel kaufen ist kein Pappenstiel. Material, Größen, Formen – für den Einsteiger steht ein undurchsichtiger Paddelwald im Shop. Wir haben verschiedene Paddel ausgiebig eingetaucht und können dir das Basic-Wissen liefern, mit dem du vor dem Paddelregal den Durchblick behältst.

© Stephan Gölnitz
Mit einem 300 Gramm leichteren Paddel musst Du in einer Stunde rund eine Tonne weniger bewegen.
Mit einem 300 Gramm leichteren Paddel musst Du in einer Stunde rund eine Tonne weniger bewegen.

Mein zweites Paddel habe ich selbst gebaut. Aus Resten und Bruchstücken. Es wog am Ende fast ein Kilo. Es hat erstaunlich gut funktioniert – für ein, zwei Kilometer. Da spürt man den Gewichtsunterschied noch kaum. Beim ersten langen Einsatz fühlte es sich nach eineinhalb Stunden aber an, als wäre der Schaft aus Blei. Doch es verrichtet jetzt immer noch gute Dienste – als Verlängerungsrohr für den Radmutterschlüssel beim Reifenwechsel.

So spielt das Gewicht bei kürzeren Schlägen – als Wavepaddel oder bei Downwindtrips – nur eine untergeordnete Rolle. Wer dagegen ein Paddel für lange SUP-Rennen sucht, der spürt am Ende jede 100 Gramm. Dabei ist die Spanne im Shop gewaltig. Für deutlich unter 100 Euro findest du bereits eine große Auswahl an Alupaddeln mit robustem Blatt, zum Ausprobieren keine schlechte Wahl. Stehen regelmäßig längere Strecken auf dem Programm, bieten Paddel in der Preisliga knapp unter 200 Euro sicher einen guten Kompromiss. Die superleichten Elite-Versionen liegen dann um etwa 300 Euro und noch höher. Während der Unterschied zwischen Alu und Carbon bei Wavegabeln trotz mehrerer hundert Euro Preisunterschied nur gering ausfällt, erleichtert beim Paddel jedes Upgrade nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Arbeit auf dem Wasser wirklich spürbar.

Schaft, Blatt und Griff

Bei den Griffen ist vorrangig die Form interessant, das Material spielt dagegen nur grammweise eine Rolle. Bei Blättern und Schäften beeinflusst eine ganze Auswahl von Materialien die Funktion erheblich. Alu ist preiswert und in der günstigen Liga meist sogar steifer als ein einfaches GFK-Paddel – und nicht zwangsläufig schwerer. Richtig leicht und steif – das kann nur Carbon. Ovalisierte Rohre bringen im Vergleich zu runden nochmal mehr Steifigkeit und, so Helgo Lass, Entwickler bei NP, “auch bessere Aerodynamik”. Dabei muss es nicht immer super steif sein: Das bringt zwar bei Rennen mehr Druck aufs Blatt, ein gemäßigter Flex im Schaft baut dafür den Druck etwas sanfter auf und schont Schulter und Handgelenke. Das Blatt legt bei jedem Schlag die weitesten Wege zurück. Dünne, leichte Blätter kommen dabei am einfachsten aus dem Wasser, die träge Masse sollte so gering wie möglich sein. Zumindest auf Flachwasser. Bei Downwindern bei 25 Knoten, freut man sich vielleicht über ein Paddel, das nicht gleich wegfliegt. Das konnten wir nicht testen – dann waren wir beim Windsurfen.

Die komplette Kaufberatung für SUP-Paddel gibt es unten als PDF-Download. 

Das Paddel ist die Kupplung zwischen Antrieb und Fahrwerk. Zuviel Schlupf im Wasser schadet da ebenso wie übermäßiger Halt.

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