Test 2017: SUP Allroundboards

21.02.2018 Stephan Gobisch - Tourentaugliche Allrounder sind meist handlich und drehfreudig, kippstabil, flott unterwegs und damit die vielleicht vielseitigsten Boards – gerade auch für SUP-Neulinge.

© Laura Duschek
Anfang März hatte der kurze Wintereinbruch in Deutschland unseren Test nach Sirmione am südlichen Gardasee vertrieben.
Anfang März hatte der kurze Wintereinbruch in Deutschland unseren Test nach Sirmione am südlichen Gardasee vertrieben.

Diese 15 Allroundboards haben wir getestet:

  • BIC Wing 11’0’’ x 32’’
  • Croslake Bellagio 11’0’’ x 31’’
  • Fanatic Diamond Air Touring 11’6’’ x 31’’
  • GTS Sportstourer 12’0’’ x 29,5’’
  • Indiana Touring 11’6’’ x 31’’
  • JP-Australia Cruisair SE 11’6’’ x 30’’
  • Mistral Santa Anna 11’5’’ x 31’’
  • Naish Alana 11’6’’ x 32’’
  • NoveNove Explorer 11’0’’ x 35’’
  • NRS Escape 11’6’’ x 32’’
  • Red Paddle Sport MSL 11’3’’ x 32’’
  • RRD Airsense V1 12’0’’ x 30’’
  • Siren Hydra 11’6’’ x 31’’
  • Starboard Blend Zen 11’2’’ x 32’’
  • Sup-Monsters Sailfish 11’5’’ x 33’’

"Kompakte Touringshapes sind die eigentlichen Allrounder", das hatte GTS-Mann Thomas Richter schon vor dem letztjährigen Test so verkündet. Viele andere Marken sehen das ähnlich, daher ist diese Gruppe für uns die "Allround"-Klasse 2017. Für SUP-Einsteiger und auch für schon etwas erfahrenere Paddler, die nicht nur einen kippstabilen Paddel-Ponton für die ersten Stehversuche wollen, sondern ein Board, das auch im zweiten und dritten Jahr noch Spaß macht. "Der Touring 12’6” x 32” ist unser meistverkauftes Brett, dann kommt sofort der Blend 11’2” x 32”. Der Whopper 10’2” x 34” ist im Verkauf weit nach hinten gerutscht", verrät Flo Brunner von Starboard.

Diese Formen sind sportlich und tourentauglich zugleich, im Gegensatz zu den noch viel breiteren, noch kürzeren und rundlicheren Formen – aus den neuen Allroundern wächst man eigentlich  kaum noch raus. Das Beispiel von Red Paddle zeigt bei gleichem Modell, nämlich dem "Sport MSL", sehr schön, dass die kürzeren Modelle auch etwas breiter werden als die Sport-Tourer 12’6”. Das sind also nicht einfach in allen Richtungen geschrumpfte Formen. Einerseits liegen längere Boards bei gleicher Breite von Natur aus schon etwas stabiler im Wasser, andererseits erhöht die zusätzliche Breite noch die Einsteigertauglichkeit und die Bandbreite, das Board auch mal in bewegterem Wasser zu benutzen. Sehr leichte Personen greifen in dieser Gruppe dennoch bevorzugt zu den schmaleren Boards. Denn wer unter 65 Kilo wiegt, benötigt auf Dauer vermutlich kein 32”er-Board. Der Schritt von 32 auf 30 Inch macht dabei immerhin rund fünf Zentimeter in der Breite aus.

© Stephan Gölnitz
Drehen: Das ist eine Stärke der 11’0”er- bis 11’6”er-Allround-Tourer gegenüber den längeren 12’6”er-Boards. Auf den kürzeren Boards reicht meist ein großer Schritt zurück Richtung Heck mit nur einem Fuß, um schon recht flott ums Eck zu kommen. Das macht Turns spürbar leichter als auf den längeren Brettern. Eine leicht hochgebogene Nase verbessert die Dreheigenschaften ebenfalls, führt aber nicht ganz so gut auf langer Tour, wie wenn die Bugspitze länger im Wasser liegt.
Drehen: Das ist eine Stärke der 11’0”er- bis 11’6”er-Allround-Tourer gegenüber den längeren 12’6”er-Boards. Auf den kürzeren Boards reicht meist ein großer Schritt zurück Richtung Heck mit nur einem Fuß, um schon recht flott ums Eck zu kommen. Das macht Turns spürbar leichter als auf den längeren Brettern. Eine leicht hochgebogene Nase verbessert die Dreheigenschaften ebenfalls, führt aber nicht ganz so gut auf langer Tour, wie wenn die Bugspitze länger im Wasser liegt.

In den für uns oft kryptischen, angelsächsischen Inch-Angaben sind immer auch die Board-Dicken angegeben. Und da versteckt sich auch die Antwort, warum es häufig extrem günstige Online-Angebote gibt, die nach Länge und Breite genau so liegen wie die Boards in dieser Gruppe. Man kann bei solchen Angeboten Glück haben und ein ordentliches Board "schnappen". In zahlreichen Fällen sind diese Bretter allerdings nur vier Inch dick. Und das wird vermutlich von 90 Prozent aller Paddler als sehr soft und wabbelig empfunden. Nur ein bisschen Zahlenrechnerei erklärt, warum zwischen vier, 4,75, fünf und sechs Inch doch spürbare Unterschiede existieren. Das sind doch nur 10, 15 Prozent – könnte man meinen. Bei der Berechnung der Steifigkeit eines Balkens – nichts anders ist unser SUP für einen Techniker, so traurig das klingt – wird die  Dicke "hoch drei" gerechnet. Ein sechs Inch dickes Board ist daher theoretisch doppelt so steif wie eines mit fünf Inch. Die praktische Erfahrung zeigt, dass Boards mit 4,75 Inch, je nach Breite für Paddler bis 80 oder 90 Kilo noch völlig normal zu paddeln sind. Bei vier Inch ist dann allerdings die Grenze nach unten überschritten, es ist rechnerisch auch nur noch rund halb so steif wie ein Brett mit 4,75 Inch. Unsere Testcrew – mit jahrelanger SUP-Erfahrung auf Brettern aller Klassen – war mit den Boards aus diesem Test ausgiebig auf dem Wasser – vom Kurztrip am Wörthsee bis zur Langstrecke am Gardasee – und kann versichern, dass es solche Totalausfälle in dieser Auswahl nicht gibt.

© Stephan Gölnitz
Für leichtere Paddler sind vor allem schmalere Bretter interessant: Schmaler, dünner, leichter sind die Kriterien.
Für leichtere Paddler sind vor allem schmalere Bretter interessant: Schmaler, dünner, leichter sind die Kriterien.
© Stephan Gölnitz
Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SUP 1/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.
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