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Test 2017: SUP Touring- und Fitnessboards 12'6"

  • Stephan Gölnitz
02.02.2018

Langstrecke und Fitness-Sport sind die Domäne der aufblasbaren, schnellen 12’6”er-Boards. Hier treten 15 iSUPs, vom flotten Transporter bis zum puristischen Trainingspartner, gegeneinander an. Auch Umsteiger vom Allrounder bekommen hier ihr Upgrade in die S(ports)-Klasse.

Wenn der Fotograf bei frühlingshaften Temperaturen sommerliche Kleidung wünscht, freuen sich die Tester bei 10 Grad Wassertem­peratur über kippstabile Boards.

Mit diesen 12’6”er Tourern und Sports Tourern steht eine opulente Auswahl der vermutlich beliebtesten Boardklasse bereit. Die einzige sinnvolle Alternative findet sich bei den ebenfalls getesteten Allroundern in 11’6” oder gleich den Touring-Hardboards – ebenfalls in dieser Ausgabe. Beide Inflatable-Boardklassen sind top geeignet für die kürzere oder längere Tour und auch diese 12’6”er drehen noch sehr ordentlich. Wobei die Stärken der jeweiligen Klassen schon deutlich spürbar sind, die Unterschiede innerhalb einer Gruppe waren deutlich geringer. Bei der Wahl wischen 12’6” (3,81 Meter Länge) und 11’6” (3,50 Meter) stehen daher die Fragen im Fokus: Planst du überwiegend längere Touren von auch mal ein, zwei Stunden? Stehen auch mal Spritztouren oder Fitnessrunden in flotter Gangart mit deinen SUP-Mädels oder -Buddies in Aussicht? Dann bieten die 12’6”er den besseren Geradeauslauf und auch das höhere Durchschnittstempo. Mit einem kürzeren Board kommst du vermutlich auch mit, aber in der Gruppe dauerhaft den anderen hinterher zu hecheln, kann auch mühsam werden. Paddelst du dagegen allein oder mit der Family eher gemächlich, wird der Unterschied zwischen 12’6” und 11’6” praktisch kaum spürbar sein.

Diese SUP Touring- und Fitnessboards haben wir getestet:

Dich interessiert aber eigentlich nicht die Langstrecke, sondern eher der nähere Umkreis um deinen Start- oder Badeplatz? Dafür spielst du gerne mal mit dem Board, es soll möglichst wendig sein und vielleicht in erster Linie die Bade-, Paddel- und Spaß-Plattform für die Familie im Sommer? Und für die große Staffelseerunde nimmst du dir Zeit und hast nicht den Rundenrekord im Kopf? Dafür eignen sich die 11’6”er perfekt. Etwas handlicher schon an Land und spürbar wendiger auf dem Wasser. Und die Tour dauert dann eben statt einer Stunde nochmal fünf Minuten länger, denn viel größer sind die Geschwindigkeitsunterschiede dann doch nicht.

Auch das wollten wir genau wissen und haben in dieser Gruppe einen sehr schmalen Starboard Astro Racer 12’6” x 26” mitgetestet. Mit dem Ergebnis: Ein tolles Board, und im Rennen bringt das nochmals die entscheidenden Plätze. Abseits der Bojen ist der Preis für die vielleicht 0,3 bis maximal 0,5 Stundenkilometer mehr mit der deutlich höheren Kippeligkeit einfach zu hoch. Lediglich sehr leichten, bereits erfahrenen Paddlern unter 65 Kilo kann so ein Board auch noch an windigen, welligen Tagen als Allrounder für Sport und Tour abseits des Bojenparcours dienen. Eine Tour ist für dich auch immer ein kleines Abenteuer? Um neue Inseln zu entdecken, einen Zufluss zum See stromaufwärts zu erkunden oder einfach um einen gemütlichen Rastplatz zu finden? Du nimmst dabei auch mal Gepäck mit, Wind und Wellen schrecken dich nicht? Dann sind aus dieser Gruppe die kippstabileren, etwas breiteren Boards die richtige Wahl. Mit mindestens 30 Inch Breite, es sei denn, du wiegst deutlich unter 70 Kilo. Wenn du aber für deine Fitnessrunde das sportlich schnelle Fahrgefühl suchst, gerne spürst, wie das Board auch auf kleinere Wellen unter den Füßen reagiert, wenn du etwas SUP-Erfahrung mitbringst und unter 85 Kilo wiegst, dann dürften die schmaleren Boards in die erste Reihe rücken.

Aufblasbare Touring-Boards sind dankbare Reisebegleiter. Den Testern des surf Magazins ermöglichten sie einen Ausflug in eine traumhafte Lagune nahe Kapstadt, allerdings hat sich da der ebenfalls tourentaugliche RRD Allrounder reingeschlichen.  

Flott oder eher gemächlich, sportliches Racefeeling oder entspanntes "Surfen auf dem See" – für all das, was den Reiz ausmacht, was jeder anders wünscht und empfindet, sind am Ende ganz sicher nicht die (vielleicht gar nicht vorhandenen) Speedunterschiede zuständig – dafür sind die Differenzen innerhalb dieser Gruppe viel zu klein. Hier schlagen uns die Sinne ein Schnippchen und schon die Optik der Nase macht einen Unterschied, viel größer als jeder Ausschlag auf dem GPS. Schmale, flach gleitende Nasen wirken meist schnell, runde und hochgebogene wirken eher gemütlich.

Dabei hat die Aufbiegung auch handfeste Auswirkungen. Liegt die Nase flach im Wasser, wird die Länge optimal genutzt, das Board schiebt weniger Wasser, das macht das Paddeln meist etwas leichter. Zum Wellen queren können solche Boards mit flacher Bodenkurve durch einen kleinen Schritt auf dem Board zurück vorne frei gehalten werden. Bei Boards mit steil gekrümmter Nase lässt sich das umgekehrt nicht wegtrimmen.

Flach und fast wie mit einem Kiel durchs Wasser laufen die Boards von Croslake, Mistral, Naish und Starboard. Wer die etwas hochgezogene, teils auch rundlichere Bugform im Surfboardstyle bevorzugt, findet diese bei Fanatic, GTS, NoveNove, Quatro und Sup-Monsters.

Die SUP-Tests fanden in heimischen Revieren (Starnberger See und Wörthsee) statt. 

Dazwischen liegen rein optisch die Nasenshapes von BIC, Red Paddle, Mistral, Siren und RRD. Für die schnelle Vorauswahl findest du hier die Boards schon einmal für die unterschiedlichen Einsatzzwecke vorsortiert:

• Die besonders flott wirkenden Boards für ehrgeizige Fitness-Paddler: GTS, JP-Australia, Naish, Siren, Red Paddle, RRD, Starboard. • Die kippstabilsten Boards für längere Touren und unsichere Wasserbedingungen: Croslake, Fanatic, Mistral, NoveNove, Shark. • Die Allrounder: BIC, Croslake, Fanatic, Naish, Mistral, Red Paddle, Starboard, Sup-Monsters, Quatro.

Fazit Stephan Gölnitz, SUP Chefredakteur: Man kann in dieser Gruppe akribisch kleinste Speedunterschiede heraustesten. Wir haben auch das über Wochen getan. Entscheidend sind aber nicht die vielleicht 0,3 bis 0,5 Stundenkilometer Unterschied – denn viel mehr ist es nicht – sondern das subjektive Feeling und was du am Ende mit dem Board vorhast.

Getestet und für gut befunden: Jedes Board für sich und auf seine ganz eigene, individuelle Art und Weise. Genauso wie auch jeder Paddler seinen eigenen Stil und seine eigenen Vorlieben hat. 15 Boards, die nicht nur Wünsche wecken, sondern auch erfüllen. Jeder Tester hatte seinen Favoriten. Welchen? Das verraten wir nicht. Aber dein Favorit ist sicher dabei.

An den ungemütlichen Februar-Tagen rückten die Tester auch mal zu einigen norditalienischen Seen aus.

DIE DETAILS DER TESTBOARDS:

Es sind nur Details, aber über manches freut man sich dann doch und über anderes wundert man sich nur...

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SUP 1/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

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