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Test 2016 – Aufblasbare Boards: Touring Sport

  • Stephan Gölnitz
28.02.2017

Ungleiche Brüder sind sie, die beiden RRD-Boards. Die nackten Zahlen im Katalog ließen sie fast als Zwillingspaar durchgehen, auf dem Wasser entpuppen sie sich als braver Tourer und spritziger Sportler. In der schnellen 12’6’’er-Klasse ist die Auswahl groß und auch die übrigen Anbieter haben vom Einstiegs-SUP bis zum Semi-Racer alles im Programm.

Test 2016 – Aufblasbare Boards: Touring Sport (links: RRD Airtourer V2 12'0", rechts: RRD Aircruiser V2 12'0")

"Länge läuft" heißt es unter Seglern und anderen Bootsfahrern und ein bisschen "Boot" sind unsere SUP-Boards ja auch – irgendwie. Dem möglichen Speed setzt so auch die Physik klare Grenzen, untrennbar mathematisch damit verbunden, mit welcher Länge ein Board im Wasser liegt. Für flotte Touren oder als Sportgerät eignen sich 12’6’’er daher besonders gut. Gute sieben Stundenkilometer sind da als Schnitt wohl drin, deutlich mehr als auf den ganz kurzen Allroundboards. Hier findest du auch eine besonders große Auswahl ganz unterschiedlicher Typen: Focus, SIC und GTS wirken wie reine Sportgeräte, der GTS lockt mit wahnwitzigem Gewicht – alle bleiben dabei aber deutlich alltagstauglicher als nur 26’’ bis 28’’ schmale Race-SUPs, die nur bei flachem Wasser sicher fahrbar sind. Für ein Race in der Inflatable-Klasse 12’6’’ sind diese Boards dabei auch durchaus geeignet und wenn es mal richtig wackelig wird, sogar unter Umständen im Vorteil.

Die andere Gruppe stellen ausgereifte Touringkonzepte wie von Croslake oder RRD, flotte Boards, die dich mit viel Gepäck sicher und schnell von A nach B bringen. Der Rumpfspeed der beiden Gattungen bleibt dabei mehr oder weniger gleich. Zwischen einem stabilen Tourer wie dem Croslake und einem sehr sportlichen Shape wie von Focus kann man auf kurze Distanz selbst einen Unterschied von wenigen Zehntel km/h nur mühsam herausholen. Der Vorteil wird eher dann sichtbar, wenn du bei 80 Prozent (Speed oder Krafteinsatz) über längere Strecken paddelst. Dann laufen die schmaleren, spitzeren Boards etwas kraftsparender. Willst du noch schneller paddeln, benötigst du keinen noch schmaleren 12’6’’er, sondern einfach ein längeres Board.

Leichte Paddler unter 65 Kilo können sicher auch auf einem GTS mit dem Stand-up-Paddeln anfangen, für Paddler ohne Vorerfahrung eignen sich stabiler im Wasser liegende Boards wie von Bic, JP-Australia, Gun Sails oder NoveNove deutlich besser.

Diese Touring Sport Inflatables findet Ihr im Test:

DER VERGLEICH: HARD – AIR

Bei mindestens 90 Prozent Marktanteil der Inflatables fragt man sich leicht "sind Hardboards überhaupt noch zeitgemäß?" Keine Frage: Wenn keine Lagerungsprobleme bestehen, kann das Hardboard (links) durchaus Vorzüge haben. Im Vergleich konnten wir zwar nur geringste Speedunterschiede auf der Kurzstrecke herauspaddeln, auf dem Hardboard lassen sich aber gerade die höheren Geschwindigkeiten leichter über längere Zeit halten und  – das ist der Kniff – ein Hardboard liegt wegen der schärferen Kanten stabiler im Wasser. Bei gleicher Breite wirkt es daher kippstabiler und du kannst es mindestens ein Inch schmaler wählen – was wiederum für weniger Widerstand und damit ein etwas höheres Durchschnittstempo sorgt. Allerdings sind die Unterschiede jenseits der Rennbahnen minimal, in erster Linie besticht das Hardboard mit dem direkteren, sportlicheren Fahrgefühl. Oft sind auch die Hecks dünner gehalten, daher musst du bei engen Turns weniger weit nach hinten gehen als bei Inflatables, die konstruktionsbedingt bis zum Heck durchgehend gleich dick bleiben.

Vergleich Hardboard (links) gegen aufblasbares Board

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