Test 2016 – Aufblasbare Boards: Allround Tour

06.04.2017 Stephan Gölnitz - Allround-Tour-Boards um 11’0’’ sind neben den 12’6’’ern die meistverkauften Boards. Bereits lang genug für mittlere Touren, teils sportlich-spritzig für die Fitnesseinheit und dabei deutlich besser drehend als die geradlinigen, langen Sport-Tourer in 12’6’’.

© Klotzi
Test 2016 – Aufblasbare Boards: Allround-Tour
Test 2016 – Aufblasbare Boards: Allround-Tour

Sport und Kopfrechnen passt schon in der Schule nicht immer gut zusammen. Doch bevor man sich in den SUP-Shop begibt, muss man leider auch vor dem Paddeln noch ein bisschen Mathe pauken. "Suchst du einen 11’2’’er oder 12’6’’er? Lieber in 28’’er Breite oder einen schmalen 26’’er? Ich hätte den dann in 4,75’’ oder 6’’." Bei so viel Zahlensalat kann dann der Kopf schon mal rauchen. Man könnte das angelsächsische Maßsystem mit "Fuß" und "Inch" natürlich einfach ignorieren. Im Gespräch mit erfahrenen Stand-up-Paddlern kannst du dann aber auch gleich Russisch reden. Der Sport kommt aus den USA und damit haben wir die krummen Einheiten gleich mit importiert. Ein paar Eckdaten zu wissen, ist daher hilfreich, auch um durch unsere Tests zu navigieren. Boardlängen werden üblicherweise in Fuß und Inch angegeben. Ein 12’6’’er ist damit 12 Fuß plus 6 Inch lang. Nicht zu verwechseln mit 12 Komma 6 Fuß. Ein Fuß entspricht 30,5 Zentimetern, ein Inch sind 2,54 Zentimeter. Ein "Zoll" ist dabei nichts anders als die deutsche Bezeichnung für Inch. Damit liegen 12’6’’er-Boards bei 3,81 Metern, eine sportliche Touringlänge. 14 Fuß-Boards finden sich meist als 4,26 Meter lange Racegeschosse. Ein typischer 11’2’’er-Allrounder misst 3,41 Meter, die kompaktesten Boards im Test sind mit 10’5’’ sehr handliche 3,18 Meter kurz. Die Boardbreite reicht von 28’’ (71 cm) bis 34’’ (86 cm). Die übliche Boarddicke liegt mittlerweile bei guten 15 Zentimetern, was sehr steife Boards ermöglicht. Auch die Zwischengröße von 4,75’’ (12 cm) bringt noch genügend Stabilität. Dünnere Bobards in 4-Inch Qualität (10 cm) würden wir allerhöchstens sehr leichten Personen empfehlen und haben wir auch nicht getestet.

Positiv überrascht waren wir vom mittlerweile sehr hohen Qualitätsstandard. Nahezu ohne Ausreißer liegt die Ver­arbeitung der Verklebungen über alle Testgruppen auf konstant hohem Niveau. Beim Material bieten einige Hersteller die Wahl zwischen "schwer und solide" oder etwas abgespeckt und dafür sehr leicht. Der extrem leichte, dünn gebaute Mistral Equipe lässt sich so geschmeidig rollen wie eine Wolldecke. Die sehr robust wirkenden, schweren Boards wirken dagegen vor allem bei kaltem Wetter so flexibel wie ein Backblech. Dafür dürften diese Folien nahezu jedes missglückte Anlandemanöver unbeschadet überleben.

Diese Allround Tour Inflatables finden Sie im Test:

  • Bic SUP Air Touring 11’0’’
  • Gun Sails Explor’ Air 11’4’’
  • GTS Touring 12’0’’
  • JP-Australia CruisAir11’4’’
  • Naish Glide Air 12’0’’
  • Siren Hydra 11’6’’
  • SUP-Monsters Barracuda

Drei unterschiedliche Varianten zur Finnenbefestigung haben sich bei allen Inflatables bewährt.

© Stephan Gölnitz
Geklebt: Etwas elastischere Finnen sind meist als zusätzliche Sidefins aufgeklebt. Sollten diese nach harter Behandlung mal die gerade Bahn verlassen, lassen sie sich – auch unter Mithilfe eines normalen Haarföhns – wieder zurück in die Spur biegen. Ohne die Mittelfinne am Heck verringert sich der Tiefgang für seichte  Flussstrecken und für Kids in flachem Wasser.  
Geklebt: Etwas elastischere Finnen sind meist als zusätzliche Sidefins aufgeklebt. Sollten diese nach harter Behandlung mal die gerade Bahn verlassen, lassen sie sich – auch unter Mithilfe eines normalen Haarföhns – wieder zurück in die Spur biegen. Ohne die Mittelfinne am Heck verringert sich der Tiefgang für seichte  Flussstrecken und für Kids in flachem Wasser.  
© Stephan Gölnitz
US-Box: Das mittlerweile bei weitem überwiegende System. Die Montage dauert länger, dafür sitzt die Finne sehr stabil verankert. Es sind zahlreiche Zubehörfinnen erhältlich, doch Achtung: Viele Windsurffinnen passen wegen der tieferen Basis nicht in den Kasten.
US-Box: Das mittlerweile bei weitem überwiegende System. Die Montage dauert länger, dafür sitzt die Finne sehr stabil verankert. Es sind zahlreiche Zubehörfinnen erhältlich, doch Achtung: Viele Windsurffinnen passen wegen der tieferen Basis nicht in den Kasten.
© Stephan Gölnitz
Schiebesystem: Sehr schnelle Montage ohne Werkzeug, sehr strömungsgünstig geformt. Haben im Testbetrieb tadellos funktioniert. Nachteil: Bisher nur wenige Zubehörfinnen erhältlich, doch das soll sich ändern. Verwendet von GTS, Naish und Croslake.
Schiebesystem: Sehr schnelle Montage ohne Werkzeug, sehr strömungsgünstig geformt. Haben im Testbetrieb tadellos funktioniert. Nachteil: Bisher nur wenige Zubehörfinnen erhältlich, doch das soll sich ändern. Verwendet von GTS, Naish und Croslake.
© Stephan Gölnitz
Schiebesystem (siehe Bild oben)
Schiebesystem (siehe Bild oben)
© Stephan Gölnitz
Centerfinne: Charakteristisches Merkmal aller "Wind-SUPs". ­Segelhersteller Gun Sails rüstet prinzipiell alle Boards mit der zusätzlichen Box in Boardmitte aus. Um das Board mit einem Windsurfsegel zu benutzen, ist neben der nötigen Mastfußaufnahme an Deck auch die Centerfinne eigentlich ein absolutes Muss, um die seitliche Abdrift in Grenzen zu halten.
Centerfinne: Charakteristisches Merkmal aller "Wind-SUPs". ­Segelhersteller Gun Sails rüstet prinzipiell alle Boards mit der zusätzlichen Box in Boardmitte aus. Um das Board mit einem Windsurfsegel zu benutzen, ist neben der nötigen Mastfußaufnahme an Deck auch die Centerfinne eigentlich ein absolutes Muss, um die seitliche Abdrift in Grenzen zu halten.

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