Aufblasbare SUP-Boards 2012

25.05.2012 Steve Chismar - Spannend wie noch nie: Aufblasbare SUP-Boards sind Dank ihrer Packmaße unheimlich praktisch, dazu robust und kinderfreundlich. Aber was können sie wirklich in der Welle, im Flachwasser oder auf dem Fluss? Wir waren auf Enthüllungsreise und haben unterschiedlichen Brettgruppen den Marsch geblasen.

© Monika Obermüller
Vier Tage Scirocco in der Toskana. Der Surfspot in Ansedonia war die beste Wahl für unseren Wellencheck.
Vier Tage Scirocco in der Toskana. Der Surfspot in Ansedonia war die beste Wahl für unseren Wellencheck.

Das Erwachen kam am Tatort. 13 Boards in einer Woche – kein Problem! Denkste. 13 aufblasbare Bretter, die auf Maximum gepumpt werden sollen, wurden zur schweißtreibenden Aufgabe. 14 bis 15 psi (entspricht etwa 1,03 bar) haben erfahrungsgemäß bei 80 Kilo Körpergewicht gereicht. Das Aufpumpergebnis war erstaunlich: Trotz identischer Produktionsstätten hatte jedes iSUP eine ganz individuelle Fahreigenschaft. Fakt ist: Unterschiedliche Längen, Shapes und Finnen spielen genauso eine Rolle wie bei den Hardboards: Dünne Rails funktionieren toll in der Welle, sind aber anspruchsvoller im Wildwasser. Kippstabilität erreicht man eher durch Breite, nicht durch Dicke. Fette Rails spenden Volumen. Runde Outlines sind drehfreudiger, langgezogene sind schnittiger beim Cruisen.

Eine rasante Entwicklung Fast alle Firmen bieten jetzt iSUPs an. Viele Hersteller haben sogar unterschiedliche Bretttypen im Sortiment. An vorderster Front C4 mit 16 verschiedenen Modellen: zum Beispiel zum Cruisen den iTrekker, zum Wildwasserfahren den Rapid Fire oder zum radikalen Wellenreiten den iZap. Naish arbeitet bei seinen Modellen Nalu Air und Mana Air mit verschiedenen Raildicken (4 und 6 inches). Wir hatten auch verschiedene Boards der gleichen Firma dabei. Bei Naish entpuppte sich der 11’er langgestreckt als ein toller Cruiser im Flachwasser für Fahrer bis 70 Kilo. Der 11‘6er dagegen war die Ruhe selbst und ein ausgezeichnetes Wildwasser-Einsteigerbrett. Mit den dicken Rails haben sie aber nicht viel in der Welle verloren – dafür gibt’s den 10’2’’er. Red hält es in ihrer Firmenphilosophie schlicht: Keine Gimmicks. Die Rechnung geht auf: Der 9’6’’er ist ein sportlicher Allrounder, der große Bruder (10’6’’) ein tolles Einsteigerbrett und der 10’8’’ für Schwergewichte. Andere Marken ziehen auch mit neuen iSUPSpezialisten nach. Mistral steckt seine Energie sogar in die Entwicklung von iSUP-Raceboards. Ein 12’6’’er und 14’er sind schon auf dem Markt, ein 16’er ist in der Planung – auf die Weiterentwicklung sind wir gespannt!

Die Finnboxsysteme variierten: Da gab es eingeschweißte Gummifinnen (Red) oder die Kombination aus Gummi-Thruster und Plastiksteckfinne in der Mitte (Starboard, Naish, Bic und RRD). Herausgestochen haben C4 und Fanatic mit ihrem FCS-Finnenkastensystem. Vorteil: Fahreigenschaften können durch die Finnen verbessert werden – top in der Welle und im Flachwasser. Nachteil: Zum Einrollen sollten die Finnen wieder raus. Das kostet Zeit. Zudem sind Gummifinnen wesentlich robuster, kinderfreundlicher und besser im Wildwasser.

Systeme mit US-Box machten einen nicht so ausgereiften Eindruck. Die RRD-Box hielt jedoch gut. Packsäcke spielen gerade bei iSUPs eine wichtige Rolle, will man doch leicht und komfortabel reisen oder wandern. Herausragend war kein Rucksack.

Fazit: Im Flachwasser und vor allem in der Welle kommen iSUPs im Vergleich an ihre harten Verwandten in Leistung und direktem Fahrgefühl nicht ran. Die härtesten Boards (Fanatic und Naish) vermitteln eine gewisse Sportlichkeit beim Cruisen. Erstaunlich das Race-Konzept bei Mistral. Der 12’6’’er kann mit der gestreckten Outline bei glattem Wasser tatsächlich in den Spitzen so schnell werden wie ein hartes Raceboard. Bei Kabbelwasser spürt man das wabbelige iSUP-Gefühl dann doch. In der Welle hatten die Tester am Wavespot Ansedonia in der südlichen Toskana vier Tage richtig Spaß – trotz der aufblasbaren Gummissäue. Die italienischen Wellenreit-Locals waren vom iSUP-Konzept begeistert. Im Fluss regieren Inflatables. Hier spielt wie in der Welle die Länge und der Shape eine wesentliche Rolle. iSUPs sind die Zukunft für den Allroundbereich. Im Wildwasser ist es die einzig vernünftige Alternative. 13 Boards waren am Ende unsere Glückszahl: Beim Transport haben sie noch nicht einmal den halben Bus gefüllt.

Die Testergebnisse dieser aufblasbaren SUP-Boards gibt es unten als PDF-Download:

• Bic 11'0" SUP Air

• C4 Waterman 9'11" BK Pro

• Fanatic 10'6" Fly Air

• Mistral 12'6" M1 Inflatable

• Naish 10'0" Mana Air 6 inch

• Red Paddle Co 9'6" Red

• RRD 10'2" Airsup

• Starboard 10'0" Astro Inflatable

 

In der Welle etwas träge, entpuppte sich der RRD auf dem Fluss als Surf-Genie.

Racen auf iSUPs? Mit dem 12’6’’er Mistral entdeckten wir neue Dimensionen.

Mit iSUPs kann man überall paddeln– auch in 37 Grad warmen Wassser der Saturnia Therme in der Toskana.

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