Top-Racer am Ammersee

11.05.2014 Gölnitz,Stephan - Beim ersten Stop der Killerfish German SUP Trophy versammelte sich so ziemlich alles, was in Deutschlands SUP-Szene Rang und Namen hat, Starter aus Österreich und der Schweiz ausdrücklich eingeschlossen. Auf einem knackigen 10-Kilometer-Kurs stand kerniges Kräftemessen zum Saisonstart im Vordergrund und man kann ganz sicher sagen: 2014 wird deutlich spannender als 2013!

© Stephan Gölnitz


Was wäre wenn...die Frage wird sich Peter Weidert noch ein paar Mal stellen diese Tage. Gleich zum Saisonauftakt legte der ehemalige Kanadier-Rennfahrer vom Start weg ein Tempo vor, dem selbst Peter Bartl – im letzten Jahr immer mit einem entspannten Lächeln im Gesicht an der Spitze des Feldes zu sehen – nur mühsam folgen konnte.

© Stephan Gölnitz

Bis zur letzten Boje lagen beide nahezu durchgehend gleichauf, Bartl geht als erster um die letzte Wendemarke und dann kam der entscheidende Sprint ins Ziel. Genau gleichauf rund 100 Meter vor der Finish-Linie manövriert Bartl Weidert leicht nach rechts raus, fährt dann einen Schlenker um die letzte Bahnmarke, dem Weidert aus der Außenposition nicht folgen kann. Der lässt die Arme hängen und kommt rund 10 Sekunden später ins Ziel.

© Stephan Gölnitz

Dem Sponsor wird’s egal sein, JP-Australia freut sich über die ersten beiden Plätze in jedem Fall. Was wäre wenn...die Frage bleibt: der Kurs, die Seitenwahl auf dem letzten Schlag zum Ziel darf man taktisch nicht unterschätzen!

Das Duell in der Spitze wird dieses Jahr jedenfalls richtig spannend, vor allem, wenn der überlegene Sieger der 12’6’’er Klasse Normen Weber – verletzungsbedingt momentan anscheinend nicht einsatzfähig – wieder ins Geschehen eingreift.

Das einsamste Rennen fuhr der an Platz drei nachfolgende Mistral-Teamrider Stephan Stiefenhöfer. "An den Bojen habe ich immer wieder etwas verloren", so erklärt er am Ende seinen Rückstand auf die Spitze, das Feld dahinter hatte er aber ebenso sicher im Griff, ohne Risiko auf einen Angriff aus dem "Hinterhalt". Gleich nach dem Start hatte er sich als Teil einer Viererformation bis zur ersten Boje abgesetzt, mit dabei der sprintstarke Kai-Nicolas Steimer.

© Stephan Gölnitz

Weidert vor Bartl, so ging’s dann auf den ersten längeren Schenkel, Stiefenhöfer verliert an der Boje erstmalig durch einen sehr weiten Bogen die ersten Meter zum Anschluss, Steimer auf der Außenseite ist der unglückliche Verlierer und reißt ebenfalls vom Spitzenduo ab. Von da an geht das Feld bis zum Ziel in drei Teilen über den Kurs: Vorne zweimal Peter, Stephan Siefenhöfer dahinter und dann mit Respektabstand immer mal wieder "Züge" aus drei bis zehn Fahrern.

© Stephan Gölnitz

Spannend war es beim Damenrennen bereits auf dem ersten Schlag. Von der Startlinie weg hatten sich gleich vier, fünf Teilnehmerinnen nebeneinander auf den Weg gemacht – vielleicht hatte die eine oder andere einen Drafting-Plan im Sinn.

Das unüberschaubare Gewusel an der ersten Boje machte das jedenfalls zunichte und sprengte die Damentruppe erstmal auseinander. Carol Scheunemann holte sich am Ende sicher den Sieg, bei der Siegerehrung gab es noch leichte Verwirrung bezüglich der Platzierungen – eine Teilnehmerin wähnte sich wegen der Sprecherdurchsage beim Zieldurchlauf eigentlich einen Platz weiter vorne. Die Rangfolge konnte aber nachträglich glücklicherweise noch durch Foto-und Videomaterial überprüft und das Missverständnis ausgebügelt werden. Auf den Folgeplätzen mit Erna Stangl auf Sina Enzminger vom Steinlechner Team auf Platz zwei und vier, dazwischen die Österreicherin Geli Kinzl auf drei und Marion Rappl als Fünfte, sowie Beate Bolg auf einem 12’6’’er Board auf Platz sechs folgen zeitnah dahinter gleich mehrere Damen, die den Winter anscheinend nicht verschlafen haben und lassen auf eine spannende Saison auch bei den Damen hoffen.

© Stephan Gölnitz
So verlebt man mit U16 nicht jeden Tag: Valentin Illichmann

So verlebt man mit U16 nicht jeden Tag: Valentin Illichmann

Richtig stark war der erste Auftritt von Valentin Illichmann vom Starnberger See. In der Klasse U16 gestartet, schaffte er einen 22. Platz in der Gesamtwertung. In seinem ersten großen Rennen. Respekt! Allein für das Podium-Foto haben sich die Mühen wohl gelohnt...

Mit den Genen des Siegers schaffte auch die erst 13-jährige Laura Bartl die 10 Kilometer souverän.

© Stephan Gölnitz
Laura Bartl

Laura Bartl

Deutlich kürzer, aber sicher so lang wie die "Sprints" sonst bei den Erwachsenen, war das Kinderrennen. Die Jüngsten gehen mit spielerischem Ehrgeiz an die Sache, dicke Backen sieht man am Ende aber auch. Max Gertenbach legte in der U14-Klasse an der Boje zwar eine Ehrenrunde ein (einmal falsch rum, dann noch mal richtig herum), kämpfte sich aber solide wieder an die Spitze "genauso nervös wie ich in meiner Profizeit" hatte Fanatic-Manager-Papa-Gertenbach aber schon vor dem Rennen prophezeit.

© Stephan Gölnitz
Sieger der U14

Sieger der U14

Mama krank und nicht am Start, Tochter gewinnt – so ging’s auch in der U10-Klasse aus, wo Laura Duschek die Familienfahne hoch hielt und sich am Ende über ein Starboard-Kinderpaddel freute.

© Stephan Gölnitz
Die Schnellste U10

Die Schnellste U10

Stark sind auch zunehmend die Teams (Surfstadl, Steinlechner), die viel Teamgeist zu den Events mitbringen, zusammen trainieren und sich gemeinsam freuen.

© Stephan Gölnitz
Team Surfstadl

Team Surfstadl

Bei so viel Engagement aller Beteiligten spielt dann auch das Wetter mit, bei herrllchem Sonnenschein und Livemusik füllten viele Fahrer sehr entspannt ihre Elektrolytspeicher wieder auf.
Aber auch wer nicht im Rennen dabei war, konnte mal wieder ausgiebig Material diverser Hersteller testen.

Richtig gelohnt haben sich dennoch Platzierungen auf den vorderen Plätzen – Sachpreise und Preisgeld verdienten wirklich den Namen. Tausend Euro verteilt auf die besten sechs Damen und Herren, ein wertvoller Supskin-Anzug für den vierten Mann und gleich mehrere Trainingscomputer "Speed Coach GPS SUP" können sich sehen lassen.
Für einen 500-Euro-Gutschein von "zhik" musste man nicht mal gut paddeln, den gab’s als verlosten Preis unter allen Teilnehmern.

Und das sagen die Teilnehmer:

"Der Start war sehr schnell, da habe ich gemerkt es ist nicht viel drin, dann kommt man in diese Fahrwasser – es war sehr anstrengend. Für mich ist es diesmal nicht gut gelaufen. Dann hat es sich ein bisschen auseinander gezogen und man konnte wieder Tempo bekommen", Marek Fuhrmann

"Sauanstrengend. Ich kann das Rennen noch gar nicht analysieren, bin einfach nur fertig. Aber auf 14-Fuß dieses Jahr ist es eigentlich schöner (Red.: Letztes Jahr in der 12’6’’er Klasse gestartet). Der 14er geht schon ein bisschen sauberer. Das Niveau ist aber brutal hoch dies Jahr." Hein Droste

© Stephan Gölnitz

"Ich war beim Start recht gut dabei, die Wenden waren so’n bisschen das Problem, da habe ich jedes Mal ein paar Meter verloren und konnte das auf den Geraden nicht gutmachen. Ich muss jetzt noch ein bisschen Laktattoleranz trainieren, damit ich das bis zur Deutschen oder Lost Mills hinbekomme. Der Start war extrem schnell, da habe ich aber mit gerechnet. Der Weidert ist ein super Kanufahrer, der kann sowas aus dem Start rauskloppen und vom Bartl wissen wir das auch. Ich war dabei, aber die erste Wende kam zu früh." Stephan Stiefenhöfer

"Ich hab beim Start gleich geschaut, dass ich mich vorne einsortieren kann.Im Moment habe ich noch mit den Pollen zu kämpfen, deshalb bin ich hinten raus im Draft geblieben. Nach der ersten Boje habe ich nicht mehr Vollgas gegeben, damit ich nicht am Ende hinten raus fliege. Das Tempo war richtig hoch, wir sind fast die ganze Zeit 9,5 km/h gefahren. Starttempo war  – schaut aufs GPS – 14,6. Im Schnitt sicher eins der schnellsten Rennen in Deutschland. Und das schon am Anfang der Saison." Kai-Nicolas Steimer

"Am Start habe ich erstmal ein bisschen Gas gegeben. Im späteren Rennverlauf habe ich mich mit Peter immer wieder gebattelt. Am Ende habe ich versucht von rechts an Peter ranzukommen aber – er hat gewonnen, das ist okay. Es war ne tolle Strecke, ich mag’s nur nicht so, wenn’s immer nur rechtsrum geht." Peter Weidert

"Ich hab am Start einen bisschen weiteren Weg zur Boje gewählt. Voriges Jahr hab ich damit noch die Führung übernommen, heute war’s nicht so. An der ersten Boje war der Weg blockiert, dann war die nächsten 30 Minuten das Rennen nicht besonders lustig. Ich bin mit dem Wind recht schnell, bin gut mitgekommen, aber schon recht mühsam. Gegen den Wind war’s dann noch mühsamer. Da hat er dann richtig angedrückt. Mir kommt entgegen, dass die meisten Profisportler aus dem Kanadierbereich eher auf die kürzeren Rennen trainiert sind. Bei mir ist je länger, desto besser. Ich hab dann auch irgendwann gemerkt, er wird müde und hab dann in der letzten Runde die Führung übernommen. Ich hab gewusst, wenn ich die letzte Boje vorne bin, dann hab ich wahrscheinlich gewonnen. Da war's noch ein Kampf und ich bin mit ihm nach außen gefahren. Ich bin heute eine 12-Zentimeter-Finne gefahren, die Idee war, dass ich zwar längere Wege fahr’ aber die Leute hinter mir wahnsinnig mach' beim Draften. Ist leider nicht so aufgegangen." Peter Bartl

Die komplette Gallery mit über 200 Fotos vom Rennen und Drumherum findest du auf der Facebook-Seite von sup-mag.de

Die Ergebnisse findest du hier: Ergebnisse Killerfish GST Ammersee

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