Peter Bartls Worldcup-Tagebuch: Camp David SUP Worldcup Fehmarn 2014 Peter Bartls Worldcup-Tagebuch: Camp David SUP Worldcup Fehmarn 2014 Peter Bartls Worldcup-Tagebuch: Camp David SUP Worldcup Fehmarn 2014

Peter Bartls Worldcup-Tagebuch: Camp David SUP Worldcup Fehmarn 2014

  • Peter Bartl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Fehmarn hatte wahrlich Worldcup-würdige Bedingungen parat - zumindest war bei viel Wind und ordentlich Welle für gründliche Auslese gesorgt. Peter Bartl schildert hier seine ganz persönlichen Eindrücke von einerm tollen CUP

"Auf Fehmarn traf sich an diesem Wochenende das "who is who" der internationalen Stand Up Paddle-Szene beim Camp David SUP World Cup. Den weitesten Anreiseweg hatten wohl auch die stärksten und damit auch führenden Paddler der diesjährigen World Tour, Kai Lenny und Connor Baxter, die extra aus Hawaii angeflogen kamen, sowie Jake Jensen, der eine knapp 50-stündige Anreise in Kauf nahm, um aus Australien an die deutsche Ostsee nach Fehmarn zu kommen. Dagegen war ja meine eigene Anreise mit dem Auto aus Österreich ein so genannter Katzensprung mit nur 1400 Kilometern pro Strecke. Warme Temperaturen und Sonnenschein erwarteten die Teilnehmer, und vor allem der Wind war ständiger Begleiter und nahm bis zum letzten Eventtag auch ständig zu. Während die Prominenten im Sprintteamrace mit leichten Wellen zu kämpfen hatten, waren am Samstag bei den Elite-Sprints die Bedingungen schon etwas ruppiger, so schaufelte der Ostwind knie- bis hüfthohe Wellen an den Strand. Die Starts folgten im knietiefen Wasser, der Kurs begann mit Gegenwind bis zur ersten Boje, dann folgte ein links ausgerichteter Downwindschenkel bis zur zweiten Boje, Gegenwind bis zur dritten und dann downwind bis an den Strand und durchs Ziel laufen. Ich selbst kam ganz gut durch die Vorläufe und kämpfte mich ins Halbfinale.

An der Startlinie zum Halbfinale zwängte ich mich zwischen die um gut einen Kopf größeren und auch mit etwas längeren Beinen ausgestatteten Teilnehmer Connor und Jake, Leo Nica, Dylan Frick und Roman Frejo komplettierten das recht starke Feld, mir war das anscheinend zuviel, so kam ich beim Startsignal nicht auf mein Board, das drehte sich dann auch noch mit dem Wind Richtung Strand, und als ich lospaddelte, waren die 5 vor mir schon gut 15 Meter unterwegs.

Peter Bartl "eingezwickt"

"Aufgeben ist uncool" dachte ich mir und machte mich auf den Weg, hatte ruhiges Wasser und hohen Speed. Für eine Finalteilnahme reichte es zwar nicht mehr am Ende, ich konnte aber im Zielsprint noch Roman Frejo überlaufen.

Auch im B-Finale war mein Start alles andere als gut, bei der ersten Boje kämpfte ich mich aber erfolgreich durch und konnte hinter Leo Nica, Eric Terrien und Arthur Arutkin den vierten Platz einfahren, also genau top 10, mein Ziel war erreicht.

Das Herrenfinale konnte spannender nicht sein, Connor setzte sich früh in Führung, wurde aber im Zielsprint noch von Kai Lenny abgefangen, gefolgt von Jake Jensen.

Bei den Mädels war Lina Augaitis schon im Sprint eine Klasse für sich und ließ den anderen nur wenig Chancen. Die Französin Olivia Piana folgte auf Platz 2, Neolani Sach aus Deutschland auf Platz 3. Während die meisten Teilnehmer, vor allem bei den Pros, den Samstag Abend sehr gemütlich verbrachten und früh im Bett waren, gab es laut Gerüchten dann doch einige, die die Nacht zum Tag gemacht hatten und Party feierten.

Der Sonntag erwartete uns mit noch stärkerem Wind, Böen bis 70 km/h wurden später am Nachmittag gemessen und der Veranstalter entschloss sich kurzerhand, den ersten Teil des Long Distance Races als Downwinder auszutragen, gefolgt von 2 "kleineren" Runden im Bereich des Eventgeländes, die es in sich hatten. Das Feld startete etwa 4 Kilometer östlich des Eevntgeländes, nach einem kurzen Schenkel gegen den Wind, hatten wir den Wind im Rücken und wurden von ordentlichen Wellen angetrieben. Downwindspezialisten wie Connor, Kai, Jake und Zane konnten sich sehr deutlich absetzen, so waren auch die Zeitabstände deutlich größer als bei anderen Long Distance Bewerben. Nach dem Downwindschenkel folgte ein zermürbender Schlag etwa ein Kilometer gegen Wind und Wellen, wo man das Gefühl hatte, rückwärts zu fahren. Ich konnte bis Ende der ersten Runde ganz gut mit Leo Nica mithalten und einen im Gegegnwind gepeinigten Arthur Arutkin überholen, war aber im Gegenwind der zweiten Runde nicht mehr im Stande, den von hinten heranbrausenden Tschechen und JP Teamkollegen Branislav Sramek zu halten, nachdem ich zweimal baden gegangen bin. Schlußendlich konnte Connor Baxter das Rennen für sich entscheiden, gefolgt von Jake Jensen, der sich im Zielsprint vor Zane Schweitzer durchsetzen konnte und auf Platz 4 ein vom Jetlag gezeichneter Kai Lenny. Ich selbst kam auf Platz 11 an, und belegte overall in Punktegleichstand mit Arthur Arutkin und Branislav Sramek Platz 10.

Bei den Damen konnte sich wie am Vortag Lina Augaitis vor Olivia Piana durchsetzen, gefolgt von der Holländerin Carla Schellart und Anja Schilling aus Deutschland, alle weiteren Mädels kamen nicht ins Ziel.

Für mich war es ein tolles Erlebnis, inmitten der Weltelite paddeln zu dürfen, der SUP-Sport entwickelt sich weiter, alles wird professioneller, die meist jungen Wettkämpfer immer schneller, die älteren versuchen, auf hohem Niveau mitzuhalten. Was auf alle Fälle noch ausbaufähig ist, betrifft die Umstände, wie die Weltelite im Stand Up Paddeln von Sponsoren und Umfeld versorgt wird, so musste die noch stark vom Jetlag gezeichnete Fehmarn-Gewinnerin bei den Frauen Lina Augaitis in einem ausgeliehenen Zelt übernachten, und Gerüchten zufolge hatte es auch der Sieger der Herren Connor Baxter nicht viel besser und schlug sich die Nacht im Starboardzelt um die Ohren, das direkt am Eventgelände stand, wo bis in die frühen Morgenstunden bassgetränkte Musik zu hören war. Aber was einen nicht umbringt, macht einen ja bekanntlich noch härter."

Peter Bartl

Schlagwörter: Peter Bartl SUP Worldcup Fehmarn


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