NP German SUP Trophy Starnberger See - Bericht, Ergebnisse, Ausblicke

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 8 Jahren

Das war das Wochenende der großzügigen Gastgeber – und der spannenden Entscheidungen. Die "Nordbad"-Gastgeber stockten bei der Trophy das Preisgeld nochmals auf – es standen ja auch spannende Duelle an: "Gestern war ich richtig nervös", gab am Sonntag dann auch ein zu diesem Zeitpunkt bereits wieder tiefenentspannter Carsten Kurmis zu. Es stand ja auch einiges auf dem Spiel...

Der letzte Sprint des Jahres hatte noch Zunder drin – immerhin hatten einige Fahrerinnen und Fahrer noch die Chance, sich insgesamt zu verbessern. Auch auf den jeweils ersten drei Plätzen der Klassen (Damen12'6'', Herren 12'6'', Herren 14') war noch längst nicht alles trocken nach Hause gepaddelt.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Meeting mit dem "Boss" Alois Mühlegger

Zur Erinnerung: Jeder Teilnehmer bringt am Ende des Jahres, nach insgesamt zehn Events, seine besten drei Sprintresultate und die vier besten Ergebnisse aus der "Long Distance" ein. 

Das setzte bei den Damen erst mal Sonja Duschek unter Druck. Eine Top Platzierung musste her für die Gesamtführung. Die extrem starke Profi-Sportlerin aus Venezuela, Edimar Luque, war auch am Start – die würde sich nicht auf den hinteren Ränge einordnen, das war klar. So war dann auch das Damenfinale einer der spannendsten Läufe: Petra Offermanns aus München wollte vor heimischer Kulisse natürlich auch alles geben, Sonja Duschek trainiert aber auch gleich in Sichtweite des Nordbades, an der Starnberger "East Coast", also ebenfalls ein Heimspiel.

NP German SUP Trophy Nordbad

30 Bilder

Alle Gewinner, Action und drumherum...

Das waren die drei Favoritinnen. Die vierte im Finale, Elke Künstler, war dieses Jahr nur einmal am Tegernsee gestartet, also schwer einzuschätzen. Erwartungsgemäß hautnah gingen die Damen daher über den recht langen Sprintkurs. Auf der Geraden konnten sich Sonja Duschek und Edimar Luque jeweils etwas von Petra Offermanns absetzen, an den Bojen wird das Feld dann immer wieder zusammen gestaucht. Dass bei so engen Duellen dann auch die Taktik mitentscheidet, musste Sonja Duschek am Ende spüren.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Edimar Luque knapp vor Duschek und Offermanns

Laura Duschek,Stephan Gölnitz An der letzten Boje innen - dann ist für die Hinteren nix mehr zu holen

An der vorletzten Boje noch in günstiger Innenposition ein paar Meter gewonnen – der Preis dafür war dann die ungünstigere Außenposition an der letzten, weitaus wichtigeren Boje. Das nutzte die Venezuelanerin geschickt und ließ sich den Sieg auf den letzten 40 Metern ins Ziel dann nicht mehr nehmen. Mit 860 Punkten das Planziel erreicht, hieß es am Ende dann doch für die mehrfache Deutsche Meisterin Sonja Duschek. Das reicht für Platz eins bis zum Saisonfinale am Chiemsee. Was ist da noch drin? Nur noch Sonja Duschek und Noelani Sach können theoretisch die Trophy gewinnen, zu weit sind sie den übrigen voraus. Will Noelani Sach die Führende Sonja Duschek noch überholen, muss sie nach unseren Rechnungen die letzte Long Distance, den Chiemsee-Marathon, gewinnen, um die vollen 1000 Punkte einzusammeln.

Bei den Herren 12'6'' war die Jahresrangliste für Uneingeweihte auf den ersten Blick trügerisch – bis zum Event in Tutzing. Denn der stärkste Fahrer im Feld, der mehrfache Kanu-Weltmeister, Europameister und Weltcupsieger Normen Weber, hatte sich bei den Events bisher vornehm zurück gehalten, nur das nötigste getan und demensprechend noch nicht genügend Resultate im Sack. Andere hatten dagegen bereits feißig gesammelt und lagen in Summe davor.

Zu beeindruckend waren allerdings bis dato Normens Auftritte im Sprints und auf der Langstrecke und keiner zweifelte, dass am Jahresende der Gewinner Normen Weber heißen würde. Aber den Eventsieg, den wollte ihm deswegen noch lange keiner schenken, erst recht nicht Carsten Kurmis, erklärter Sprintspezialist, daher hier genau richtig am Platz und obendrein mit Rok Puvar noch im ernsthaften Fight um Platz zwei im Gesamtranking 2013. Rok Puvar hatte, ähnlich wie Weber, die eine oder andere weite Anreise aus Slowenien gescheut, er benötigt noch eine gute Langstrecke – den Chiemsee.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Taktisch sauber geplant: Carsten liegt an der letzten Tonne vorne innen.

Obendrein war ein dritter Platz im Sprint in Tutzing eigentlich Pflicht, wenn es am Ende Platz zwei werden sollte. Stephan Gölnitz stand Samstag morgen zumindest noch theoretisch im Rennen: Ein Dritter im Sprint plus Top-Resultat am Chiemsee hätten allerdings eine unerklärlich-verdächtige Formsteigerung, Glück bei sich und Pech bei allen anderen erfordert, um sich aufs Treppchen zu träumen ;-) Ein Vollgas-Finale wie dieses hatte man selten gesehen, da bekamen die Zuschauer im Nordbad-Cafe mal zu sehen, wie acht Leute den See aufwühlen können, in echtes  "Haifischwasser" nach Guido Meier verwandeln, dass der Flachwassersprint für die nicht Vorwegfahrenden zum Wildwasser-Rodeo mutiert.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Moritz Martin strauchelt auf dem ersten Schlag

Dass auf den schmalen, wackeligen Race-.Inflatables auch eine leichte Welle von der Seite für den Abgang sorgen kann, daran wurde Moritz Martin erinnert: "Ich war gar nicht darauf vorbereitet, wie stark die Boards auch auf kleinere Wellen reagieren", bedauerte der Mit-Favorit. Mit einem super Start gleich vorne weg, zeigte er, dass er die Saison zwar nur wenige Events gefahren ist, aber die Zeit nicht auf dem Sofa verschlafen hat. Der Sturz auf dem Weg zur ersten Boje verhinderte das Comeback auf dem Treppchen an diesem Samstag. So battelten sich vornehmlich Carsten Kurmis und Normen Weber, knapp dahinter Rok Puvar.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz

Erst auf dem zweiten langen Schlag, zeigte Weber, dass er die kraftraubenden, langen und dennoch hochfrequenten Sprintzüge am längsten durchhalten kann und setzte sich erkennbar ab. Dahinter wieder das Duell Kurmis/Puvar mit Hochspannung an der vorletzten Boje, ähnlich wie bei den Damen bereits. Hier hatte Carsten Kurmis den langen Weg außen um die vorletzte Boje gewählt. Das sah kurzfristig nicht so gut für ihn aus, wie Rok Puvar innen durchzog. Doch der Weg zur Innenposition an der letzten Boje war auch gleichzeitig Carstens Weg zum zweiten Platz in dieser Sprintwertung.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Drei Deutsche Meister(innen).

Normen Weber hat damit nach sechs Wertungen bereits so viele Punkte, dass ihm kaum noch eine Gefahr droht. Theoretisch müsste Carsten Kurmis gewinnen und Weber nicht mehr mitfahren. Eine eher unwahrscheinliche Kombination. Dahinter, im Match um Platz zwei ist es enger als bei der Bundestagswahl. Wer liegt am Chiemsee vorne? Rok Puvar oder Carsten Kurmis? So wie es da ausgeht, werden wohl auch die Plätze zwei und drei vergeben.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz

Von den Favoriten der 14-Fuß-Klasse für die Jahreswertung waren die Top Drei nicht am Start – kein Wunder, denn da waren die Plätze 1. Peter Bart, 2. Kai-Nicolas Steimer, 3. Marek Fuhrmann) bereits unverrückbar vergeben.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Ganz große Gewinner!

Neben dem harten Sport gab's auch am Nordbad wieder viel Gelegenheit zum lockeren Plaudern und reichlich Testmöglichkeiten der ausstellenden Marken (Core, Mistral, JP-Australia, NP, RRD, Fanatic, Starboard und TR). Tour-Sponsor Maui Jim verloste wieder drei coole Sonnenbrillen unter den Fahrern, am Ende der Saison schaut das halbe Fahrerfeld durch Maui Jim.

Laura Duschek,Stephan Gölnitz

Für Begeisterung bei den Nordbad-Gästen sorgten vor allem auch die Kids-Races. Da wird mittlerweile richtig sportlich am Rohr gezogen, schon bei den Achtjährigen schaut das nach richtigem SUP-Rennsport aus.

Ergebnisse:

Laura Duschek,Stephan Gölnitz Nordbad Contest Starnberger See 2013

Sämtliche Infos zum letzten Tourstopp 2013 am Chiemsee gibt's wie immer unter www.sup-special.de

Themen: NP German SUP TrophyTutzing SUP


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