N1SCO-Klasse: Amateur-Weltmeisterschaft in Bernau am Chiemsee: Über 100 Stand-up-Paddler am Start, Robby Naish auch auf dem Wasser, Verwirrung beim Long Distance N1SCO-Klasse: Amateur-Weltmeisterschaft in Bernau am Chiemsee: Über 100 Stand-up-Paddler am Start, Robby Naish auch auf dem Wasser, Verwirrung beim Long Distance N1SCO-Klasse: Amateur-Weltmeisterschaft in Bernau am Chiemsee: Über 100 Stand-up-Paddler am Start, Robby Naish auch auf dem Wasser, Verwirrung beim Long Distance

N1SCO-Klasse: Amateur-Weltmeisterschaft in Bernau am Chiemsee: Über 100 Stand-up-Paddler am Start, Robby Naish auch auf dem Wasser, Verwirrung beim Long Distance

 • Publiziert vor 6 Jahren

Tolle Erfolge der deutschen Teilnehmer; spannende, spannungsgeladene und spaßige Rennen: Zwei Tage lang feierten und wetteiferten 109 Teilnehmer aus 16 Nationen beim Finale der weltweiten Naish-Einklassen-Serie, der N1SCO-WM am Chiemsee, bei der auf identischen Inflatables Naish One 12'6'' gestartet wird, auf eigenen oder gestellten Boards. Alois Mühlegger war für SUP-mag live dabei.

Bayern wird zum Naish-Country, und Bernau-Felden am Chiemesee zum Hot Spot fürs Stand-up-Paddling. Wenn Windsurf-Hero und SUP-Pionier Robby Naish zur Weltmeisterschaft auf dem Naish One 12’6’’ ans Bayerische Meer einlädt, kommen viele. So viele, dass schon mal die SUP-Boards und die Startnummern-Lycras ausgehen können. "Bei 100 Startern sollte Schluss sein", so Sabine Schindlbauer von Naish Marketing, "aber der Andrang war so groß, wir haben dann nochmals 20 Boards herangekarrt und 20 weiße Leiberl custom made per Hand gemalt."

Dass mieses Wetter SUP-Paddlern fast egal ist, zeigte sich schon bei der Einschreibung, 109 Starter aus 16 Nationen ließen sich am ersten Tag registrieren. Bei der Eröffnung durch Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer und Robby Naish sah man strahlende Gesichter bei den Organisatoren ob des großen Andrangs.

Außenboje links, das gleiche spielte sich auch noch mal 80 Meter rechts davon ab, so konnte sich jeder seine Seite aussuchen.

Racedirector Chuck Patterson, selber SUP-Legende und schon Gewinner der berühmten "Battle of the Paddle", rief die Teilnehmer zur ersten Disziplin Sprint Race. Dafür hatte er einen neuen Kurs gesetzt, bei dem die Paddler nach dem Passieren eines Gates dann entweder nach links oder nach rechts zum nächsten Turn ansetzen konnten. "Interessante Variante" lobten viele Teilnehmer diese bisher in Deutschland noch nicht gesehene Strecke. Über Vor- und Hoffnungsläufe ging es ins spannende Finale, das der amtierende Europameister Dani Reinhardt (SUI) gewann. Aus deutscher Sicht konnte sich Michael Brauch mit Rang drei aufs Treppchen paddeln. "War gar nicht so einfach, vom Langstrecken-Modus, ich hab eine Woche vorher die 250 Kilometer bei der 11-City-Tour gepaddelt, auf Sprint umzuswitchen."

Michi Brauch hier an zweiter Stelle mit am Ende drittem Platz im Sprint.

Dass Weltmeisterin Manca Notar (SLO) gewillt war, ihre Titel aus dem Jahr 2013 zu verteidigen, zeigte sie schon beim Start. Mit hoher Frequenz legte die Profi-Paddlerin aus dem Naish-Team los, Start-Ziel-Sieg bei drei Durchgängen vor Susanne Lier (SUI) und Valerie Vitry, die ihren WM-Startplatz bei den N1SCO-Rennen in Frankreich gewann. Die besten deutschen Damen, Sonja Duschek und Noelani Sach, eliminierten sich in einem der drei Rennen gegenseitig, so dass am Ende die Berlinerin Katrin Peter mit einem 4. Platz fürs beste deutsche Ergebnis sorgte. In der Jugendklasse U16 gewann Martin Vitry (FRA) vor dem Slowenen Ziga Brajnik und Maui Sach aus Deutschland.

Power-Paket(chen) Manca Notar war nicht zu stoppen

Nach kurzer Pause stand "Intermediate" an, ein verlängerter Sprint mit neuer Streckenführung. Das Ergebnis der Damen sah identisch aus wie beim kurzen Sprint, bei den Herren kamen neue Gesichter nach vorne. Hakim Dridah sorgte für den zweiten schweizer WM-Titel, dahinter zwei Engländer mit Alex Tobutt und Ben Fischer. Auf Rang 6 erpaddelte Manuel Stecher vom Bodensee das beste GER-Ergebnis der Herren, Sonja Duschek wurde als Vierte beste deutsche Dame. Heftiger Dauerregen besprühte nun die Paddler, da kam das anschließende Dampfbad in der nahe gelegenen Sauna gerade recht, bevor es dann zum Dinner nach Prien ins "Verde" ging. Bei der anschließenden Party sollen einige Paddler noch die zweite Lunge mobilisiert haben.

Manca bereits an der ersten Boje weit voraus.

Mit dem Long Distance begann der zweite WM-Tag, groß und übersichtlich malte Wettfahrtleiter Patterson beim Skippers Meeting den Kurs aufs Notice Board. Rüber zur Insel Herrenchiemsee, dort entlang zur großen gelben Naish-Boje, dann zur Tonne vor der Kraut-Insel, drumherum und zurück nach Felden. Easy zu finden, wer sich an die Vorgabe hielt. Nicht für die Spitzenpaddler. Schon vor der gut sichtbaren Boje bog ein Zehnerzug links ab, einige aus dem Mittelfeld folgten. War das der "Lost Mills Effekt?" Zu früh abbiegen! Einige peilten richtig, am schnellsten ein Trio mit dem Berliner Christian Hahn und den zwei Österreichern Peter Braun und Alexander Gross. Im Fotofinish lag Hahn vorne, damit hatte auch Deutschland seinen Weltmeister. Mit Roland Blaschek (4.), Andreas Wolter (5.), Georg Schöpf (7.) und Raphael Ziegler (8.) lagen fünf Deutsche in den Top Ten.

Noelani Sach als Dritte bei den Damen komplettierte das gute Abschneiden des deutschen SUP-Teams, ergänzt durch Rang 5 von Sonja Duschek. Die überragende Manca Notar konnte sich sogar 700 Meter mehr auf dem Tacho leisten. Nach einem überflüssigen Links-Abbieger und Zurückfahren auf den richtigen Kurs, holte sie sich den dritten Einzel-Titel und dazu noch den Overall-Erfolg.

In der Jugendklasse "U16" sind nicht alle gleich.

Die erst 9-jährige Laura Duschek wurde insgesamt Zweite in der Damen-Jugendwertung bis 16 Jahre. Auch, weil sie als Jüngste in Begleitung des gleichaltrigen Ben Tusche auch die gut 12 Kilometer Langstrecke in gut 2,5 Stunden meisterte. Für die Sicherheit zu sorgen, ließ sich Robby Naish nicht nehmen und begleitete persönlich die Youngster über den kompletten Kurs, statt selber im Rennen zu paddeln: Die wohl ritterlichste Form den Volkssportgedanken vorzuleben.

Geleitschutz vom Meister persönlich. 

Nach dem Rennen gab es dann natürlich unter allen zu frühen Links-Abbiegern und Nicht-Umkehrern hitzige Diskussionen, angeblich soll ein sogenanntes Führungsboot in die Irre geleitet haben. 

Richtig viel Spaß brachte dann das abschließende Team Relay, 14 Mannschaften mit drei Herren plus einer Dame hetzten zur Freude der Zuschauer, die sich bei dieser und den vorherigen Rennen eine Moderation gewünscht hätten, um die Bojen. Darunter auch Skisprung-As Gregor Schlierenzauer, der erstmals auf dem Brett stand und sich im Promi-Team wacker schlug. Unangefochten holte sich das deutsche Team mit Sonja Duschek, Simon Post, Andreas Wolter und Christian Hahn den Titel.

Nicht gut meinte es der Wettergott, der bei diesem Rennen und der anschließenden Siegerehrung noch mal so richtig Nass gab, was aber Organisator Flo Wöhrer, Bürgermeister Philipp Bernhofer und Robby Naish nicht davon abhielt, die besten drei Paddler mit zünftigen bayerischen Bierkrügen zu ehren. Wie man hörte, soll Robby Naish von Orga, Location und dem großen Zuspruch der Teilnehmer so begeistert gewesen sein, dass er nächstes Jahr (12./13. September) die Europameisterschaft an den neuen SUP Hot Spot Bernau-Felden vergeben will. Auch der berühmte SUP Chiemsee Insel-Marathon als Finale der SUP Alps Trophy wird dann 2015 dort stattfinden.

Resultate:

Top 3 - Overall Men: 1. Daniel Reinhart, SUI 2. Alexander Gross, AUT 3. Peter Braun, AUT

Herren gesamt

Top 3 - Overall Women: 1. Manca Notar, SLO 2. Susanne Lier, SUI 3. Valerie Vitry, FRA

Damen gesamt

Intermediate Damen

Intermediate Herren

Intermediate Youth

Long Distance Men

Long Distance Women

Long distance Youth 16 and under

Top 3 Sprint Men: 1. Daniel Reinhart, SUI 2. Alex Tobutt, UK 3. Michael Brauch, GER

Sprint Men

Top 3 Sprint Women: 1. Manca Notar, SLO 2. Susanne Lier, SUI 3. Valerie Vitry, FRA

Sprint Women

Sprint Youth 16 and under

Top 3 - Team Relay: 1. Weltmeister 2. Team Chiemsee 3. Switzerland Honu 1

Team Relay

Top 3 - Overall Girls (16 and under): 1. Lily Young, UK 2. Laura Duschek, GER 3. Franca-Juliana Brunke, GER

Top 3 - Overall Boys (16 and under): 1. Martin Vitry, FRA 2. Ziga Branjnik, SLO 3. Maui Sach, GER


Lesen Sie das SUP Magazin. Einfach digital als PDF oder als Einzelheft im Delius Klasing Shop bestellen:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag