Lost Mills Race – Baxter-Festival am Brombachsee Lost Mills Race – Baxter-Festival am Brombachsee Lost Mills Race – Baxter-Festival am Brombachsee

Lost Mills Race – Baxter-Festival am Brombachsee

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 8 Jahren

Die beiden ersten Tage beim Lost Mills Race am Brombachsee starteten spektakulär. Australier, Amerikaner, Franzosen, Top-Sportler aus aller Welt...die Spitze des SUP-Racings war geladen – und gekommen. Zur Halbzeit des Events gab es aber genau einen Superstar.

The winner takes it all

Day one: "Fastet Paddler on Earth" Das Glück ist mit den Tüchtigen – und so hatten sich die Veranstalter dieses Riesenevents den ersten Eventtag als überraschenderweise regenfrei mehr als verdient. Während die ersten Heats im brandneuen 200-Meter-Sprintformat am Vormittag noch etwas lahm loslegten – manche Fahrerinnen sparten sich die Kraft für die Hauptrunde und die Moderation stockte hier und da noch ziemlich – hatten sich für das Finale der schnellsten Paddler auf Mistral Inflatable 12’6’’ und 14 Fuß-Open-Class sowohl die Athleten und endlich auch der Moderator auf Betriebstemperatur gebracht und der (glücklicherweise immer noch trockene) Strand füllte sich rasch mit Zuschauern.

Am Donnerstag war der Beach zum Finale rappelvoll

Erstmalig in Deutschland: Elektronische Zeitmessung

Die feuerten zum Schluss die Finalisten auch ohne tiefgreifende Kenntnisse der Sportart lautstark und engagiert an, die Stimmung am Strand war schon Spitze noch bevor die "Troglauer Bua’m" für die Abendparty überhaupt angereist waren (die legten aber dann doch noch eine Schippe drauf und das Festzelt war am Abend voll bis auf den letzten Platz und so lernten auch die Paddler aus Australien und Nordamerika noch, was man unter "Heavy Volksmusik" versteht).

Troglauer Bua'm: Die Zeltheizer mit "Heavy Volksmusik".

Die besten Herren und Damen hatten sich in Zweierheats für das Finale über die Sprintdistanz qualifiziert. Dort war dann Einzelschaulauf im umgekehrten Vorlaufranking angesagt, der Schnellste zum Schluss: 200 Meter dicht an den Zuschauern vorbei, durch die elektronische Messtrecke, und dann bitte, bitte auf den letzten 20 Metern nicht komplett peinlich einbrechen. Denn "bis 40 Sekunden können die Trainiertesten Vollgas geben, danach muss man sich ins Ziel retten", sagt sogar Stephan Stiefenhöfer, die deutsche Hoffnung auf dem neuen Mistral M2 und einer, der sich mit Training auskennt. Während bei den Damen alle ins Hauptfeld rutschten, konnten sich bei den Herren unter den deutschen Teilnehmern nur Stephan Stiefenhöfer, Karsten Curmis (beide 14 Fuß), Michael Brauch und Stephan Gölnitz (beide Mistral 12’6’’) ins Finalfeld paddeln. Kein Wunder, denn schon in der Starterliste kennt der halbwegs interessierte Zuschauer die meisten Namen aus den Magazinen, die Finallisten waren eine bunte Mischung der Crème de la Crème des Internationalen SUP-Racings. Vor allem in der 14-Fuß-Klasse waren die stärksten Paddler der Welt am Start und zeigten in unterschiedlichstem Paddel-Style, wie man ein SUP fast ins Gleiten bringt. Connor Baxter (Starboard) hängte am Ende mit unglaublichen 53 Sekunden, in wahnsinniger Kolibri-Paddelfrequenz gepaddelt, das gesamte internationale Feld deutlich ab. Ebenso deutlich siegte bei den Damen die in den USA lebende Kanu-Olympiasiegerin von London, Krisztina Zur. Die schnappte sich im Vorbeigehen dann auch noch den Titel auf Mistral Inflatable 12’6’’. Bei den Herren schaffte es Travis Grant das aufblasbare Board in 1:08,18 über den Kurs zu prügeln, deutlich schneller als jeder andere.

Ergebnisse Herren 14-Fuß-Open

Ergebnisse Sprint Herren M1 inflatable

Ergebnisse Damen 14-Fuß-Open

Ergebnisse Damen Mistral 12'6''

Für die Gewinner lagen eine sündhaft teure Breitling-Uhr, eine Südseeperlenkette und zwei Suunto-GPS-Uhren bereit – gute Gründe, sich mal eine Minute lang richtig anzustrengen. Hier die Ergebnisse und danach weiter im Programm...

Day two: Wenn bei 10 Millimeter Regen pro Stunde und 13 Grad die Gesichter strahlen, dann muss das was man hinter sich hat, einfach richtig Spaß gemacht haben. Und genau so sahen die Teilnehmer aus: Regentropfen mit Schweißperlen vermischt auf der Stirn und ein breites Grinsen im Gesicht.

...schön, wenn der Schmerz nachlässt...

Aber Spaß gemacht hat's.

Outside raining, sunny inside.

Beim "Spalter-Nr.1-Race" über gute fünf Kilometer verschwanden die Teilnehmer nach einem fulminanten Start wie zum 100-Meter-Sprint schnell im Dunst.

Paddler im Dunst

Damen, Herren, auf 12’6’’ Inflatable und 14’ Open, alle gemeinsam. Stefan Stiefenhöfer führte auf dem Weg zur ersten Tonne eine Weile, konnte dann nach einem Führungswechsel aber im kabbeligen Wasser nicht mehr ganz folgen. Aus dem Regennebel tauchte nach einer knappen halben Stunde eine Spitzengruppe um Jake Jensen (Naish), Jamie Mitchell (Surftech) und Paul Jackson (Fanatic) als erste auf.

Die ersten umrunden die Zielboje

Nach einigen Stürzen an der letzten Boje war das auch der Zieleingang. Knapp war’s, allein sechs Paddler liefen in den ersten 20 Sekunden nach dem Sieger an den Strand. Bei den Ladies schaffte es Sonja Hönscheid (SIC), sich deutlich von den Konkurrentinnen aus Australien und Frankreich absetzen, Angela Jackson (Fanatic) und Cecile Gondre (Bic) folgten im respektvollen Abstand. Sonja Duschek (JP Australia) schmückte mit einem 5. Platz das Ergebnis aus deutscher Sicht. Auch beim Spalter-Cup wurde die Sonderwertung der Inflatables bis 12’6’’ ausgefahren, Beau O’Brien (Starboard) legte dabei eine fulminante Zeit hin, die für einen guten Platz im 14er Feld gereicht hätte. Mit Zeitabstand dahinter folgten Martin Letourneur und dann schon der deutsche Kanuspezialist Normen Weber (Core) als Dritter. Dass man nicht nur einen Frühstart, sondern auch ein "Frühfinish" hinlegen kann, musste am Ende Carsten Kurmis schmerzlich lernen. Vehement und engagiert warf er sich am Beach für das Fotofinish gleich zwischen den beiden ersten besten Fahnen in den Sand – leider hatten die mit dem Rennen nichts zu tun, die offizielle Ziellinie verlief erst fünf Meter weiter am Eingang ins Zelt.

Jetzt weiß er es noch nicht...

Anders als bei den Herren, schafften es die Damen nicht ganz, auf den Inflatables ähnliche Zeiten herauszuarbeiten wie auf den Hardboards. Die Slovenin Manca Notar (Naish), Noelani Sach (Starboard) und Marion Rappl (Mistral) liefen in dieser Reihenfolge in recht geringen Abständen ins Ziel. Hier die Ergebnisse und danach weiter im Programm...

Ergebnis Herren 12'6'' inflatable

Herren 12'6'' 1. Beau O' Brian 2. Martin Lebourneur 3. Normen Weber

Ergebnis Herren 14' open

Herren 14' 1. Jake Jensen 2. Jamie Mitchell 3.Paul Jackson

Ergebnis Damen 12'6'' inflatable

Damen 12'6'' 1.Manca Notar 2.Noelani Sach 3. Marion Rappl

Ergebnis Damen 14' open

Damen 14' 1. Sonja Hönscheid 2. Angela Jackson 3. Cecile Gondre

Noch spannender verlief das zweite Race-Programm des Tages.

Das Jamie –Mitchell-Survivor-Race ist die absolute Härteprüfung auf dem Wasser. Die Teilnehmer starten auf einem überschaubaren M-Kurs in eine Runde. Beim Zieldurchgang wird der "Rattenschwanz", die letzten acht, sieben oder sechs nach jedem Durchlauf abgeschnitten. Zwei Minuten nach dem Zieldurchgang des Ersten dürfen und müssen die übrig gebliebenen erneut ran. Da bleibt kaum Zeit zum Hecheln. Für die ersten Drei gibt’s für die nächste Runde einen Vorsprung von ein bis drei Sekunden, taktisches Fahren ist daher nicht angesagt, zumindest für diejenigen, die wirklich gewinnen wollen. Connor Baxter ließ dabei keinen Zweifel: Er ist nicht nur der schnellste Paddler hier, sondern hält das auch locker alle Runden durch, siegte in jedem Lauf.

Connor führte jede Runde vom Start bis ins Ziel

Mit Travis Grant (2.) und Beau O’Brian folgten zwei Australier dem Amerikaner bei den herrschenden erbärmlichen, deutschen Schietwetter-Bedingungen. 6-4-2 lautete die Teilnehmerzahl in den drei Damenrunden. Im Finale der beiden besten (Angela Jackson und Kriztina Zur) wurde den Zuschauern ein extrem spannendes und taktisch bestimmtes Rennen gegönnt, bei dem die beiden bis zur vorletzten Boje häufig synchron nebeneinander die Paddel durchs Wasser zogen.

Knapp bis zur letzten Boje: Krisztina und Angela

Ein gutes Manöver  an der vorletzten Wendemarke sicherte der Ungarin Kriztina Zur die beste Ausgangsposition, die sie bis ins Ziel retttete.

Ergebnisse der Finalrunde: 

Damen:  1. Krisztina Zur 2. Angela Jackson 3. Sonja Hönscheid 4. Manca Notar 5. Antje Vollmer 6. Sonja Duschek

Herren: 1.Connor Baxter 2. Travis Grant 3. Beau O'Brian 4. Arthur Arutkin 5. Jake Jensen 6. Paul Jackson

Die kompletten Ergebnisse findest du hier:

http://www.lostmills.com/pdf/mitchell-survivor-race-results.pdf  

Themen: BrombachseeLost Mills


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