Das große Grachtenpaddeln

  • Carol Scheunemann
 • Publiziert vor 7 Jahren

"Kanadier haben keinen Gleichgewichtssinn," sinniert Kanadier Andy Dressler nach dem HISWA SUP TOCHT. "Nur mit glattem, gefrorenem Wasser können wir was anfangen." Andy erklärte gerade, grinsend, warum er ganze sechsmal während des zirka sieben Kilometer SUP-Rennens in Amsterdam am 2. März in die Grachten tauchte.

HISWA SUP TOCHT 2. März 2014, Amsterdam, Niederlanden "Kanadier haben keinen Gleichgewichtssinn," sinniert Kanadier Andy Dressler nach dem HISWA SUP TOCHT. "Nur mit glattem, gefrorenem Wasser können wir was anfangen." Andy erklärte gerade, grinsend, warum er ganze sechsmal während des zirka sieben Kilometer SUP-Rennens in Amsterdam am 2. März in die Grachten tauchte. Allerdings erfrischte das Wasser auch Teilnehmer anderer Nationen, denn geschätzt ein Viertel der knapp 45 Wettkampfteilnehmer erprobten ebenfalls das Kanalbaden. Die Neoprenpflicht war nicht umsonst gewesen. Daran war außer mangelndem Gleichgewichtssinn hauptsächlich das von den Paddlern selbst verursachte unruhige Wasser und die Wellen schuld,  die in den engen Wasserpassagen hin und her schwappten. Hinzu kamen Enge und Gedränge, vor allem unter den zehn Brücken auf der Strecke. Nicht zuletzt kam der Verkehr:  Ruder-4er und -8er sowie Tretboote, die die Strecke kreuzten, aber vor allem die flachen Rundfahrtschiffe, die mit ihren Dieselmotoren größere Wasserwirbel auslösten.  An den Schiffen vorbeizukommen war kaum möglich  und an manchen Stellen schoben sie sich zwischen die SUP-Fahrer, die dann reihenweise vom Board kippten. An Bord klebten währenddessen die Touristen an den Fenstern und fotografierten. Schaulustige auf den Brücken riefen vergnügt bei jedem SUP-Platscher "Ooh" und "Aah" aus.

Aufgerufen wurde der Event im Rahmen der HISWA Bootsmesse und war für die Teilnehmer kostenlos. Dem Aufruf gefolgt sind auch ein halbes Duzend Paddler aus Deutschland, hauptsächlich aus dem Münchner Raum. Nach dem Start am RAI Messegelände führte die  Strecke stadteinwärts vorbei am imposanten Rijksmuseum, danach einige Kilometer im Zick Zack durch die bekannten Kanäle Prinsen-, Heren- und Leidsegrachte und anschließend -- allerdings mit kräftigem Gegenwind -- auf den letzten Kilometer geradeaus wieder stadtauswärts. Gewonnen hat bei den Herren Ike Frans in einer Zeit von 44:41, gefolgt von Ricardo Haverschmidt (45:55) und Martijn Van Deth (46:25). Bei den Damen (12‘6") siegte, barfuß und trotz 2x Sturz, Emma Reijmerink (49:56), gefolgt von Carla Schellart (52:35) und Carol Scheunemann (53:26). Die zirka 200 Tourpaddler ließen es gemütlicher angehen. Begleitet vom Partyboot und Jetski, schlängelten sie sich stehend oder kniend mit etwas Abstand hinter dem Rennfeld her. Amsterdam ist immer eine Reise Wert und die Veranstaltung war allemal ein gelungenes Beispiel der niederländischen Freundlichkeit und Lässigkeit.

Etienne Stander (Südafrika) , Carol Scheunemann (USA), Dagmar Taylor (Schottland), Andy Dressler (Kanada)

"Für einen Sprint ist die Strecke zu lang, aber als Long Distance eigentlich zu kurz," resümiert Mitorganisator Hans Schouten.  "Ich hoffe, es hat euch gefallen."  Jawohl, Hans. Gut gefallen, und viel gefallen sind wir auch. Eine Gaudi war es schon.

Ergebnisse:

Herren (14’) 1.Ike Frans 44:41 2.Ricardo Haverschmidt 45:55 3. Martijn Van Deth 46:25.6

Damen (12’6”) 1. Emma Reijmerink 49:56 2.Carla Schellart 52:35 3.Carol Scheunemann 53:26

Vollständige Ergebnisse: http://racesplitter.com/races/B9BF5D8C8

Video vom Start: https://www.youtube.com/watch?v=pOQuPufCthw#t=73

Die Route durch Amsterdam

Themen: Carol ScheunemannHISWA SUP Tocht


Lesen Sie das SUP Magazin. Einfach digital als PDF oder als Einzelheft im Delius Klasing Shop bestellen:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Rechts um die Reichenau rum – Race in Berlingen am Bodensee

    04.06.2014

  • Interview: Carol Scheunemann

    04.05.2016

  • Das große Grachtenpaddeln

    17.03.2014