11 CITY TOUR 2014 mit dem SURFSTADL AMMERSEE RACE TEAM 11 CITY TOUR 2014 mit dem SURFSTADL AMMERSEE RACE TEAM 11 CITY TOUR 2014 mit dem SURFSTADL AMMERSEE RACE TEAM

11 CITY TOUR 2014 mit dem SURFSTADL AMMERSEE RACE TEAM

 • Publiziert vor 6 Jahren

Die 2014 SUP 11 City Tour ist überstanden. Was war das für eine Woche. Keiner von uns wird diese Tage jemals vergessen...

Zu verdanken haben wir diese intensiven Tage Roland Blaschek vom SURFSTADL AMMERSEE. Als er letztes Jahr die 11 City am vorletzten Tag abbrechen musste, um Zuhause ein paar wichtigere Dinge zu klären, stand fest er will 2014 die Tour nochmals fahren, am besten zusammen im Team mit guten Freunden. Michael Brauch und ich hatten schnell zugesagt nur Dirk Bickert hatte so seine Zweifel an der Sache. Eigentlich hatte Dirk schon abgesagt, aber irgend eine innere Stimme und wohl auch die Tatsache, dass ich, weit weniger fit als er, die Tour überstehen will, überzeugten Ihn doch mitzukommen. Eine gute Entscheidung, wie sich später rausstellen sollte.

Michael und Dirk waren klar die Fitesten von uns, das konnten Sie schon in diversen Rennen dieses Jahres unter Beweis stellen.  Roland konnte nicht so viel trainieren wie er eigentlich wollte, war einfach zu viel los im Laden. Ich selbst hatte wohl etwas übertrieben mit dem Training und hatte seit gut einer Woche vor Tourbeginn starke Schmerzen im Rücken/Schulterbereich, war aber guter Hoffnung dass mit Massage und Physio bis zum Start am Mittwoch alles wieder gut sein würde. Alle hatten wir aber großen Respekt vor diesen Distanzen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Roland konnte uns einige gute Tipps geben. Unsere Unterkunft wählten wir im zentral gelegenen  Sneek. So hatten wir nur immer ca. 35 km zum Start  bzw. Ziel zu fahren. Außer an Tag fünf da waren es etwas mehr. Problem war noch wie wir unser Auto vom Start zum Ziel zu bekommen. Aber da Roland letztes Jahr schon gute Kontakte knüpfen konnte, hofften wir einfach darauf, dass einer der 11-City-Helfer unser Fahrzeug mit zum Etappenziel nehmen könnte. Also los ging es am Montag um 23:00 Uhr, Treffpunkt in Andechs, beim SURFSTADL AMMERSEE. Wir planten die Ankunft um ca. 12:00 um dann in das Appartment einzuziehen, uns anzumelden und evtl. noch den Prolog  mitzupaddeln. Alles lief gut, bis dann mit Dirk am Steuer gegen ca. 7:00 in der Früh in Essen der VW Bus zu zicken anfing. Eine Warnlampe blinkte auf und der Motor schaltete auf ein Notprogramm. Wir waren nur noch mit maximal 80 km/h unterwegs. So konnten wir nicht weiterfahren. An einer Tankstelle in Essen hielten wir an und ließen den ADAC kommen. Der konnte nicht weiterhelfen. Wir mussten in eine VW Werkstatt. Nach drei Anläufen konnte uns endlich eine Werkstatt "weiter helfen". Mittlerweile war es gegen Mittag und wir waren alle schon etwas Nervös. Diagnose ……………….. Ersatzteil nicht vorhanden. Reparaturkosten um die 2.500.- Euro. Frühestens fertig in 1,5 Tagen. Na super! Blieb uns nur eines: Leihwagen!!!. Der ADAC benötigte ca. drei Stunden um uns einen Leihwagen zur Verfügung zu stellen, den aber letztendlich wir ausfindig machten. Ein Kombi, VW Bus war keiner zu bekommen. Problem war jetzt nur noch der Dachträger. Mithilfe des Hausmeisters der VW Werkstatt , der einem Atze Schröder Film entsprungen sein könnte, bastelten wir notdürftig einen Dachträger der unsere vier Raceboards sicher zum Ziel bringen sollte. Endlich ging es weiter. Um 16:00 machten wir uns auf den Weg. Vielen Dank auf diesem Weg an Christian Moutsakos, der vor Ort in Holland einige Dinge mit unserer 11-City-Anmeldung klar machte. Außerdem war Christian immer ein willkommener "Gegner" und hat uns einige Kilometer auf den Kanälen begleitet.

Erstmal Panne vor dem Paddeln.

19:30 endlich Ankunft in Sneek in einem wunderschönen Appartment, traumhaft gelegen an einem Kanal. Meine Aufgabe war es, die Jungs mit Kohlenhydraten zu versorgen und mich um das Kochen zu kümmern. Die Jungs wussten worauf Sie sich einließen, da ich Veganer bin. Also noch ein paar Hartweizen-Nudeln mit leckerer Tofu-Bolognese-Sauce und dann ab ins Bett und schlafen, was uns nach fast 20 Stunden Fahrt nicht so schwerfallen sollte.

TAG 1: Leeuwarden - Sloten 45 km Start 9:00. Abfahrt in Sneek um 5:00 Uhr. Wir mussten uns ja noch einschreiben und ich wollte nochmal kurz aufs Wasser um zu checken ob ich schmerzfrei paddeln konnte. Mein Gefühl sagte mir aber nichts Gutes. Ich spürte, dass wir alle sehr nervös waren, da man ja nicht  wirklich einschätzen kann wie der erste Tag ablaufen würde. Geplant war eine defensive Fahrweise, Hauptsache durchkommen an Tag 1. Dann sehen wir weiter. Roland und ich wollten zusammen fahren und einfach nur finishen. Bei Dirk und Michael sah das schon etwas anders aus. Nachdem wir endlich einen Parkplatz ergattert hatten meldeten wir uns an und machten uns startklar. Eine unglaubliche Spannung war zu spüren. Tunnelblick bei allen. Ich drehte noch ein paar Runden auf dem SUP um zu sehen wie es meinem Rücken/Schulter ging. Schon nach ein paar Metern wusste ich, dass es keinen Sinn machte. Es fiel mir verdammt schwer, diese Entscheidung zu treffen. Immerhin löste sich nun das Problem mit dem Transfer unseres Fahrzeuges und ich konnte die Jungs tatkräftig von der Seite aus unterstützen und wenigstens ein paar Bilder von ihnen machen. Im nachhinein muss ich sagen, hat mir das auch sehr viel Spaß gemacht. Endlich. STARTSCHUSS kurz nach 9:00. Wetter war super. Wind hielt sich auch (noch) in Grenzen. Michael und Dirk hatten eine guten Start, hielten sich etwas zurück mit dem Wissen, was noch auf sie zukommt. Roland war kurz dahinter. In diesem Moment war ich richtig traurig, nicht mitfahren zu können. Ich muss aber zugeben, es gab einige Momente wo ich auch froh darüber war, nicht mitzufahren, ganz besonders in der Früh nach dem Aufstehen.

Ich wartete beim ersten Stopp zur 15 minütigen "Mittagspause" in Sneek. Alle Teilnehmer bekamen eine Stoppuhr umgehängt und mussten 15 Minuten Pause machen. Peter Bartl kam mit einem unglaublichen Vorsprung von ca. 3 Minuten vor Bart de Zwart und Martin van Deth um die Ecke. Als erster unseres Teams kam Dirk angeschossen auf Platz 9!!!!!! Unglaublich. Dann Michael als ca. 15er.  Beide sahen gut aus. Roland hielt sich auch super auf Rang 20. Roland bereitete Michael und Dirk mental schon mal auf den zu überquerenden See am Ende der Etappe vor. Der Wind hatte mittlerweile auch aufgefrischt auf bis zu 4 Bft in Böen. Dieser See mit Wind von der Seite kostete dann Peter Bartl auch den Vorsprung und er musste sich einholen lassen. Dirk beendete die Etappe auf Platz 7, Michael auf 14 und Roland als 21. Alle waren zwar sehr erschöpft aber extrem happy, die erste Etappe überstanden zu haben. Ich war voller Respekt vor allen die ins Ziel kamen, war aber auch überrascht von den Paddeltechniken einiger Teilnehmer, auch im vorderen Bereich, die ich zu Gesicht bekam. Alle bekamen noch eine Massage (im Preis inbegriffen) und die Bretter konnten vor Ort gelagert werden. Sloten hat mir mit am besten als Etappenort gefallen. Abends versorgte ich die Jungs noch mit Kohlenhydraten. Etappe Zwei wartete.

Tag 2: Sloten - Workum 45 km. Heute war die Frage, wie der Körper mit den Strapazen des ersten Tages umgehen kann. Dies war besonders Dirk anzumerken, er war etwas unsicher und NOCH auf Defensivmodus. Roland konnte aber immer durch seine Erfahrungen letzten Jahres wertvolle Tipps geben. Der Start verlief bei allen ohne Probleme. Michael verpasste den ersten Zug und Roland musste heute sehr hart kämpfen um sich einen Zug anzuschließen, paddelte aber die meiste Zeit alleine und versuchte trotzdem weiter nach vorne zu kommen. Dies sollte Ihn eine Menge Kraft kosten. Beim ersten "Resting Point" in den Stavoren nach ca. 21 km mussten alle wie immer Ihre 15 minütige Pause einlegen. Das Bild war jetzt immer das Gleiche. Bartl, de Zwart und van Deth und dann die Verfolger. Im ersten großen Zug Dirk im zweiten dann Michael. Roland dann dahinter, oft als Einzelkämpfer. Roland hatte heute schon viel Kraft gelassen und machte nicht den frischesten Eindruck auf mich. Dirk wie immer relaxed und Michael allmählich auf Angriffmodus übergehend. Für mich war es heute eine wunderschöne Etappe. Wunderschöne Gegend bei den Stavoren, teilweise am Meer entlang. Workum kannte ich schon von einigen Windsurftripps. Hier war auch die Ankunft der zweiten Etappe. Dirk wieder auf Rang 9, Michael auf Rang 16. und Roland auf Rang 22. Ich beneidete die Jungs, sie hatten die zweite Etappe erfolgreich beendet. Jetzt das übliche, Massagen, ab nach "Hause", Akkus auffüllen und früh ins Bett.

Tag 3: Workum - Franeker 42 km. Wetter Wolkig aber warm. Wind 1-2 Bft. Ich fragte die Jungs immer wieder wie sie sich fühlen, da ich mir nicht vorstellen konnte nach 2 Tagen und 90 km in den Knochen immer noch einigermaßen fit zu sein. Michael und Dirk war nichts anzumerken, Fit wie immer. Roland hatte in der Früh schon mit Magenproblemen zu kämpfen und konnte fast nichts frühstücken. Wahrscheinlich lag es an dem zu gesunden Essen! Los ging es wieder um kurz nach 9:00! Michael hatte einen sehr guten Start, weit vor Dirk und Roland kurz dahinter. Roland kämpfte stark mit Magenkrämpfen und musste sich übergeben. Mittags musste er kraftlos die Etappe beenden. Dirk hatte sich wieder vorgekämpft. Die Zielankunft unter den ersten Drei unverändert. Dirk als 7. und Michael als hervorragender 10. Die Jungs haben den Respekt verloren, werden immer sicherer und besser.

Tag 4: Franeker - Dokkum 43 km. Bewölkt aber warm. Kein Wind. Roland machte heute Pause um evtl. morgen wieder an den Start gehen zu können. Heute ein Top Start von Dirk. Michael diesmal knapp dahinter. Michael und Dirk waren heute zusammen in dem großen Zug direkt hinter den drei Führenden. Michael war es heute zu heiß und er entledigte sich meiner Lieblings-Quickblade-Kappe (hatte ich Ihm kurz vorher geliehen) an einer Brücke an der ich stand und schleuderte sie ins Schilf. Ich wollte die Kappe da nicht einfach so liegen lassen und musste über einen riesen Umweg auf eine Weide zur Kappe gelangen. Dort angekommen, sah ich ein Schaf vollkommen entkräftet im Schlamm "gefesselt". Es lag da wohl schon einige Tage vollkommen verzweifelt und hatte versucht sich zu befreien, sank aber immer tiefer in den Schlamm ein. Ich vergass meine Rückenprobleme und versuchte das Schaf aus seiner misslichen Lage zu befreien. War nicht einfach ein ausgewachsenes Schaf aus dem tiefen Schlamm  raus zu bekommen. Aber es gelang und nach einigen Minuten konnte das Schaf Gras fressen und sich wieder einigermaßen aufrappeln. Der Bauer wurde inzwischen vom Rennleiter informiert. Das war mein absolutes Highlight des Tages (wenn nicht sogar der Tour)! Heute mussten die Teilnehmer über zwei kurze Dämme aus dem Wasser was meiner Meinung nach nicht gerade Fair verlief. Diejenigen die als Erste aus dem Wasser kamen hatten einen großen Vorteil. Ich finde hier sollten alle SUP’ler eines Drafts aufeinander warten. Dies war schön zu sehen bei den ersten drei Peter und Co., hier wurde fair aufeinander gewartet. Ankunft war heute in Dokkum wo auch ein Stadtfest stattfand und die gesamte Innenstadt abgesperrt war. Heute war es eine Katastrophe den Parkplatz des Etappenzieles zu finden und so kam ich fast zu spät zum Ziel. Das Ziel heute mitten im Ort mit tausenden von Zuschauern und einer genialen Kulisse. Dirk wieder auf 7. und Michi auf dem 10. RESPEKT!

Tag 5: Dokkum - Leeuwarden 27 km

Team Surfstadl in Holland

30 Bilder

Action und Ambiente von der 11-City-Tour 2014

Heute die kürzeste Etappe mit fast schon zwei Sprintrennen. Einmal 17 km bis zum Resting Point und dann nochmal nicht ganz 10 km ins Ziel. Michael und Dirk konnte man anmerken dass sie sich nochmal was vorgenommen hatten für heute. Sie streunten umher wie zwei wilde Tiger. Tunnelblick. Hartmut lass mich in Ruhe mit Deinen blöden Bildern (sagten Sie nicht, aber dachten es wohl). Roland stieg auch wieder ins Renngeschehen ein. Was für ein Gefühl, nur noch 27 lächerliche Kilometer und man hat dieses unglaubliche anstrengende Rennen mit Erfolg hinter sich gebracht. Ich war fast ein wenig Stolz auf die Jungs. Und los ging es. Michael wurde am Start von seinem Hintermann fast vom Board gerammt, konnte aber mit unglaublichen Reflexen das Baden gehen vermeiden (zu sehen im Video). Auch beim Resting Point wurde er vom Board gefahren hatte Glück das nicht mehr passiert ist. Bei Dirk hat man immer das Gefühl, Ihn berührt das alles nicht. Ich fahr hier mein Rennen ansonsten lasst mich in Ruhe. Bart gewinnt mit ein paar Sekunden Vorsprung vor Peter und Martin van Deth. Ich konnte es nicht glauben - Dirk beendet als vierter das letzte Etappenrennen und Michael als Neunter, Roland als hervorragender 21. Ich weiß wirklich nicht, wo ich gelandet wäre. Für mich war es ein absolutes Erlebnis als Zuschauer dabei sein zu dürfen und fast komme ich mir vor als wäre ich selbst mitgefahren. Ich hab sehr viel gelernt und hatte sehr viele nette Gespräche vor allem auch mit unseren österreichischen Freunden. Es ist auch fantastisch was das 1-City-Team hier auf die Beine gestellt hat. Die Mädels und Jungs waren extrem hart am Schuften und alles hat perfekt funktioniert. 2015 wird mich die Tour wohl wieder sehen, mal sehen ob als Teilnehmer oder wieder nur als Betreuer.

Videos von der Tour   Video 1   Video 2   Video 3     Video 4   Video 5     Video 6


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