VariopaddelTest: Dreiteilige SUP-Paddel

Test: Dreiteilige SUP-Paddel

Winterzeit ist Reisezeit. Für stressfreien Check-In gehört da zum Inflatable Board auch das dreiteilige Paddel. Bei über zwei Meter Länge hört sonst selbst bei den freundlichsten Airline-Mitarbeitern der Spaß auf. Wir haben deshalb einen bunten Strauß dreiteiliger Paddel zum Test gebeten.

Foto: Stephan Gölnitz

Leider waren die sonst wohl ebenfalls sehr beliebten Paddel von "Red Paddle" nicht verfügbar. Aber auch so sollte in dem sehr gemischten Sextett eigentlich für jeden Fall ein passendes Paddel dabei sein. Was hat uns bei den Test-Sessions besonders gut gefallen?

  Auf Testtour: Stephan Gölnitz, sup-mag.deFoto: Stephan Gölnitz
Auf Testtour: Stephan Gölnitz, sup-mag.de

Die Paddel im Detail:

Foto: Stephan Gölnitz

Fanatic (Vorserie) Beim Fanatic-Paddel ist das Bambus-furnierte Blatt natürlich der Hingucker. Die Schaufel ist vergleichsweise stark gewölbt und taucht dabei so satt und sanft ein, dass man ohne jegliche Eingewöhnung sofort gerne voll durchzieht. Beim Durchzug liegt es stabil in der Hand und folgt ohne zu zappeln der Zughand. Vom "Swing-Weight", dem empfundenen Schwunggewicht, spielt es nicht ganz in der Liga wie das Starboard-Carbonpaddel, liegt aber dennoch schön balanciert und leicht in der Hand. Dabei wirkt auch der Schaft schön steif, mit minimaler Dämpfung, die zusammen mit dem weich greifenenden Blatt für viel Komfort sorgt. Fazit: Ein Paddel zum Sofortloslegen mit guter Steifigkeit und angenehmem Gewicht.

Bei unserem Testmuster handelte es sich um ein Vorserienmodell, bei dem die Spannschelle an der unteren Steckverbindung noch fehlte. Hier arbeitete nur ein Druckknopf.

Foto: Stephan Gölnitz

Länge (von bis): 1,65 - 2,11 Meter Transportlänge: 0,95 Meter Gewicht: 0,76 Kilo Preis: K.A. (Vorserie)

Foto: Stephan Gölnitz

Mistral FC Für kräftige Kerle ist das wahrscheinlich die solideste Variante. Das Mistral wirkt bärenstark und steif, die Steckverbindungen sitzen spielfrei. Das Blatt greift solide und geht sauber und spurtreu durchs Wasser. Pfiffig bei der Variokonstruktion: Das Griffteil passt haargenau ins unterste Teil, so lässt sich auch ein zweiteiliges Kanupaddel basteln. Zum ersten Probieren ist es so dann auch als Kinderpaddel denkbar – auch wenn das Blatt natürlich auf Dauer für Kids etwas zu groß ist. Fazit: Ein hochwertiges Paddel in nobler Tasche geliefert, das mit besonderer Steifigkeit überzeugt. Vom subjektiven Gewicht kann es mit dem Fanatic-Paddel und dem Starboard Enduro L gut mithalten. Länge (von bis): 1,72 – 2,27 Meter Transportlänge: 0,95 Meter Gewicht: 0,82 Kilo Preis: 399 Euro

  Das Mistral-Paddel lässt sich auch zweiteilig als Kanu- oder Kinderpaddel verwenden.Foto: Stephan Gölnitz
Das Mistral-Paddel lässt sich auch zweiteilig als Kanu- oder Kinderpaddel verwenden.
Foto: Stephan Gölnitz

Mistral LA Das Mistral "LA" liegt in einer anderen Preisklasse als die übrigen Paddel hier – das schlägt sich natürlich in der Ausstattung (Blatt aus zwar robustem, aber auch schweren Kunststoff) – nieder. Vom "swing weight" wirkt es schon spürbar schwerer, dennoch ist auch dieses Paddel für die Tour geeignet. Im direkten Vergleich zum Carbon-Paddel von Mistral fällt vor allen der deutlich geringere Druckaufbau des Blattes auf. Bei gleicher Größe erfordert es weniger Krafteinsatz – bietet aber auch nicht ganz den Vortrieb. Fazit: Ein günstiges Paddel für vielleicht nicht ganz so engagierte Sportsfreunde, oder für den Einsatz im Fluss, wo es mit dem robusten Blade punkten kann. Länge (von bis): 1,77 – 2,30 Meter Transportlänge: 0,90 Meter Gewicht: 0,96 Kilo Preis: 165 Euro

  Für schnellen Wechsel beim Testen liegen gleich zwei Paddel auf dem Board bereit.Foto: Stephan Gölnitz
Für schnellen Wechsel beim Testen liegen gleich zwei Paddel auf dem Board bereit.
Foto: Stephan Gölnitz

Naish Makani Dreiteilig, dünn und mit patentem Verstellsystem – das Naish-Paddel wirkt äußerst schlank und liegt mit dem extra-dünnen Rohrdurchmesser besonders gut in kleineren Händen. Der geringere Schaftquerschnitt gibt dem Paddel deutlich mehr Flex als allen anderen. Bei energischem Zug biegt es sich deutlich durch. Für sehr kräftige Paddler dürfte das etwas soft wirken, doch selbst unser Race-erfahrenes kleines Testteam konnte sich mit dem sehr dynamischen Paddelgefühl schnell anfreunden. Es wirkt so auch weniger ruckartig und wahrscheinlich auch gelenkschonender als die steiferen Prügel. Das Blatt greift satt und zieht sehr stabil durchs Wasser. Besonders toll ist, wie schnell man das Paddel in der Länge verstellen kann, denn durch die patentierte Führung kann es nicht verdrehen. Blatt und Griff bleiben immer perfekt parallel. Fazit: Beinahe filigran wirkendes, dynamisches Paddel, sehr handlich für kleinere Personen. Weniger gut geeignet für kräftige Paddler, die besonderen Wert auf möglichst große Steifigkeit legen. Im Vergleich sehr dünner Rohrdurchmesser.

Foto: Stephan Gölnitz
Foto: Stephan Gölnitz

Länge (von bis): 2,20 Meter Transportlänge: 0,93 Meter Gewicht: 0,6 Kilo Preis: 249 Euro

  Im Testteam: Sonja Duschek, mehrfache Deutsche Meisterin in Sprint und Long Distance.Foto: Stephan Gölnitz
Im Testteam: Sonja Duschek, mehrfache Deutsche Meisterin in Sprint und Long Distance.
Foto: Stephan Gölnitz
Foto: Stephan Gölnitz

Starboard Enduro-Carbon und Enduro TIKI-Tech L Von Starboard konnten wir zwei Modelle probieren: Das super leichte Premium-Carbonpaddel und die robustere TIKI-Tech-Enduro-Version. Wobei selbst das günstigere Paddel gewichtsmäßig noch in einer ordentlichen Liga spielt. Beide Paddel überzeugen mit sehr guter Steifigkeit, das Handling beim Paddeln wirkt vor allem beim Carbon extrem leicht, so dass man kaum spürt, ein mehrteiliges Paddel zu benutzen. Das "Enduro" wirkt gewichtsmäßig etwa wie das Paddel von Fanatic, das Paddelblatt des Enduro zieht allerdings etwas nervöser durchs Wasser und erfordert zumindest eine kleine Eingewöhnungszeit, bis man es sauber führen kann, dafür ist es aus sehr robustem Material, das auch mal einen Steinkontakt aushält. Die Steckverbindungen sind unten mit Druckknopf und Schnellspannhebel gut gesichert. Der Griff des "Enduro" ist mit rauher Noppen-Struktur versehen – das ist Geschmackssache, uns hat der glatte Griff des Carbon-Paddels besser geschmeichelt. Fazit: Wer das Beste will, und das in drei Teilen, kann bedenkenlos zum Premium-Enduro greifen. Steifigkeit und Gewicht liegen ganz nah an richtig guten einteiligen Paddeln. Das Enduro hat ein besonders robustes Paddelblatt und wiegt ebenfalls recht wenig. Ein guter Kompromiss zum dazu noch verhältnismäßig günstigen Preis.

Foto: Stephan Gölnitz

Enduro-Carbon, dreiteilig Länge (von bis): 1,51 – 2,04 Meter Transportlänge: 0,96 Meter Gewicht: 0,6 Kilo Preis: 449 Euro

Foto: Stephan Gölnitz

Enduro TIKI-Tech, dreiteilig Länge (von bis): 1,56 – 2,06 Meter Transportlänge: 0,97 Meter Gewicht: 0,74 Kilo Preis: 199 Euro

Foto: Stephan Gölnitz
Foto: Stephan Gölnitz