Tragehilfen und Transportlösungen für Boards Tragehilfen und Transportlösungen für Boards Tragehilfen und Transportlösungen für Boards

Tragehilfen und Transportlösungen für Boards

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 3 Monaten

Du willst wissen, wie du dein Board – ohne "lange Arme" zu bekommen – über weitere Strecken zum Wasser bekommst? Hier stellen wir geeignete Tragehilfen und Transportwagen vor.

"Wenn es mal wieder etwas länger dauert" ...frei nach dem 80er Werbeslogan kannst du dir zwischendrin – wie beworben – den Zuckerschock aus dem Schokoriegel holen – oder lieber eine ordentliche Tragehilfe benutzen.

Wir stellen hier in lockerer Folge erprobte (von uns tatsächlich getestete) Hilfen für den Materialtransport vor. Die Liste wird sich also nach und nach erweitern.

Grundsätzlich findest du auf dem Markt eine Vielzahl von Transportwagen und eben Gurtbandlösungen. Wir starten hier mit den Gurtbändern, die Rollwagen folgen unten.

Tragegurte

Vorteil Gurtbandlösung:

  • Günstig
  • Super leicht und klein im Packmaß
  • Funktioniert auch im Sand

Nachteile Tragegurte

  • Nur für ein Board
  • Nicht für Zubehör geeignet
  • Kann auf längeren Passagen drücken

Gurtsystem Nummer 1 : Itiwit "Sup Tragegurt" von Decathlon; 7,99 Euro >> hier erhältlich *.

Das leuchtorange Gurtsystem ist ein Auslaufmodell, aber noch erhältlich und im Preis reduziert. Der Nachfolger für 2022 hat noch keinen fixen Termin. Wir haben den Tragegurt an einem Allround-SUP mit 10,5 Kilo getestet. Tragestrecke gut ein Kilometer, 80 Höhenmeter :-)

Der Gurt besteht aus einem Stück, mit zwei Schlaufen mit fixem Umfang an den Enden. Diese Schlaufen sind im Bereich wo das Board aufliegt innen dünn gummiert. Der verbindende Gurt ist in der Länge verstellbar und besitzt eine zusätzliche Schulter"polsterung". Der Gurt wirkt ganz minimal elastisch, hat bei 10,5 Kilo aber die eingestellte Länge sicher gehalten.

Stephan Gölnitz

Der Gurt lässt sich schnell befestigen , die Gurte sitzen rutschfest am Board. Die Abmessungen passten für unser Allround-Wave-SUP mit 9'8'' Länge und 30'' Breite in der Mitte gut. Für schmale und dünne, richtige "Wellenreitboards" (falls jemand auf die Idee kommen sollte) sind die Schlaufen zu weit, hier rutschen die Schlaufen zur Mitte. Wir haben das an einem Surf-Longboard probiert.

Stephan Gölnitz Die Polsterung fällt dünn aus und rutsch recht leicht auf dem Gurtband

Für SUPs nahezu aller Größen passt der Gurt aber gut. Auch ein probeweise eingespanntes, langes 12'6'' er ließ sich gut eingurten und noch überhängen.

Der Tragekomfort eines Gurtbandes hat sicherlich grundsätzlich Limits. Aber wer mal ein über 10 Kilo schweres Board über längere Strecken am Grfiff tragen musste, weiß den Nutzen eines Tragegurtes zu schätzen. Unsere Tragestrecke wäre ohne Gurt schon lang geworden. So aber ließ sich die Tragestrecke mit zwei, drei Seitenwechseln sehr erträglich gestalten. Das sogenannte Schulterpolster fällt allerdings extrem dünn aus und verschiebt sehr leichtgängig auf dem Gurtband. Hier muss man ein bisschen darauf achten, dass das gesamte Paket nicht vor oder zurück verrutscht. Ebenso könnte der seitliche Halt auf der Schulter besser sein.

Weitere Nutzererfahrungen: In den Decathlon-Bewertungen bemängeln einige Käufer, dass der Gurt aufs Board abfärbt und diese Farben nicht entfernbar seien. Das konnten wir in unserem Test am Hardoard allerdings nicht feststellen. Mehrfacher Kritikpunkt ist ebenfalls die dünne Polsterung des Tragegurtes.

Laura Duschek Der Gurt ließe sich auch noch über den Kopf auf die andere Schulter nehmen – da wäre aber eine dickere Polsterung wünschenswert. Ansonsten mindestens T-Shirt oder besser Pulli sind empfehlenswert.

Prima ist, dass eigentlich beide Hände frei bleiben. Ausprobieren sollte man, welche Seite des Boards besser zum Körper hin getragen wird, zumindest bei mehr "gebogenen" Boards gibt es nämlich einen spürbaren Unterschied.

Fazit: Für aktuell 7,99 Euro bekommt man eine ordentliche Tragehilfe für die Kurz- und Mittelstrecke. Bei der zusätzlichen Polsterung des eigentlichen Tragegurtes gibt es zwar Verbesserungspotenzial. Hier lässt sich aber mit etwas Geschick sicherlich auch eine Polsterung eigenhändig nachrüsten. Manchmal hat man die von der Reisetasche oder Boardbag sogar abknöpfbar parat. Vermutlich wird das im kommenden Update berücksichtigt werden. So ist es zumindest ein extrem günstiges Angebot.

Transportwagen und Anhänger

Vorteile Transportwagen

  • Für mehrere Boards
  • Leicht zu schieben
  • Auch für weiteres Gepäck geeignet

Nachteile Transportwagen

  • Sind weiteres "Gepäckstück" im Auto oder Flieger
  • Teils nicht ganz billig
  • Funktionieren kaum im tiefem Sand

Transportwagen 1: Custom-Bausatz von "hinterher.com", Ab 328 Euro

Wer tendenziell preissensibel reagiert, sollte vor dem Besuch der Webseite hinterher.com besser zweimal tief Luft holen, um dann nicht in Schnappatmung zu verfallen. Du besuchst hier immerhin eine echte Anhängermanufaktur mit entsprechend hochwertigen Produkten und dem passenden Preisniveau. Der Besuch der Seite lohnt sich aber auf jeden Fall für jeden Technik-Enthusiasten. Denn hier findest du maßgeschneiderte Lösungen für jede Transportaufgabe. Plattformen, Räder, Deichseln, Halterungen...hier gibt es alles – und das sehr durchdacht.

Für den SUP-Transport konnten wir das Modell "Hboat" ausprobieren. Es besteht im Wesentlichen aus der Plattform, zwei Luftreifen auf Kunststoffrädern und der steckbaren Boardhalterung.

Laura Duschek Mit ein bisschen Übung ist der "Trailer" in 3 Minuten beladen. Und dann machen auch ein, zwei Kilometer zu Fuß nicht mehr viel aus. 25 Kilo, wie hier, verkraftet der Trailer locker.

Das Transportmaß im Auto ist herrlich klein, die Räder sind einfach aufzustecken und laufen gut gelagert sehr leicht, die Luftreifen dämpfen auch bei unebenem Weg. Die beiden Halterungen passen sich dem Board an und ermöglichen zahlreiche Gurtführungen – hier muss man für seine spezielle Beladung den besten Weg finden. Auch ein Stapel von drei Boards ließ sich fest und sicher verzurren. Eine kleine Kiste für Zubehör oder eine passende Tasche würde auch noch unter die Boards auf die Platform passen.

Stephan Gölnitz Klein aber oho!

Als kleines Manko empfanden wir, dass – wenn man das Board nur an den Halterungen verzurrt – man den Wagen nicht mehr an den Boards anheben kann (zum Beispiel an Gehwegkanten), weil dann die Plattform abfällt. Um das zu vermeiden, muss man tatsächlich die Gurte einmal "unten rum" fädeln.

Stephan Gölnitz Die Halterungen sind nur gesteckt. Die Muttern als "Stopper" der eingeschobenen Halterungen hinterlassen nach längerer Nutzung ganz leichte Abdrücke in der Platform.

Ansonsten läuft der kleine Helfer tadellos, die Spurbreite ließ sich bei unserem Modell mit Klemmhalterungen der Achse noch etwas verbreitern (Auch für die Achsen sind zahlreiche Varianten erhältlich), die Rolleigenschaften sind sehr leicht und kraftsparend. Die Boardauflagen passen sich im Winkel an das Board an und ermöglichen so einen festen Sitz mit möglichst viel Auflagefläche.

Mit weiterem Zubehör ist der Wagen auch zum Bike-Trailer aufrüstbar, hier findet man für alle Ansprüche entprechende Zugdeichseln, etc.. Dazu würden sich eventuell dann etwas größere Laufräder empfehlen. Dazu sollte man sich dann individuell beraten lassen.

Stephan Gölnitz Perfekt und blitzschnell zerlegbar. Fürs Auto oder die Mitnahme an Board.

Fazit: Das ist die ultimative, individuell anpassbare High-End-Lösung. Der "Hboat" eignet sich schon in der Grundversion gut als reiner Board-Trolly, lässt sich aber ebenfalls ordentlich aufrüsten. Top Materialien! ein Baukastensystem, mit dem man sich vor dem schnellen Kauf etwas befassen sollte, weil die Varianten in den Details so vielfältig sind..

Transportwagen 2: Eckla Rolly Beach Trolly, Ab etwa 120 Euro >> hier erhältlich *

Stephan Gölnitz Hier in Sitzopsition, unter dem blauen Stoff sind die Holme für die Boaerdauflage mit Schaumstoff gepolstert.

Mit dem Eckla-Trolly bewegen wir uns in einem anderen Preissegment als bei Hinterher, dennoch bekommt man auch hier ein ordentliches Produkt, das sich seit JAhren am Markt bewährt. Gut dabei: Im Eckla-Shop gibt es alle Ersatzteile einzeln, falls doch mal etwas verschleißt. Der Wagen aus einer Aluminium-Rohrkonstruktion mit Stoffbespannung wiegt mit 5,1 Kilo etwa so viel wie das Hinterher-Modell und ist durchaus als "leicht" zu bezeichnen. Die Räder mit Luftbefüllung (Achtung: Auch ähnliche Modelle mit Vollkuststoffrädern im Handel) rollen auf den Kunststofflagern beim normalen Fußtransport gut und mit breiter Auflage auch mal kurz über festen Sand.

Am Strand angekommen lässt sich der Trolly auch als Sitzgelegenheit verwenden.

Stephan Gölnitz Zum Transport lassen sich die Räder noch abnehmen

An dem Wagen gefällt das geringe Gewicht, die breite, stabilisierende Spur und die ordentlichen Rolleigenschaften. In die Stoff"wanne" passt ordentlich Krimskrams für den Beach. Im Packmaß fällt der zusammengeklappte Wagen noch recht großflächig aus, die Räder sind aber jeweils schnell demontiert und auch wieder angebracht.

Stephan Gölnitz Der "Griff" wird für den Boardtransport abgenommen, ist aber praktisch, wenn man den Wagen nur für normales Strandzeugs verwendet.

Als Option gibt es eine Anhängevorrichtung zum Umbau für den Transport hinter dem Bike. Hierfür ist auf jeden Fall ein Upgrade auf Räder mit "richtigen" Stahl-Kugellagern empfehlenswert – ebenfalls bei Eckla erhältlich.

Fazit: Ein bewährter Wagen zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Rollt gut und hat auch gleich noch ein Fach fürs Zubehör.


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