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Produkt der Woche: Ausdauersportler mit Nehmerqualitäten – das Gigaset GX290 im Test.

  • Stephan Gölnitz
08.12.2019

"Wenn es mal etwas länger dauert"– das Gigaset GX290 verspricht ultra lange Ausdauer und soll dabei wasserdicht und robust sein. Wir haben das Handy auf seine Wassersport-Tauglichkeit getestet.

In der Praxis probiert und nicht verschont.

"Damit kannste ja Häringe einschlagen" – der erste Kommentar meines Kollegen aus der Bike-Redaktion spricht eigentlich Bände. Das Gigaset GX290 wirkt beim ersten Zupacken extrem robust.
Die Rückseite ist griffig gummiert, rundum sorgt ein verschraubter Metrallrahmen für Stabilität. Ein Gerät zum Zupacken, das selbst im kräftigsten Zangengriff nicht knarzt oder irgendwie filigran und schwächlich wirkt.
Mit soliden 290 Gramm auf der Waage passt das Handy aber deutlich besser in die Cargo-Pant als in eine Damenbluse. Das imposante Gewicht kommt neben dem robusten Gehäuse vom gigantischen Akku.

Drei Tage Dauerbetrieb

Mit 6000 mAh Kapazität – das haben sonst Powerbanks oder mobile Lautsprecherboxen – kamen wir auf drei Tage Dauerbetrieb – bei "normaler" Nutzung mit Internet, Telefon, Mail und WhatsApp. Auch ein durchgehendes 6-Stunden-Tracking mit der GPS-APP auf langer Paddeltour entlockte dem Gerät am Ende des Tages weniger als die halbe Akkuladung.
Wir betreiben zwar kein Techniklabor – aber nach unserem Praxis-Eindruck ist die Akkuausdauer tatsächlich mehr als überdurchschnittlich lang.

Tauchgang: Ab ins Meer und anschließend unter den Wasserhahn.

Der zweite Leatherman im Gepäck

Zugegeben: Zelthäringe würden wir damit nur einschlagen, wenn es ums Überleben ginge, aber wir trauten das dem Handy tatsächlich zu.
Dafür musste es im Test ohne zusätzliche Schutzhülle Windsurfsessions unter dem Neoprenanzug überstehen, war auf einer 4-Stunden-Fluss-Tour mit reichlich Spritzwasser nur in der äußeren Netztasche meiner Bag auf dem Board ständig Feuchtigkeit ausgesetzt und für die "Fotosession" (oben) haben wir es wiederholt ins Meer fallen lassen und anschließend unter dem Wasserhahn gewaschen.
Mit dem Rahmen haben wir einen Metallsplint aus der Hakenplatte meines Windsurtrapezes wieder eingepresst, als am Strand außer dünnem Dünengras nichts besseres zu finden war.
All das hat das Gerät tadellos überstanden. Besonders gut hat uns die griffige Gummierung gefallen, die ermunterte, das Handy auch beim Windsurfen, eingehakt im Trapez, für ein Foto mal kurz einhändig aus dem Neo zu holen, das Teil flutscht einem nicht so schnell aus den Fingern. Das Display wirkt robust, ist nach sechs Wochen SUP- und Windsurf-Test noch kratzerfrei. Herunter gefallen ist es auch diverse Male – zum Glück sind die Bodenfliesen ganz geblieben, um dieses Handy hat man nach kurzer Zeit kaum noch Sorge.

"Smarte" Funktionen

Auch ohne Laboruntersuchungen - entsprechende Leistungstests lassen sich aber sicher im Web schnell finden (zum Beispiel bei chip.de) – hat das Gerät mit ausreichend flüssiger Bedienung überzeugt – ein echter Handy-Freak ist da aber vielleicht etwas kritischer. Das Display lässt sich sehr hell einstellen und auch mit nassen Fingern gut bedienen. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite – sehr praktisch positioniert – funkioniert nur "trocken", dann aber gut.
Sämtliche Apps, vom Banking bis zu unterschiedlichen GPS-Tracking-Tools, liefen auf dem Standard-Android 9.0 problemlos.
Die Kamera machte bei gutem Licht ordentliche Schnappschüsse, zählt aber nicht zu dem, was man von Oberklasse-Handys kennt und ist für Foto-Enthusiasten damit weniger interessant.
Die Speichererweiterung mit externer Speicherkarte ist praktisch. Noch praktischer ist, dass man statt Speicherkarte, zum Beispiel im Ausland, eine zweite SIM-Karte verwenden kann. So kann man selbst im fernen Kapstadt mit einer günstigen Prepaid-Karten mobile Daten wirklich leistbar nutzen und bleibt trotzdem gleichzeitig auf der "eigenen" Telefon-Nummer erreichbar. Die Speicherkarte muss dafür allerdings rausgenommen werden. Und auf die sollte man in dieser Zeit – eigene schlechte Erfahrung – gut aufpassen.

Die griffige, rutschfeste Gummierung vermittelt ein sicheres Gefühl und auch die Anschlüsse sind mit soliden Gummiverschlüssen abgedichtet.

Fazit: Nachdem ich zwei "normale" Handys in den letzten zwei Jahren durch Wasserschaden "verloren" habe, hat sich das GX290 als extrem robust im Outdoor-Einsatz bewährt. Mit rund 280 Gramm zieht es aber sicher auch jede Businesshose ordentlich nach unten. Für ein langes Outdoor-Wochenende ohne Steckdose und mit viel Wasserkontakt, ist es aber vermutlich eine der besten Handy-Optionen.
Als Fotograf würde ich mir – wie eigentlich immer ;-) – eine bessere Kamera wünschen und als Wassersportler vielleicht noch eine Öse, an der eine Halteschlaufe befestigt werden kann.
Der UVP liegt bei 299 Euro inklusive 3A-Schnellader. www.gigaset.com

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