Nachhaltigkeit: Paddeln auf Kompost Nachhaltigkeit: Paddeln auf Kompost Nachhaltigkeit: Paddeln auf Kompost

Nachhaltigkeit: Paddeln auf Kompost

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Monaten

Nachhaltigkeit ist das Ziel des Projekt „zero emission“ des Kielers Michael Walther (40). Sein Holzboard-Prototyp ist zu 95 Prozent biologisch abbaubar.

Mit dem Paddeln kennt Michael sich aus, als Buch-Autor und als SUP-Abenteurer vor Grönland oder auf emissionsfreier SUP-Tour durch Deutschland. Für seine Aktionen, die meist den Umweltschutz im Fokus haben, hat er mit Fanatic und vor allem mit dem Holztechniker Jannek Grochol von „BoardLab“ in Kiel (31) Partner als Spezialisten für ein besonderes Vorhaben gefunden: Weg vom Paddeln auf Sondermüll, hin zu einem Board, das lange hält und anschließend möglichst spurlos wieder im Naturkreislauf verschwindet.

Im Idealfall „legt man das Board hinter eine Surfschule und es ist nach vier bis fünf Jahren komplett vergammelt“, sinniert Michael. „Ein Board in Holzoptik mit Glasfaserlaminat und Schaumkern kommt dafür nicht in Frage“, sagt Walther. „Es gibt zwar auch für den Schaumkern natürliche Alternativen aus Maisschaum, aber das wird sehr schwer.“

zeroemissions Feinste Holzspanten statt schädlichem Schaumkern – das Öko-SUP entsteht wie ein klassisches Holzboot.

Auf eine leicht gehaltene Spantenbauweise aus heimischen Hölzern fiel die Wahl. Holz des Kiribaums, das „Aluminium des Holzes“, wie Michael schwärmt, vereint Leichtigkeit mit hoher Festigkeit und guter Seewasserbeständigkeit. Zur Versiegelung kommt Leinöl und Bienenbalsam zum Einsatz. „Eine Behandlung, die man wie bei Lederschuhen ein- bis zweimal im Jahr auffrischen muss.“ Ganz ohne Harz ging es am Ende doch nicht, vor allem an Bug und Heck lässt sich das Holz nicht so wasserdicht verarbeiten wie nötig, hier kommt ein Großteil der etwa 5 Prozent nicht abbaubaren Materialien zum Einsatz. „In der nächsten Version verwenden wir Kasein, einen Kleber aus Kalk und Quark, der dann die 100 Prozent nachwachsende Rohstoffe komplettiert“.

zeroemissions 11,5 Kilo wiegt das "zero emissions" Holzboard.

Bei der Form machte Michael wenig Kompromisse. Der Profi-Segler (mehrfacher Deutscher Meister) steht auf schmale Rümpfe, das sportliche 14-Fuß Board misst 24 Inch in der Breite, wiegt 11,5 Kilo und soll sich paddeln wie ein sportliches Touringboard. So ein Board kostet 6950 Euro „in einer Kleinserie kämen wir dann auf etwa 5000 Euro“ schätzt Michael. Eine Menge Holz, aber vielleicht eine gute Investition in die Zukunft. Mehr Infos: zeroemissions.eu

zeroemissions

Themen: NachhaltigkeitUmwelt


Die gesamte Digital-Ausgabe 1/2021 können Sie in der SUP-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • SUP Clean up Aktion am 8. Juni 2019, dem Tag des Meeres

    16.05.2019Stand up Paddler schätzen die Bewegung in der Natur und sammeln vielerorts Müll ein, der auf und im Wasser schwimmt. Die Aktion „SUP Clean up von SUPscout und Starboard am 8.6.“ ...