SUP Fahrtechnik: Effektiv paddeln

15.06.2016 Steve Chismar - Effektiv paddeln ist für viele Ein- und Aufsteiger nicht so klar – eher ein Mysterium. Hier die acht Erfolgsgeheimnisse des Profi-Riders Mathieu Fouliard aus Tahiti.

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SUP Fahrtechnik: Effektiv paddeln
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Manche löffeln mit ihrem Paddel durchs Wasser, als sei es ein Gourmet-Joghurt: Gerade mal die Hälfte des Paddelblatts taucht ins Wasser ein. Das hat mit Genuss­paddeln nichts zu tun – das nennt man Wasserkratzen. Und es ist pure Energieverschwendung. Also: den Löffel ruhig voll schöpfen und genüsslich durchziehen. Mit tollen Drohnen-Aufnahmen zeigt uns Mathieu Fouliard aus Tahiti jedoch deutlich, dass das Eintauchen allein nicht zur perfekten Navigation und fürs optimale ­Vorwärtskommen reicht. Richtig paddeln will ­gelernt sein – das wissen auch unsere SUP-
Vorfahren, die Kanuten. Die Schlüssel­­fragen dabei: Wie weit muss das Paddelblatt nach vorne eingestochen werden? Wie weit soll das Blatt nach hinten gezogen werden, bevor es an ­Effektivität verliert? Und welche Rolle spielen die Körper- und Fuß­haltung auf verschiedenen Kursen? Antworten auf diese Fragen geben wir euch hier. Haut rein!

SUP Fahrtechnik: Effektiv paddeln
1. DIE PERFEKTE ZUGTECHNIK
SUP Fahrtechnik: Effektiv paddeln

Blatt-Technik:  Zum effektiven Paddeln gehört die efektive Technik mit dem Paddelblatt: Hier die ersten drei Geheimnisse auf dem Weg zum Paddel-Erfolg. Die meisten Fahrer gehen zum Stand-up-Paddeln, in der Annahme, Rudern oder Paddeln sei einfach. Stimmt – und doch steckt hinter einem effek­tiven Paddelzug viel Technik. Wir kon­zentrieren uns hier nur auf den perfekten Zug des Paddels durch das Wasser. Das erste Geheimnis: Steck das Blatt so weit vorne wie möglich ins Wasser (diese Phase nennt man "Reach"). Im ersten Drittel des Bretts steckt die Energie. Das zweite Geheimnis: Taucht das Blatt nicht voll ins Wasser, hat das Paddel nicht die ­volle Kapazität. Also: Das Blatt zu 100 Prozent eintauchen (diese Phase nennt man "Catch") und dann erst den Paddelzug nach hinten einleiten (diese Phase nennt man die "Power-Phase"). Das dritte Geheimnis: Zieh das Blatt nicht zu weit nach hinten. Die Power-Zone reicht etwa bis auf Höhe des Paddlers. 

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Alles, was hinter der Power-Zone mit dem Blatt passiert, ist Energieverschwendung – das zeigt die Aufnahme hier: Hinter dem Köper verläuft der Zug nicht mehr per­­fekt nach hinten, sondern nach oben. In der ineffektiven Zone geht der Zug von "nach hinten" über in die Blattposition "nach oben". Deshalb ab dem Körper das Paddel schnell nach vorne bringen ("Recovery").

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2. DIE PERFEKTE HALTUNG
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Entspanntes Cruisen: Wer entspannt am Holm zieht, nutzt zwar die perfekte Paddelzug-Techik (Geheimnisse 1 bis 3), muss aber den Körper weniger einsetzen, um effektiv zu paddeln (Geheimnisse 4 und 5).

 

Geheimnis 4: Die Formel ist einfach: Wer richtig paddelt, kommt gut voran – auch beim ­entspannten Cruisen. Das Geheimnis: Der Paddelschaft muss beim Catch immer möglichst senkrecht ins Wasser getaucht werden. Dabei ist die Knaufhand (obere Druckhand) direkt über der Schafthand (im Bild gut zu sehen). Bei falscher und zu legerer Technik wäre die Knaufhand über der anderen Bretthälfte und der Schaft im falschen Winkel. Wer den Schaft nicht senkrecht eintaucht, kann das Blatt nicht gerade und effektiv nach hinten  ziehen. 

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Geheimnis 5: Der Oberkörper, die Arme und das obere Drittel des Paddelschafts bilden beim effektivem Catch (Eintauchphase) ein Dreieck – das Kräftedreieck. Das ist Geheimnis Nummer 5! In dieser Haltung paddelt der Fahrer am effektivsten. Der untere Zugarm wird in der Power-Phase nur leicht angewinkelt, der obere Druckarm bei der Rückholphase (Recovery) leicht gebeugt. Bei optimaler Technik ist das Kräfte­dreieck zu jeder Zeit zu sehen. Nur bei schlampiger Schräghaltung des Schaftes verschwindet das Dreick – und damit die Zugkraft.

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2 a. SPORTLICHES PADDELN
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Sportliches Paddeln: Drei Perspektiven zeigen, wie wichtig der Oberkörpereinsatz ist, um sportlicher zu paddeln. Das führt uns zu den Geheimnissen 6, 7 und 8.  Frontperspektive: Um möglichst viel Kraft aufs Paddel­blatt zu übertragen, reicht die Zugkraft der Arme allein nicht aus. Der Körper unterstützt diesen Vorgang in der Power(Zug)-Phase durch ein Nach- vorne-Klappen (Geheimnis 6). Der Oberkörper richtet sich in der Rückholphase kurz auf. Geheimnis 6 funk­tioniert nur, wenn Geheimnis 5 ­(oberer Arm bleibt im Kräftedreieck gestreckt) angewendet wird.

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Vogelperspektive:  Wer den Körper weit nach vorne bringt, kann auch die Eintauchphase weit vorn ­beginnen ­(Geheimnis 1, im Bild oben gut zu sehen). Die Wieder­holungen der Paddelzüge in der Power-Zone (Paddel­frequenz) bilden Geheimnis 7: Je schneller die Paddelfrequenz, desto mehr Vortrieb hat man. Jetzt bestimmen Training oder Blattgröße über die Dauer einer schnellen Frequenz.

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Seitenperspektive:  Wie in Geheimnis 6 erwähnt, bewirkt der Körper einsatz ein effektiveres Vorankommen. Je weiter der Körper nach vorne klappt, desto mehr Druck kann auf das Blatt ausgeübt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Oberarm den Paddelknauf mit Körpereinsatz nach vorne drückt und der Unterarm den Schaft kräftig zieht (Geheimnis 8). Der Unterarmgriff ist möglichst breit (etwa schulterbreit).

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2 b. GEGEN DEN WIND
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Wer gegen den Wind ankommen möchte, muss sich klein machen. Choke Grip Der Luftwiderstand wird durch eine möglichst tiefe Körperhaltung – bis hin zum Paddeln im Knien erreicht. Die Knaufhand greift dabei weiter unten am Schaft.

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2 c. DOWNWIND
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Downwind Paddeln mit Wind und Wellen erfordert eine angepasste Fußstellung, damit auch lange Boards richtig surfen können. Surfstance Beim Downwinden bläst der Wind, sodass Wellen entstehen. Um nicht mit dem Bug einzuspitzeln,  steht man mit einem Fuß versetzt weit hinten. Je mehr Wind, desto weiter hinten steht man.  

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3. DIE PERFEKTE STEUERUNG
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Fußsteuerung: Kontern ist out – das ist was für Anfänger. Wer was auf sich hält und schneller drehen möchte, kickt in den Turn.

 

Kick-Turn: Der Dreh wie auf einem ­Teller ist eine Technik für alle Disziplinen: Bei dem Turn muss das Gewicht weit nach hinten verlagert werden (Bild 1). Dabei ist ein Fuß hinten, der ­andere vorne, um ein unkontrol­liertes Steigen des Bugs zu verhindern. Wer jetzt mit Druck auf dem hinteren Fuß kräftig auf ­einer Seite paddelt, erreicht damit den Turn (Bilder 2 bis 6). Wichtig nach dem Dreh: Gewicht wieder nach vorne bringen, sonst säuft das Heck ab – bis zum Sturz. Also: Oberkörper immer weit nach vorne neigen, um mit beiden Füßen wieder in die Brettmitte zu gelangen (Bild 7).

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Paddelsteuerung:  Vor allem bei langen Touringbrettern und Race-Boards ist der Cross-Bow-Turn die ultimative Lösung.

 

Cross-Bow-Turn: Der Name verrät alles: Der Paddelschlag muss über den Bug ("Cross Bow") gezogen werden. Man beginnt den Dreh eigentlich mit dem Paddelzug auf der falschen Seite: Bei diesem Bogenschlag sticht man erst auf der ent­gegengesetzten Paddelseite ein ­(Bilder 1 bis 3), um so den Bug durch einen Zug zum Brett ­(Bilder 4 bis 7) zu drehen. Man erweitert den Bogenschlag auf der anderen Seite, indem man das Paddelblatt über die Brettspitze schwingt (Bild 8) und dann erneut einsticht und den Paddelzug (halbkreisförmig) zu Ende führt ­(Bilder 9 bis 11). 

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