Teil 6: SUP-Fahrtechnik Wave: Welle erwischenFoto: Dave White

WelleTeil 6: SUP-Fahrtechnik Wave: Welle erwischen

Mit zwei verschiedenen Fußtechniken kann man wie bei einem Sprint eine anrollende Welle anpaddeln (take off).

  SUP-Fahrtechnik Wave: Welle erwischenFoto: Dave White
SUP-Fahrtechnik Wave: Welle erwischen

ORIENTIERUNG

Wer es sicher über die Brandung geschafft hat, kann sich jetzt für die nächsten Wellen taktisch in Lauerstellung begeben. Dazu ist es hilfreich, sich etwas hinter der Impact (brechende) Zone zu platzieren und den Horizont nach Set-Wellen abzusuchen. Wer sich zu sehr in Ufernähe befindet, wird oft von einem heranrollenden Set überrascht und Richtung Küste ge­waschen. Deshalb lieber hinter der Brecherzone warten. Falls keine Wellen in Sicht sind, bietet es sich an, eine kurze Pause im Sitzen einzulegen. Es ist hilfreich, Markierungen an Land zu fixieren, etwa ein Haus oder eine Palme, um sich besser im Wasser zu orientieren. Nach und nach reiht man sich in die Kette der wartenden Surfer ein, bis man selbst am Zuge ist, eine Welle anzupaddeln.

Um an überfüllten Tagen die beste Position für die nächste Welle zu finden, ist die Taktik vergleichbar mit einem Schach­spiel. Man muss in Gedanken schon zwei Züge voraus sein, um zu wissen, wo man sich am besten platziert.

TIMING

Ein gutes Timing ist die wichtigste Voraussetzung für den perfekten Wellenritt. Das bekommt man vor allem durch Erfahrung und Zeit im Wasser. In dem Moment, wo sich eine Welle aufbaut, kann man oft an deren Form vorher­sagen, ob sie close-out (auf ganzer Linie) bricht oder schräg läuft. Zudem kommen bei Set-Wellen meist drei bis vier größere Wellen hintereinander. Dabei ist die erste Welle relativ unruhig (choppy) und etwas kleiner. Zudem wird man bei einem Sturz von den darauffolgenden Wellen ordentlich durchgewaschen. Deshalb ist es ratsam, die zweite oder dritte Welle des Sets zu nehmen.

Grundsätzlich sollte man diese Wellen eher zu früh als zu spät anpaddeln. So bekommt man nach und nach ein Gefühl für den Schub der Wassermassen. Um den Peak (steilsten Punkt der Welle, bevor sie bricht) zu finden, muss man aktiv danach suchen und im Line-up flexibel auf jede Welle reagieren.

ANPADDELN

Mit kurzen kräftigen Paddelschlägen muss man Geschwin­digkeit in Richtung Küste aufbauen. Die Füße stehen parallel und zeigen nach vorne. Wenn der Wellenschub das Board zusätzlich beschleunigt, wechselt man die Fußstellung und steht entweder mit dem rechten Fuß vorne (goofy) oder mit dem linken Fuß vorne (regular). Das macht man dann individuell automatisch richtig. Wichtig ist nur, dass man relativ viel Gewicht auf die Brettspitze gibt, wozu man sich möglichst weit vorne positioniert. Vor allem bei langen Boards ist dies sehr hilfreich, um möglichst früh auf die Welle zu kommen.

In dem Moment, wo man Richtung Wellental fährt, wird es Zeit das Gewicht Richtung Heck zu verlagern, um den Turn einzuleiten und schräg zur Welle zu surfen und nicht mit der Brettspitze ins Wasser einzutauchen.

Hier zeigen wir die zwei Alternativen Parallel-Stance und Surf-Stance:

Erst, wenn das Brett gleitet, durch Fußsteuerung das Board schräg zur Welle drehen.Foto: Dave White
Erst, wenn das Brett gleitet, durch Fußsteuerung das Board schräg zur Welle drehen.
PARALLEL-STANCE   Einsteiger fühlen sich parallel stehend auf dem Brett sicherer. Daher kann man den Parallel-Stance wählen. Kommt eine Welle angerollt, sofort mit viel Kraft Richtung Strand paddeln (Bild 1). Foto: Dave White
PARALLEL-STANCE Einsteiger fühlen sich parallel stehend auf dem Brett sicherer. Daher kann man den Parallel-Stance wählen. Kommt eine Welle angerollt, sofort mit viel Kraft Richtung Strand paddeln (Bild 1). 
Ist der Wellenschub nicht so stark, einen Schritt nach vorne ­gehen und weiter paddeln (Bild 2). Foto: Dave White
Ist der Wellenschub nicht so stark, einen Schritt nach vorne ­gehen und weiter paddeln (Bild 2). 
Sobald man merkt, dass man vom Schub der Welle gleitet (Take-off), schnell in den Surf-Stance springen. Das erfordert etwas Übung. Foto: Dave White
Sobald man merkt, dass man vom Schub der Welle gleitet (Take-off), schnell in den Surf-Stance springen. Das erfordert etwas Übung. 
Wichtig: Um nicht einzuspitzeln, das Gewicht nach hinten verlagern und durch Kantendruck schräg zur Welle steuern.Foto: Dave White
Wichtig: Um nicht einzuspitzeln, das Gewicht nach hinten verlagern und durch Kantendruck schräg zur Welle steuern.
SURF-STANCE   Die etwas elegantere Form des Anpaddelns im Surf-Stance (ein Fuß vor dem anderen) fordert eine bessere Balance. Der Vorteil: Man muss nicht mehr in diese Position springen, um die Welle abzureiten. Wie bei der parallelen Fußtechnik die Welle energisch anpaddeln (Bild 1). Foto: Dave White
SURF-STANCE Die etwas elegantere Form des Anpaddelns im Surf-Stance (ein Fuß vor dem anderen) fordert eine bessere Balance. Der Vorteil: Man muss nicht mehr in diese Position springen, um die Welle abzureiten. Wie bei der parallelen Fußtechnik die Welle energisch anpaddeln (Bild 1). 
Je nach Wellen­steilheit das Gewicht nach vorne (Brett beschleunigt) oder nach hinten (Brett bremst etwas ab – Bild 2) verlagern. Foto: Dave White
Je nach Wellen­steilheit das Gewicht nach vorne (Brett beschleunigt) oder nach hinten (Brett bremst etwas ab – Bild 2) verlagern. 
Hat man das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein, für den Take-off weiter paddeln (Bild 3). Foto: Dave White
Hat man das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein, für den Take-off weiter paddeln (Bild 3). 
Erst, wenn das Brett gleitet, durch Fußsteuerung das Board schräg zur Welle drehen.Foto: Dave White
Erst, wenn das Brett gleitet, durch Fußsteuerung das Board schräg zur Welle drehen.
PARALLEL-STANCE   Einsteiger fühlen sich parallel stehend auf dem Brett sicherer. Daher kann man den Parallel-Stance wählen. Kommt eine Welle angerollt, sofort mit viel Kraft Richtung Strand paddeln (Bild 1). Foto: Dave White
PARALLEL-STANCE Einsteiger fühlen sich parallel stehend auf dem Brett sicherer. Daher kann man den Parallel-Stance wählen. Kommt eine Welle angerollt, sofort mit viel Kraft Richtung Strand paddeln (Bild 1). 
PARALLEL-STANCE   Einsteiger fühlen sich parallel stehend auf dem Brett sicherer. Daher kann man den Parallel-Stance wählen. Kommt eine Welle angerollt, sofort mit viel Kraft Richtung Strand paddeln (Bild 1). 
Ist der Wellenschub nicht so stark, einen Schritt nach vorne ­gehen und weiter paddeln (Bild 2). 
Sobald man merkt, dass man vom Schub der Welle gleitet (Take-off), schnell in den Surf-Stance springen. Das erfordert etwas Übung. 
Wichtig: Um nicht einzuspitzeln, das Gewicht nach hinten verlagern und durch Kantendruck schräg zur Welle steuern.
SURF-STANCE   Die etwas elegantere Form des Anpaddelns im Surf-Stance (ein Fuß vor dem anderen) fordert eine bessere Balance. Der Vorteil: Man muss nicht mehr in diese Position springen, um die Welle abzureiten. Wie bei der parallelen Fußtechnik die Welle energisch anpaddeln (Bild 1). 
Je nach Wellen­steilheit das Gewicht nach vorne (Brett beschleunigt) oder nach hinten (Brett bremst etwas ab – Bild 2) verlagern. 
Hat man das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein, für den Take-off weiter paddeln (Bild 3). 
Erst, wenn das Brett gleitet, durch Fußsteuerung das Board schräg zur Welle drehen.

STÜRZE

Nicht immer läuft alles nach Plan und vor allem als Anfänger verbringt man einen Großteil der Session unter statt über Wasser. Keine Angst, das gehört einfach dazu. Meist dauert der Waschgang nur ein paar Sekunden. Um Luft zu sparen, sollte man versuchen, zu entspannen. Es hilft auch, innerlich bis zehn zu zählen. Das Paddel muss man unter allen Umständen festhalten. Bei größeren Klopfern sollte man die Orientierung behalten, um nicht kopfüber auf das Riff zu stürzen. Die Welle verliert nach ein paar Sekunden ihre Strudelwirkung, sodass man dann mit ein paar Schwimm­zügen schnell zur Wasser­oberfläche gelangt.

Diese beiden Fehler beim Anpaddeln sollet Ihr vermeiden:

Bild 8Foto: Dave White
FEHLER 1 BEIM ANPADDELN   Wer zu weit hinter der brechenden Zone (Impact Zone) an­paddelt, kann den Schub der Welle nicht ausnutzen. Da nützt oft der Schritt zur Brettspitze nichts mehr (Fotos links). Beim nächsten ­An­paddeln ist man dann schlauer und ­lauert einige Meter weiter vorne.Foto: Dave White
FEHLER 1 BEIM ANPADDELN Wer zu weit hinter der brechenden Zone (Impact Zone) an­paddelt, kann den Schub der Welle nicht ausnutzen. Da nützt oft der Schritt zur Brettspitze nichts mehr (Fotos links). Beim nächsten ­An­paddeln ist man dann schlauer und ­lauert einige Meter weiter vorne.
Bild 2Foto: Dave White
Bild 3Foto: Dave White
Bild 4Foto: Dave White
FEHLER 2 BEIM ANPADDELN   Schlimmer ist das ­unachtsame Warten auf eine Welle zu weit innen in der brechenden Zone. Selbst wenn die Brettspitze zum Strand zeigt, überrollt dich dann die Welle förmlich (Fotos rechts). Bei großen Wellen kann das auch gefährlich werden.Foto: Dave White
FEHLER 2 BEIM ANPADDELN Schlimmer ist das ­unachtsame Warten auf eine Welle zu weit innen in der brechenden Zone. Selbst wenn die Brettspitze zum Strand zeigt, überrollt dich dann die Welle förmlich (Fotos rechts). Bei großen Wellen kann das auch gefährlich werden.
Bild 6Foto: Dave White
Bild 7Foto: Dave White
Bild 8Foto: Dave White
FEHLER 1 BEIM ANPADDELN   Wer zu weit hinter der brechenden Zone (Impact Zone) an­paddelt, kann den Schub der Welle nicht ausnutzen. Da nützt oft der Schritt zur Brettspitze nichts mehr (Fotos links). Beim nächsten ­An­paddeln ist man dann schlauer und ­lauert einige Meter weiter vorne.Foto: Dave White
FEHLER 1 BEIM ANPADDELN Wer zu weit hinter der brechenden Zone (Impact Zone) an­paddelt, kann den Schub der Welle nicht ausnutzen. Da nützt oft der Schritt zur Brettspitze nichts mehr (Fotos links). Beim nächsten ­An­paddeln ist man dann schlauer und ­lauert einige Meter weiter vorne.
FEHLER 1 BEIM ANPADDELN   Wer zu weit hinter der brechenden Zone (Impact Zone) an­paddelt, kann den Schub der Welle nicht ausnutzen. Da nützt oft der Schritt zur Brettspitze nichts mehr (Fotos links). Beim nächsten ­An­paddeln ist man dann schlauer und ­lauert einige Meter weiter vorne.
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FEHLER 2 BEIM ANPADDELN   Schlimmer ist das ­unachtsame Warten auf eine Welle zu weit innen in der brechenden Zone. Selbst wenn die Brettspitze zum Strand zeigt, überrollt dich dann die Welle förmlich (Fotos rechts). Bei großen Wellen kann das auch gefährlich werden.
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