Safety First: SUP Safety Tools im ÜberblickFoto: Laura Duschek

ZubehörSafety First: SUP Safety Tools im Überblick

Trockenanzug, Leash und Auftriebshilfe – alles nütziche Tools, wenn es mal auf dem Wasser kritisch werden sollte.

  WHITE WATER: Recht weit geschnittener Anzug mit viel Bewegungsfreiheit. Latexmanschetten an den Beinen, Neopren an den Armen. Mäßig dichter Halsabschluss, robuste Kniepads, wasserdichte Tasche innen. info@intenics.de; 599 EuroFoto: Laura Duschek
WHITE WATER: Recht weit geschnittener Anzug mit viel Bewegungsfreiheit. Latexmanschetten an den Beinen, Neopren an den Armen. Mäßig dichter Halsabschluss, robuste Kniepads, wasserdichte Tasche innen. info@intenics.de; 599 Euro

Wie einen Rettungsfallschirm, den du hoffentlich nie benötigst, trägst du den Trockenanzug nur für den "Worst Case". Bei einstelligen Temperaturen ist er alternativlos.

Extrem-Paddlerin Carol Scheunemann, die Frau mit den vermutlich meisten Trainings­kilometern in Deutschland, weiß, was man am besten trägt. "Im Winter ist der Trockenanzug ideal, darunter Ski­wäsche. Bei Was­sertemperaturen von 10° C überlebt man zirka eine Stunde, bei 0° eine Viertelstunde, aber die Kälte lähmt schnell die Glieder." Weil diese genialen Anzüge zwar alle atmungsaktiv und dicht sind, aber wegen der geringen Dicke kaum im Wasser wärmen, empfehlen sich dickere Fleece darunter. Bei Dador findest du passende Einteiler mit etwas kürzeren Ärmeln und Beinen. Zum SUPSKIN trägt Carol "dicke Neoprenstiefel von 5 bis 6 Millimeter, am besten etwas größer und mit Wollsocken oder wasserdichten Socken. Eine Alu-Einlegewärmesohle schützt gegen die Kälte von unten. Dazu eine Fleecemütze, die den Kopf warm hält, aber Feuchtigkeit raus- lässt. Fäustlinge halten besser warm, manchmal trage ich dazu noch Unterziehhandschuhe aus Wolle." Auch eine (Kanu-)Schwimmweste kann Wärme spenden, "Die hält warm und du hast auch gleich Taschen für Handy und Autoschlüssel", ist Carols Tipp. Carols komplette Ganzjahresberatung haben wir auf sup-mag.de bereitgestellt.

Diesen Winter konnten wir vier Anzüge ausgiebig probieren. Atmungsaktive, wasserdichte Modelle, die allesamt viel besser funktionieren als alles an Neopren, das der Markt bietet. Die Unterschiede liegen überwiegend in kleinen Details.

  Ski-Unterwäsche als zusätzliche sinnvolle Schicht unterm TrockenanzugFoto: Stephan Gölnitz
Ski-Unterwäsche als zusätzliche sinnvolle Schicht unterm Trockenanzug
  DADOR: Der Anzug greift sich nicht so glatt, sondern besonders weich, aber mit etwas rauerer Oberfläche. Arm- und Beinabschlüsse aus innen glattem Neopren, am Hals ebenfalls mit komplett geschlossener Manschette. Einstieg durch Diagonal RV problemlos. www.dador.com; 799 EuroFoto: Stephan Gölnitz
DADOR: Der Anzug greift sich nicht so glatt, sondern besonders weich, aber mit etwas rauerer Oberfläche. Arm- und Beinabschlüsse aus innen glattem Neopren, am Hals ebenfalls mit komplett geschlossener Manschette. Einstieg durch Diagonal RV problemlos. www.dador.com; 799 Euro
  STARBOARD (im Foto links) entwickelte anfangs gemeinsam mit SUPSKIN, bietet jetzt eigen- ständige Anzüge an (hier noch Design 2016).  Mit Latex an Armen und Beinen, für 2017 auch mit wasserdichter Tasche, was für Schlüssel und Handy extrem sinnvoll erscheint. www.star-board-sup.com; 699 Euro   |   SUPSKIN (rechts) ist Synonym für diese Art Anzüge. Das Original und Vorbild aller Anzüge, auch als Maßan-fertigung in Wunschfarben erhältlich. Dieses Modell mit Latex an Armen und Beinen. Wasserdichte Tasche, von außen erreichbar. www.supskin.com; ab 699 EuroFoto: Stephan Gölnitz
STARBOARD (im Foto links) entwickelte anfangs gemeinsam mit SUPSKIN, bietet jetzt eigen- ständige Anzüge an (hier noch Design 2016).  Mit Latex an Armen und Beinen, für 2017 auch mit wasserdichter Tasche, was für Schlüssel und Handy extrem sinnvoll erscheint. www.star-board-sup.com; 699 Euro   |   SUPSKIN (rechts) ist Synonym für diese Art Anzüge. Das Original und Vorbild aller Anzüge, auch als Maßan-fertigung in Wunschfarben erhältlich. Dieses Modell mit Latex an Armen und Beinen. Wasserdichte Tasche, von außen erreichbar. www.supskin.com; ab 699 Euro
  Neopren: Neoprenmanschetten liegen bequem flächig an. Mit Glatthaut innen ordentliche Abdichtung. Bieten Wärmeisolierung auch an den Handgelenken.Foto: Stephan Gölnitz
Neopren: Neoprenmanschetten liegen bequem flächig an. Mit Glatthaut innen ordentliche Abdichtung. Bieten Wärmeisolierung auch an den Handgelenken.
  Latex:  Beste Abdichtung im Wasser, können Kältebrücken bei sehr kalter Luft sein. Sollten nicht zu eng sitzen.Foto: Stephan Gölnitz
Latex:  Beste Abdichtung im Wasser, können Kältebrücken bei sehr kalter Luft sein. Sollten nicht zu eng sitzen.
  Neopren mit Klett: Bereits gute Abdichtung, bei längeren Schwimmeinlagen allerdings längst nicht so dicht wie Kopfmanschetten aus Neopren oder Latex.Foto: Stephan Gölnitz
Neopren mit Klett: Bereits gute Abdichtung, bei längeren Schwimmeinlagen allerdings längst nicht so dicht wie Kopfmanschetten aus Neopren oder Latex.
  Neopren ohne Klett: Der einfachste Abschluss bei White Water, allerdings mit Glatthaut innen und Weitenregulierung hinten. Für kürzere Wasserungen völlig okay, weniger für Dauerschwimmer.Foto: Stephan Gölnitz
Neopren ohne Klett: Der einfachste Abschluss bei White Water, allerdings mit Glatthaut innen und Weitenregulierung hinten. Für kürzere Wasserungen völlig okay, weniger für Dauerschwimmer.
  Kopfmanschette: Weiche Neoprenmanschette auch beim dünnen SUP-Anzug von Dador. Innen glatt, dadurch gut abdichtend.Foto: Stephan Gölnitz
Kopfmanschette: Weiche Neoprenmanschette auch beim dünnen SUP-Anzug von Dador. Innen glatt, dadurch gut abdichtend.

Leashes können Leben retten. Vor allem bei kaltem Wasser. Bei Wind und Welle ist das Board nach einem Sturz ohne die Verbindungsleine unter Umständen nicht mehr zu erreichen. Besteht die Gefahr, mit der Leash irgendwo hängen zu bleiben (Fluss etc.), sind Auslösesysteme dringend erforderlich, die in sicherer Reichweite der Hand ausgelöst werden können. So wie der Hüftgurt (NRS, oben) mit Tasche, an dem die Leash befestigt wird oder "Leash Belt" von PB-Proof. Ein Zug an der roten Kugel löst alles. Das Fußgelenk ist bei starker Strömung selbst für fitteste Menschen häufig nicht (!) erreichbar. Neben der richtigen Kleidung ist eine ordentliche Leash daher bei uns TOP-1 auf der Sicherheitsliste.

  Leashes sind LebensretterFoto: Stephan Gölnitz
Leashes sind Lebensretter

AUFTRIEBSHILFEN

Nicht wenige Wassersportler fühlen sich mit einer zusätzlichen Auftriebshilfe sicherer. Auf Aufblasboards mit einer Kammer vielleicht nicht so abwegig. Vier Optionen stellen sich vor.

Beim SUP treffen sie aufeinenander: Die "Risiko-Junkies" und die "Sicherheitsfanatiker", wie sie sich vielleicht gegenseitig sehen. Da sind die Surfer, die Rettungswesten nur aus dem Flugzeug kennen und Kanufahrer, die wie selbstverständlich immer in voller Montur mit Rettungsweste und Wurfsack losziehen – auch auf dem Starnberger See.

  Auftriebshilfen geben SicherheitFoto: Stephan Gölnitz
Auftriebshilfen geben Sicherheit

Das pfiffige i-Bag von Siren fungiert am Brett befestigt als zweite Kammer des Boards und als Transporttasche, die allerdings durch die Schlauchöffnung nicht sonderlich komfortabel zu beladen ist. Der Nachteil: Wenn das Board futsch ist, dann auch die Auftriebshilfe. Auch hier ist die Leash daher wieder Rettungsmittel Nummer eins. Sollte das Board doch mal die Luft lassen, hast du damit zumindest einen tragfähigen Plan B(ag). Die übrigen drei Hilfen werden am Hüftgurt getragen und zünden nach Zug über eine kleine CO²-Patrone blitzschnell, können per Ventil mit dem Mund nachgepustet werden. In der Secumar-Weste steckst du fest wie im Griff der Würgeschlange, der Hüftgurt ist gleichzeitig auch Gurt der aufgeblasenen Weste. Zumindest mit einem Hilfsgurt wird auch das NRS Zephyr-Kissen um den Hals befestigt. Besser zum Schwimmen, ohne vorher Luft abzulassen: Die Restube. Der Schwimmkörper dient zum Festklammern und Ausruhen oder wird nachgezogen.

Wir wünschen in jedem Fall, dass ihr das CO²-Zischen nie hören werdet!

  Schwimmwesten-Missionar oder könnte hier noch Überzeugungsarbeit geleistet werden? Man weiß es bei diesem Probanden nicht. Die SUP-Typen sind sich jedenfalls nicht immer einig.Foto: Stephan Gölnitz
Schwimmwesten-Missionar oder könnte hier noch Überzeugungsarbeit geleistet werden? Man weiß es bei diesem Probanden nicht. Die SUP-Typen sind sich jedenfalls nicht immer einig.

DIE VIER SYSTEME IM ÜBERLICK

  Kleines Packmaß, großer Auftrieb. Die drei Geräte mit Gaspatrone sind beim Paddeln kaum zu spüren.Foto: Stephan Gölnitz
Kleines Packmaß, großer Auftrieb. Die drei Geräte mit Gaspatrone sind beim Paddeln kaum zu spüren.
  NRS Zephyr | www.nrs.com | 109,95 Euro.  Großes Kissen bei kleinem Packmaß, Der Auftriebskörper kann für entspanntes Treiben auch um den Hals fixiert werden oder zum Schwimmen auf den Rücken gedreht werden. Kein Schutz bei Bewusstlosigkeit oder extremer Schwäche.Foto: Stephan Gölnitz
NRS Zephyr | www.nrs.com | 109,95 Euro.  Großes Kissen bei kleinem Packmaß, Der Auftriebskörper kann für entspanntes Treiben auch um den Hals fixiert werden oder zum Schwimmen auf den Rücken gedreht werden. Kein Schutz bei Bewusstlosigkeit oder extremer Schwäche.
  Restube Classic | www.restube.eu | 74,95 Euro. Sehr kleine Tasche. Im Notfall durch Zug sofort aufgeblasen. Auftriebshilfe zum daran Festhalten oder sie folgt beim Schwimmen an einer Leine.  damit zu schwimmen. Kein Schutz bei Bewusstlosigkeit oder extremer Schwäche.Foto: Stephan Gölnitz
Restube Classic | www.restube.eu | 74,95 Euro. Sehr kleine Tasche. Im Notfall durch Zug sofort aufgeblasen. Auftriebshilfe zum daran Festhalten oder sie folgt beim Schwimmen an einer Leine.  damit zu schwimmen. Kein Schutz bei Bewusstlosigkeit oder extremer Schwäche.
  Siren i-Bag | www.i-sup.de | 79 Euro. Tasche mit luftdichtem Wickelverschluss, die im Notfall mit Ventil von Mund komplett gefüllt werden kann. Prinzip: Die Tasche hindert das Board am Sinken oder bietet die Möglichkeit sich festzuhalten. Kein Schutz bei Bewusstlosigeit oder extremer Schwäche.Foto: Stephan Gölnitz
Siren i-Bag | www.i-sup.de | 79 Euro. Tasche mit luftdichtem Wickelverschluss, die im Notfall mit Ventil von Mund komplett gefüllt werden kann. Prinzip: Die Tasche hindert das Board am Sinken oder bietet die Möglichkeit sich festzuhalten. Kein Schutz bei Bewusstlosigeit oder extremer Schwäche.
  Secumar Free 100 | www.secumar.com | 109.90 Euro. Laut Klassifizierung eine "nicht ohnmachtssichere Schwimmhilfe". Kleines Packmaß. Zum Schwimmen weniger geeignet, dafür im Testvergleich bester Halt bei starker Entkräftung durch festen Sitz am Hals und Hüftgurt.Foto: Stephan Gölnitz
Secumar Free 100 | www.secumar.com | 109.90 Euro. Laut Klassifizierung eine "nicht ohnmachtssichere Schwimmhilfe". Kleines Packmaß. Zum Schwimmen weniger geeignet, dafür im Testvergleich bester Halt bei starker Entkräftung durch festen Sitz am Hals und Hüftgurt.
  Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SUP 1/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.Foto: Stephan Gölnitz
Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SUP 1/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.