Test: TomTom Adventurer: Schicke, universelle GPS-Uhr für Speed, Distanz, Puls und mehr.

06.07.2017 Gölnitz,Stephan - TomTom ist lange bekannt als GPS-Navi-Marke, im Uhrensegment dagegen erst seit dem Erfolg der Fitnessbänder und Smartwatches richtig wahrzunehmen.

Die TomTom Adventurer hat vom Design zwischen den filigraneren Smart Watches und den wuchtigen Sportuhren gut gefallen. Das in diesem Fall knallig orange-farbene Armband lässt sich durch pfiffige Klick-Mechanik vom Uhrengehäuse trennen und gegen andersfarbige Bänder tauschen. Die Uhr wird über ein separates Ladekabel über USB geladen und gegebenenfalls mit dem Computer verbunden. Das hat auf Mac OS gut geklappt.

© Stephan Gölnitz

In erster Linie begeistert die Uhr durch das reduzierte Menü, durch das man mit der 4-Wege-Wippe intuitiv navigieren kann. Einmal den Daumen aufgelegt, findest du dich in alle Richtungen sofort zurecht und musst auch bei Action-Sportarten wie Windsurfen nicht nach kleinen Knöpfen suchen. Ebenso easy und schnell lassen sich Traínings starten und stoppen. Im Menü sind wenige Sportarten voreingestellt. Für SUP haben wir "Freestyle" verwendet.

Die Uhr hat keine "Smart"-Funktion, verbindet sich also nicht mit dem Handy als verlängertes Display. Das kann durchaus gewünscht sein, denn so bleibt man beim Paddeln wenigstens mal für eine Stunde von Mails, SMS, Whatsup und Anrufen verschont. Die täglichen Schritte, Aktivitätszeiten, Kalorien und Schlaf sind aber abrufbar wie in den angesagten Fitnesarmbändern.

© Stephan Gölnitz

Im praktischen Einsatz empfängt die Uhr schnell GPS-Signale und zeichnete Geschwindigkeiten und Distanzen sehr realitätsnah auf (im Vergleich mit bewährten Systemen). In die Aufzeichnungen lässt sich nachträglich am Computer (Anmeldung und Konto auf der Webseite von TomTom erforderlich) detailliert in die Daten hinein zoomen. An der Uhr vermissten wir in der Kurzzusammenfassung lediglich den Max Speed einer Trainingseinheit. Die Uhr verbindet sich auch mit der Handy-App für die Dateneinsicht wie am Computer. Die Akkulaufzeit empfanden wir als absolut ausreichend, ohne GPS-Trainings läuft die Uhr gefühlt wochenlang. Mit GPS ist nach zwei mittleren Trainings ein Ladestopp am USB erforderlich.

© Stephan Gölnitz
Eine Diode auf der Rückseite misst den Puls in der Haut.
Eine Diode auf der Rückseite misst den Puls in der Haut.

Die Pulsmessung funktioniert direkt mit der Uhr am Handgelenk mittels einer Leuchtdiode, die die Haut durchleuchtet. Das ist super praktisch, ohne Brustgurt, in dem im Zweifel immer die Batterie leer ist. Die Messungen fallen allerdings nicht so plausibel aus wie die Speed- und Streckenwerte. Dabei gelten Handgelenksmessungen allgemein als deutlich weniger genau als Messungen mittles Brustgurt.

Für normales Fitnesstraining ist das Ergebnis sicher dennoch ein ordentlicher Anhaltspunkt und im Mittel passen die Werte am Ende des Tages. Wer jedoch jederzeit die genaue HF wissen will, muss mit schwerer erklärbaren Werten mit auch mal +/- 10 Schlägen/Minute Abweichung rechnen. Für leistungsorientierte Trainingssteuerung lässt sich die Uhr aber mit einem externen Brustgurt (drahtlose Übertragung) für die sehr genaue Messung der elektrischen Impulse direkt am Herzen aufrüsten.

© Stephan Gölnitz
Übersichtliche Darstellung. In die Daten unten kann man tief zoomen.
Übersichtliche Darstellung. In die Daten unten kann man tief zoomen.

Ebenfalls drahtlos überträgt die Uhr Musik (3 GB Speicher) auf geeignete Bluetooth-Hörer. Damit wird das Handy als Trainings- und Tourenstörer endgültig überflüssig – für alle, die auf dem Wasser auf Nachrichten und Anrufe, nicht aber auf Musik nicht verzichten möchten. Mangels geeignetem Kopfhörer konnten wir diese Funktion nicht testen. Im Vorgängermodell funktionierte es aber ordentlich, wenn auch nicht mit den Optionen, wie in einer Handy-App.

© Stephan Gölnitz
Steuerung aller Funktionen über die Daumenwippe
Steuerung aller Funktionen über die Daumenwippe

Als Zusatznutzen fungiert die Uhr auch als Navi bei Wanderungen. Für Interessierte lassen sich gpx-Dateien laden und graphisch auf dem Display darstellen und "abwandern".

Fazit: Eine Uhr, die praktischen Nutzen für alle bietet, die keine Handy-App benutzen möchten. Damit ist auch beim Paddeln immer wieder der schnelle Blick auf den Tacho möglich. Dazu gibt es die drahtlose Musikübertragung und ein Design, dass – in verschiedenen Farben wählbar – auch zum Paddel-freien Alltag sehr gut tragbar ist.

Preis: 299 Euro

Gewicht: 55 Gramm

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