Test SUP-Pumpe: Bravo 100

19.07.2017 Gölnitz,Stephan - Die Bravo 100 setzt auf ein komplett neues technisches Design und Innenleben – und setzt in einigen Belangen neue Maßstäbe.

Eine SUP-Pumpe muss nicht nur den nötigen Druck erzeugen, sondern neben dem eigentlichen Druckaufbau pumpst du auch immer gegen den "Innenwiderstand" der Pumpe. Das ist der Energieaufwand, nur um die Luft durch die Kanäle und Klappen zu pumpen, auch schon bei Null Gegendruck. Bei herkömmlichen Pumpendesigns ist der Schlauch am Griff angeflanscht, die Luft muss also immer – beim Ziehen und Drücken – von unten durch das Kolbenrohr. Obendrein wird die Luft durch Ventilklappen im eigentlichen Kolben geleitet. 

© Stephan Gölnitz
Die Zubehörpumpe (Mitte), behauptet sich gegen aktuelle Serien-Pumpen sehr gut.
Die Zubehörpumpe (Mitte), behauptet sich gegen aktuelle Serien-Pumpen sehr gut.

Das ist besonders in der Anfangsphase spürbar, bis das Board noch ohne nennenswerten Druck, aber mit Luft komplett befüllt wird. Immerhin müssen beim Ziehen und Drücken kleine Gummiklappen im Pumpeninneren kleine Durchlässe in jeweils einer Richtung schließen und in die andere Richtung dann frei geben. Die Luft folgt einem regelrechten Labyrinth durchs Pumpengehäuse.

Das Prinzip ist bei der Bravo 100 komplett durchbrochen. Beim Drücken fließt der Luftstrom direkt nach unten durch das außen angesetze Rohr wieder hoch und in den Schlauch. Beim Ziehen geht der Luftweg oberhalb des Kolbes direkt in den Schlauch. Der Kolben selbst ist komplett geschlossen, hat keinerlei Durchlässe.

Folge: Die Pumpe läuft mit extrem reduzierter innerer Reibung, vor allem in der Anfangsphase könnte man meinen, es liegt ein Defekt vor, weil der Widerstand völlig fehlt. Mit sehr geringem Kraftaufwand gehen die ersten 100 Pumphübe von der Hand. Ebenfalls sehr positiv: Der Schlauch ist am Zylinder befestigt und bewegt sich beim Pumpen nicht mit.

Wie haben die Bravo 100 mit zwei Pumpen verglichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die meisten Serienpumpen von Bravo hergestellt und teilweise identisch von den verschiedenen Marken zu den Boards geliefert werden.
 

Das Modell links im Bild ist eine Standardpumpe, die von einigen Herstellern, wie hier von Gunsails ausgeliefert wird. Mit fest angesetzem Fuß und ohne die Option zum Absaugen. Die Pumpe funktioniert ordentlich, die Bravo 100 läuft aber schon im Leerlauf deutlich leichter. Trotz etwas geringerer Hubhöhe ist das Board mit der Bravo 100 gleich schnell befüllt.

Die "getunte" Serien-Pumpen-Variante wie bei Starboard (im Bild rechts) bietet nicht nur den abnehmbaren Standfuß und die Option eines Anschlusses zum Absaugen. Die Durchlässe im Inneren fallen deutlich größer aus, was die inneren Verluste verringert. Das ist klar positiv spürbar.

Bei höheren Drücken – gibt die Bravo 100 beim Ziehen allerdings ein deutliches Fauchen von sich, vor allem beim Pumpen in hoher Frequenz. Da laufen beide Vergleichspumpen deutlich leiser. 

Fazit: Wer bereits eine sehr gute Pumpe (wie die von Starboard) besitzt, verbessert sich mit der Bravo 100 nur marginal, muss aber auch Abstriche in Kauf nehmen (kein Absaugen, kein abnehmbarer Standfuß). Um das Board nach den ersten 100 Hüben dann auf vollen Druck zu bringen ist ein Unterschied kaum noch spürbar.
Im Vergleich zu der anderen, bereits ordentlichen, aktuellen Standard-Pumpe, lässt sich die Bravo 100 anfangs praktisch kraftfrei pumpen, vor allem bei gemächlicher Frequenz. Wer extrem schnell pumpt, spürt beim Ziehen einen zumindest leichten Widerstand und hört ein dezentes Rauschen. Bei "normal" schnellem Pumpen lässt sich der Kolben anfangs mit zwei Fingern am Griff bewegen. Und bis zum Schluss wirkt die Bravo 100 kraftsparender.
Sollte noch eine ältere Pumpe im Bestand liegen, eventuell sogar ohne den "Doppelhub", spätestens dann ist ein Wechsel auf jeden Fall lohnenswert. 

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