SUP WM 2017: Eine Woche SUP Party in "Copencoldhawaii"

14.09.2017 Dirk Herpel - Glückwunsch an das deutsche Team für Platz 11 in der Nationenwertung. Glückwunsch an das dänische Orga-Team für eine rundum gelungene Veranstaltung. Glückwunsch an die ISA – mit solchen Events kann es gelingen, auch Stand-up-Paddling olympisch zu machen.

Laute Musik dröhnt aus den Boxen. Die Bar vor uns, stilecht aus alten Bootsdielen zusammengezimmert, ist gut besetzt. Überall wippen junge Leute aus aller Welt im Takt der Musik. Nein, wir sind nicht in einer angesagten Bar in Kopenhagen, wir sind am Strand von Nørre Vorupør. Zwischen Fischerbooten und Netzen feiern wir ausgelassen eine spektakuläre Woche hochklassigen Sport.

Apropo Sport, die inoffizielle Party-Animal-Wertung konnte dem Dänsichen Team keiner nehmen. Hätte uns das jemand vor 20 Jahren erzählt, als wir uns mit unseren Windsurfern hier vorkamen als wären wir am Ende der Welt gelandet, wir hätten ihn für komplett verrückt erklärt. Drei Jahre hat das dänische Orga -Team an dieser ersten europäischen ISA WM gearbeitet. Über 450 Teilnehmer aus 42 Nationen haben daran teilgenommen.

Mit dabei: das bis dato größte deutsche Team, welches je zu einer ISA WM gefahren ist. Am ersten Wochenende in Kopenhagen folgte dann, dank der Silbermedaille von Sonni Hönscheid im Long Distance Race, der bisher größte Erfolg eines deutschen Teilnehmers. Auf dieser Grundlage schaffte das junge Team am Ende den elften Platz in der Nationenwertung. Obwohl mit Platz Sechs knapp nicht ins Finale des Team Relay gekommen, die besten 5 Teams der Vorläufe qualifizierten sich, rutsche das deutsche Team am letzten Race Tag noch mal um zwei Plätzte nach oben.

© ISA
Sonni Hönscheid (links) holt Silber auf der Langstrecke hinter Annabel Anderson und jede Menge Punkte für die Teamwertung
Sonni Hönscheid (links) holt Silber auf der Langstrecke hinter Annabel Anderson und jede Menge Punkte für die Teamwertung
© ISA
Prone Paddling findet in Europa eigentlich nicht statt. Die Dominanz der Australier war überlegen.
Prone Paddling findet in Europa eigentlich nicht statt. Die Dominanz der Australier war überlegen.

Damit ist Deutschland nach Frankreich mit Platz zwei, Gastgeber Dänemark der spektakulär Platz sieben belegt und Italien auf Platz acht, die viertbeste europäische Mannschaft in der Teamwertung. Gewonnen hat, mal wieder, Australien.  Und das wird wohl auch noch länger so bleiben. Zumindest solange wie die Prone Disziplinen solch einen großen Einfluss auf die Gesamtwertung ausmachen. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele und so starke Prone Padler wie in Down Under. Das zeigte sich schon in den Flachwasser Disziplinen Sprint und Long Distance in Kopenhagen und setzte sich dann im Technical Race in Nørre nahtlos fort die alle von den Aussies dominiert wurden.

Casper Steinfath SUP Superstar

© Andy Klotz
Casper Steinfath
Casper Steinfath

Sprint Weltmeister, Dritter im Technical Race und am Ende mit Team Dänemark auf Rang vier im Relay Race, viel besser hätte es für den jungen Dänen in seiner Heimat nicht laufen können. Schon Mitte der Woche hatte Casper seine gefühlten 500 Interviews voll. Hut ab, dass er sich trotzdem noch auf seine Rennen konzentrieren konnte.

© Dirk Herpel
Tech Race Finale
Tech Race Finale

Im Technical SUP Race der Damen machte Annabel Anderson den Sieg schon früh klar und siegte am Ende mit 200 Meter Vorsprung. Bei den Herren war lange gar nichts sicher. Bis kurz vor dem Ziel sah alles nach Conner Baxter vor Casper aus, doch mit der letzten Welle überholt Mo Freitag zuerst Casper und im Zielsprint dann auch seinen Teamkollegen aus Hawaii. Am Ende hatte er auf einem 4 Kilometer langen Bojenkurs zwei Zehntel Vorsprung herausgeholt.

© ISA
Sprintfinish zwischen Freitas und Baxter
Sprintfinish zwischen Freitas und Baxter

Die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Der gesamte Strand bebte beim Zieleinlauf der drei. Nicht ganz so glücklich lief es für Kai-Nicolas Steiner der zwar einen super Start im Vorlauf und Repercharge Heat hinlegte, dann aber Probleme mit seinem Asthma bekam. Ein Kollision mit einem fetten Stein am Strand und ein dicker Bluterguss am Fuß machten Paul Ganse auch nicht schneller bei den Laufstrecken im Repercharge Heat. Für ihn und Noelani Sach war hier Schluss. Happy mit ihrer Leistung war dagegen Paulina Herpel: Einzug ins Tech Race Finale der Damen und am Ende Platz 23, das spornt an.

Nur 15 Minuten Zeit...

Die Entscheidung auf eine Repercharge in der Welle zu verzichten um auf jeden Fall einen Weltmeister zu küren, war im nachhinein, die einzige falsche Entscheidung in dieser Woche. Es hätte noch einen Tag mit Wellen gegeben und somit auch genug Zeit für die Hoffnungsläufe. So wäre es sicher gerechter zugegangen. Zumal die Heats mit 15 Minuten auch noch recht kurz waren. Mit seinem Einzug in Runde zwei und einer tollen Leistung war Carsten Kurmis trotzdem happy und gelichzeitig Bester des deutschen Wave Teams. Alle hätten gerne Moritz Mauch in den Wellen vor Nørre gesehen, doch der musste aufgrund einer Schulterverletzung passen. 

Wie geht es weiter?

Noch steht der Austragungsort der nächsten WM nicht fest. Warten wir mal ab. Deutschland hat auf jeden Fall mit guter Aufbauarbeit und einigen jungen Talenten die Chance näher an die Weltspitzte heran zu paddeln. " Bei der nächsten WM wollen wir unter die ersten zehn!" so die einhellige Meinung des Teams. Gäbe es eine Overall Wertung für den besten SUP Allrounder, hätte Mo Freitag den Titel sicher. 4. Welle, 1. Technical Race, 5. Long Distance beindruckende Leistung des Hawaiianers.

Unter isaworlds.com findet man alle Infos zur WM. Wer Lust und Zeit hat, kann sich auch die gesamten Livestreams auf dem Isa-Surfing Channel auf  You Tube noch mal anschauen.

© Dirk Herpel
"Team Germany 2017". Sonni Hönscheid, sowie Hannah Krah und Steven Bredow fehlen leider auf dem Gruppenfoto.
"Team Germany 2017". Sonni Hönscheid, sowie Hannah Krah und Steven Bredow fehlen leider auf dem Gruppenfoto.

Hier alle Ergebnisse der Deutschen Fahrer und alle neuen Weltmeister.:

SUP

Surfing Männer
Gold: Luiz Diniz  Brasilien
17. Carsten Kurmis
33. Kai-Nicolas Steimer

Surfing Damen
Gold: Shakira Westdorp  Australien
25. Paulina Herpel
37. Noelani Sach

Sprint Race Herren
Gold: Casper Steinfath  Dänemark

Heat 4
4. Platz Steven Bredos

Sprint Damen
1. Manca Notar Slowenien

Heat 1
7. Platz Hanna Leni Krah

Long Distance Herren
Gold: Bruno Hasulyo Ungarn
28. Steven Bredow
49. Valentin Illichmann

Long Distance Damen
Gold: Annabel Anderson  Neuseeland
Silber: Sonni Hönscheid
28. Noelani Sach

Technical Race Herren
Gold: Mo Freitag Hawaii
33. Paul Ganse
40. Kai-Nicolas Steimer

Technical Race Damen
Gold: Annabel Anderson Neuseeland
23. Paulina Herpel
27. Noelanie Sach

Team Relay
Gold: Australien
11. Deutschland

(17 Teams)

Prone Paddle (knieend, ohne Paddel)

Long Distance Herren
Gold: Lachie Landsdown
9. Alexander Stertzik

Long Distance Damen
Gold: Jordan Mercer Australien

Technical Race Herren
Gold: Lachie Landsdown
13. Alexander Stertzik

Technical Race Damen
Gold: Jordan Mercer Australien

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