SUP Chiemsee Marathon 2013: Prestigerennen und Finale der SUP Trophy

07.10.2013 Gölnitz,Stephan - Mit über 80 Startern hat Organisator Alois Mühlegger sein Planziel klar übertroffen. Trotz mäßiger Wettervorhersage lockte das Prestigerennen um Herreninsel und Krautinsel die meisten Top-Paddler aus ganz Deutschland sowie einige internationale Fahrer und auch in der Jahreswertung der NP German SUP Trophy waren ja noch nicht alle Karten gespielt. Bei den Damen und den Herren 12'6'' würde erst dieses Ergebnis die endgültige Jahresrangliste ergeben.

© Stephan Gölnitz
Peter Bartl hat wie immer "gut Lachen".
Peter Bartl hat wie immer "gut Lachen".

"Elastico me gusto, me gusto mucho" – die wesentlichen Eindrücke, die man von so einem Event samt Anreise mitnimmt, können offenbar sehr unterschiedlich sein. So gefielen der Venezuelanerin Edimar Luque, die mit Bus, Bahn oder per Daumentaxi seit Monaten von Event zu Event durch Europa reist, vor allem die vielen Hosenträger an den Krachledernen zur Wies'n-Zeit am Münchener Hauptbahnhof. Und sie wunderte sich, "wieviel Bier hier alle trinken können". Doch dafür gab es diesmal ja auch gleich doppelten Anlass: Ein erfolgreich absolvierter Chiemsee-Marathon ist einfach für jeden Paddler ein echtes Erlebnis, das gefeiert gehört. Egal ob man das Rennen in der "Lok", der Spitze des Feldes mitgefahren ist, oder im letzten Waggon des langen Board-Zuges, der die beiden Inseln umrundete.
Und auch wenn das Wetter diesmal nicht ganz optimal war - der sehr schwache Wind und während des Rennens eigentlich nur immer mal wieder leichter Nieselregen machten es noch gut erträglich – sah man am Ende überwiegend strahlende und aufgeheizte Gesichter auf der Ziellinie.
Obendrein wurden die Saison-Sieger der NP German SUP Trophy 2013 gekürt. Den Erstplatzierten winkte dabei nochmal ein Preisgeldumschlag, der es in sich hatte.

© Stephan Gölnitz
Burgi Stadler vom Surfclub Chiemsee mit Trophy-Boss Alois Mühlegger.
Burgi Stadler vom Surfclub Chiemsee mit Trophy-Boss Alois Mühlegger.


Für die meisten Paddler ging mit dem letzten Long Distance Race die Wettkampfsaisson zu Ende – und so nutzten viele die zwei Tage am Chiemsee auch, um sich mal richtig in Ruhe auszutauschen, viel wurde diskutiert, wie es 2014 weiter gehen sollte, aber auch beim abschließenden gemeinsamen Feiern eines Großteils der Teilnehmer zeigten sich einige überraschend stark und ausdauernd. Die letzten Paddler standen jedenfalls noch aufrecht, als die Bedienung bereits auf der Bank lag.

© Stephan Gölnitz
Die besten Fahrerinnen und Fahrer 2013 und die Macher der Tour: Normen Weber (1. 12'6''), Sonja Duschek (1. Dame), Peter Bartl (1. 14'), Cornelia und Alois Mühlegger
Die besten Fahrerinnen und Fahrer 2013 und die Macher der Tour: Normen Weber (1. 12'6''), Sonja Duschek (1. Dame), Peter Bartl (1. 14'), Cornelia und Alois Mühlegger


Der Chiemsee-SUP-Marathon – die längste Distanz der 2013er Trophy – stand neben dem sozialen Rahmenprogramm natürlich im Mittelpunkt und war auch noch mal die Chance am Ende der Saison auf sich aufmerksam zu machen.

© Stephan Gölnitz
Tolle Geste der Fahrer zum Saisonabschluss – was Leckeres von Andi und Arnd
Tolle Geste der Fahrer zum Saisonabschluss – was Leckeres von Andi und Arnd


Und das gelang gleich mehreren Fahrern: Mit Peter Weidert  (SIC) und Normen Weber (Core) starteten gleich zwei Weltklasse-Paddler bei den Herren 12'6'' und adelten damit die Klasse endgültig als absolut gleichberechtigt neben den längeren (und damit auch immer etwas schnelleren) 14-Footern, die gelegentlich irrtümlich als "Königsklasse" angepriesen werden. Peter Weidert schaffte auf seinem 12'6''er SIC sogar den unglaublichen Sprung auf Platz vier im Gesamtfeld, nur Sekunden hinter dem Zweiten und Dritten (auf 14 Fuß unterwegs) und Normen Weber folgte nicht weit dahinter. Die beiden scheinen auch momentan die einzigen zu sein, die es kräftemäßig drauf haben, mit den "Drafts", den Ketten von zwei, drei, manchmal zehn Boards dicht hintereinander, bei den schnelleren 14ern mitzuhalten und nicht "abzureißen". Denn wer den kraftsparenden Sog am Heck des Vorausfahrenden einmal verliert, drei, vier Meter nach hinten abfällt, schafft es eh nur schwer, wieder an den rettenden Strudel heranzuspurten. Auf einem langsameren Board (12'6'') erfordert das extrem viel Power für solche Zwischenspurts.

© Stephan Gölnitz
Auch nach 12 Kilometern wird sich auf den letzten Metern ins Ziel nix geschenkt.
Auch nach 12 Kilometern wird sich auf den letzten Metern ins Ziel nix geschenkt.


Doch nur mit kraftsparendem Wechsel in der Führungsarbeit lassen sich die enormen Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichen – das erfordert auch taktisches Know-How, um am Ende noch Power für den Spurt zu haben. So formierten sich diesmal zeitweilig mehrere Züge an der Spitze, die teils nebeneinander fuhren, manch einer verlor dabei auch mal die Übersicht, wo er sich jetzt am besten einordnen sollte – oder machte es dann wie Peter Weidert oder Marek Fuhrmann (Fanatic) am Ende einfach ganz allein.Nur einen schienen an diesem trüben Samstag nicht solche Sorgen den Spaß zu schmälern.

© Stephan Gölnitz
Nach etwa 15 Minuten: Links ein Kurzzug mit Arnd Dünzinger, Peter Bartl noch rechts auf gleicher Höhe.
Nach etwa 15 Minuten: Links ein Kurzzug mit Arnd Dünzinger, Peter Bartl noch rechts auf gleicher Höhe.

Dem international erfolgreichen Österreicher Peter Bartl (JP Australia) erfoderte das Rennen wohl nicht viel mehr ab als eine normale Trainingseinheit. So degradierte er sich selbst während der ersten zwei Drittel des Rennens noch freiwillig zum "Wasserträger", zur Zugmaschine seiner Teamkollegen, hielt die Spitzengruppe aus 50, 60 Metern Abstand im Auge, gesellte sich dann irgendwann dazu und spurtete etwa 20 Minuten vor dem Ziel einfach vorne weg. Von dort bis ins Ziel erweiterte er den Abstand auf eine knappe Minute - gerade so, dass die Dominanz klar wird, aber ebenso "gemütlich mit Puls 115 um mir das anschließende Auspaddeln zu ersparen", wie der strahlend fit wirkende Sieger das Rennen einschätzte.

© Stephan Gölnitz
So sieht der gute Schmerz aus.
So sieht der gute Schmerz aus.

In einer dominanten Folge-Gruppe mit einigen weiteren Österreichern konnte Arnd Dünzinger (Starboard) am Ende verdient den zweiten Gesamtplatz erpaddeln. Eine super Leistung, vor allem wegen der überwiegenden Führungsarbeit – wir haben jedenfalls keine Fotos gefunden, auf denen Arnd sich "ziehen" lässt.
Während dessen wurden im Feld der 12'6''er noch wertvolle Punkte vergeben. Ein zweiter Platz wäre für Rok Puvar nach unseren Rechnungen nötig gewesen für eine Verbesserung in der Jahresrangliste, die beiden starken Kanu-Profis Weber und Weidert waren aber nicht zu packen: Normen Weber vor Carsten Kurmis (Starboard) und Rok Puvar (Starboard) lautet daher das Endergebnis 2013 in der Klasse 12'6''.

© Stephan Gölnitz
Hat allen Grund sich zu freuen: Gesamtzweiter Arnd Dünzinger.
Hat allen Grund sich zu freuen: Gesamtzweiter Arnd Dünzinger.
© Stephan Gölnitz
Verdammt knapp: Von links kommt Weidert wie aus dem Nichts, rechts hat Arnd Dünzinger dann doch die Boardnase am Ende vorne.
Verdammt knapp: Von links kommt Weidert wie aus dem Nichts, rechts hat Arnd Dünzinger dann doch die Boardnase am Ende vorne.


Ganz solide konnte bei den Damen Sonja Duschek (JP-Australia) die Saison beenden. Gegen extrem starkem Druck durch die venezuelanische Profi-Sportlerin Edimar Luque (JP-Australia) setzte sie sich mit einem langen, einsam und allein gefahrenen Start-Ziel-Sieg durch und landete sogar in den Top Ten der Herren. Damit gewinnt die frisch gekürte Bayerische Meisterin neben den Deutschen Meistertiteln in Sprint und Long Distance, nebem dem Gesamtsieg der Superflavour German SUP Challenge auch noch die Jahreswertung der NP German SUP Trophy 2013.

© Stephan Gölnitz

Zunehmend stärker werdend – das ist der Trend bei Carol Scheunemann (Starboard) durch die gesamte Saison. Heute mit nur knapp zwei Minuten Rückstand auf Platz drei und mit solidem Puffer auf die folgenden Plätze.

Am Ende gab's noch mal richtig fetten Applaus und dazu ein Bier und eine von Bäckermeister Dünzinger extra angefertigte Breze in angemessener Größe für Organisator Alois Mühlegger und seine Frau Cornelia, die mit der SUP Trophy eine komplette Race-Serie auf die Beine stellen, die ihresgleichen sucht.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen – und nach der Saison ist vor der Saison. Das gilt auch weiterhin. Bereits im Dezember werden einige "eiskalt" in Paris paddeln, im Januar geht es für alle Qualifizierten zur Deutschen Indoor Meisterschaft auf der "boot" in Düsseldorf und die Termine für die SUP Trophy 2014 sind auch weitgehend fix. Wir halten euch auf dem Laufenden, geben bald noch einen Rückblick auf die Gesamtsaison 2013 und wünschen einen warmen Paddel-Herbst!

Die Ergebnisse im Detail:

© sup-special.de
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© Stephan Gölnitz
12'6'': Normen Weber (2.), Peter Weidert (1.), Rok Puvar (3.)
12'6'': Normen Weber (2.), Peter We idert (1.), Rok Puvar (3.)
© Stephan Gölnitz
14 Fuß: Arnd Dünzinger (2.), Peter Bartl (1.), Christoph Salmhofer (3.)
14 Fuß: Arnd Dünzinger (2.), Peter Bartl (1.), Christoph Salmhofer (3.)
© Stephan Gölnitz
© Stephan Gölnitz
Edimar Luque (2.), Sonja Duschek (1.), Carol Scheunemann (3.)
Edimar Luque (2.), Sonja Duschek (1.), Carol Scheunemann (3.)

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