SUP Alps Trophy powered by Supskin, Kalterer See 2015: Bericht und Ergebnisse

05.05.2015 Gölnitz,Stephan - Die Alps-Trophy startete neben dem Long Distance Rennen in die Saison mit zusätzlichem, völlig neuem Rennformat, heiß diskutierten Materialregeln und auch fast philosophisch. Am Ende hatten aber die meisten Teilnehmer ein Grinsen, fast so breit wie die schmalsten an diesem Wochenende gesichteten Boards, im Gesicht.

© Stephan Gölnitz
View from above: Bojenduell beim Supercruss
View from above: Bojenduell beim Supercruss

Für die Philosophie war beim neuem SUPerCross Racedirektor Alois Mühlegger zuständig. "Wieviel besser als eine Frau muss ein Mann paddeln, damit er genau so gut paddelt wie eine Frau?" Eine vielleicht skurrile, aber doch auch die alles entscheidende Frage.
"42" ist – zumindest nach Douglas Adams ("Per Anhalter durch die Galaxis" – immer noch lesenswert) – die Antwort auf alle Fragen des Universums und eine ähnliche, nahezu unberechenbare Formel muss auch im Kopf des Renndirektors herumgespuckt sein, bei der Festlegung, wie viel Vorsprung Frauen gegenüber Männern beim SUPerCross gewährt wird.

© Stephan Gölnitz
Ladies first: Die Damen bekommen Vorsprung
Ladies first: Die Damen bekommen Vorsprung
© Stephan Gölnitz
Kursbesprechung
Kursbesprechung

Dabei ist das Rennformat spektakulär – per Sprungstart vom Steg, nach wenigen Metern durch ein enges Gate, danach trennen sich vorübergehend die Wege. Herren links herum, Damen rechts herum durch eine Achterschleife mit Gegenverkehr, am Ende wieder gemeinsam durch das Gate zurück zum Beach, die ersten zwei kommen eine Runde weiter. Alles nahezu in Greifweite der Zuschauer.

© Stephan Gölnitz
Nur mit Schwung kommt man vom Start gut weg, hier Überflieger Alain Luck
Nur mit Schwung kommt man vom Start gut weg, hier Überflieger Alain Luck

Die Damen gehen dabei zuerst auf die Bahn, das "Ready-Go" für die Herren kommt nach einer Zeit "x" danach. Erwartungsgemäß empfinden Damen das entscheidende "x" dabei deutlich kürzer als Herren. Am Ende hatte die erst 14-jährige Laura Bartl knapp die Boardspitze vor Kanu-Profi Normen Weber im Ziel. Eine super Leistung und die Formel "x" lag zumindest nicht komplett daneben, zählt Laura doch im Sprint tatsächlich auch unter Frauen auf nationaler Basis zu den Top-Favoritinnen. Ob das vergleichbar ist mit der Leistung des knapp unterlegenen Normen Weber, seines Zeichens Weltmeister im Kanadier, wird man nie endgültig bewerten können.

© Stephan Gölnitz
Ein bis zwei Damen pro Heat starteten zuerst.
Ein bis zwei Damen pro Heat starteten zuerst.

Den spannenden Kurs lobten daher nahezu alle Teilnehmer, der gemeinsame Start von Fauen und Männern (jeweils ein bis zwei Frauen im Heat) weckte nicht bei allen Begeisterung. "Als Frau fährt man ja oft ganz allein über den Kurs, da fehlt der Anreiz", monierten Teilnehmerinnen, "Die Frauen haben freie Fahrt an den Bojen, wir fahren uns gegenseitig an der Tonne um", hörte man aus dem Herrenfeld. Ein neues Format mit Potenzial – gut, wenn Veranstalter so etwas auch mal probieren, mit ein paar Modifikationen sicher eine Alternative zum Sprint um eine einzelne Boje.

© Stephan Gölnitz
Happy auch nach der Langstrecke: SUPerCross-Siegerin Laura Bartl
Happy auch nach der Langstrecke: SUPerCross-Siegerin Laura Bartl
© Stephan Gölnitz
Der "Fahrplan"
Der "Fahrplan"
© Stephan Gölnitz
Wer zuerst durchs Gate kommt, hat es fast geschafft
Wer zuerst durchs Gate kommt, hat es fast geschafft

Das Highlight, und auch allein für die Wertung der SUP Alps Trophy zählende, war dann am Sonntag mal wieder das lange Rennen. Drei Runden um den See, letztes Jahr hatte Peter Weidert hier etwas unglücklich einen Top-Platz vergeben, da knisterte schon beim Start die Luft. Denn die Top-Favoriten aus dem Vorjahr waren dabei, einige internationale TOP-Starter aus Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz und sogar Spanien obendrein.

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Einsam vorne: Weidert vor Weber
Einsam vorne: Weidert vor Weber

Die harte Währung, wer im Long Distance auch unter deutschen Fahrern momentan vorne liegt, wurde an diesem Wochenende in Italien ausgefahren.

Mit unglaublich viel Speed legten dann auch gleich vier, fünf Fahrer los, dicht am Ufer entlang, die kürzeste Distanz zur ersten Boje. Weidert, Weber, Bartl, Ionico – vier Fahrer  gaben das Tempo vor und schon vor der ersten Boje attackierte Weidert scharf (Video). Der will den Sack früh zu machen, keine langen Spielchen wie im letzten Jahr – das war der Eindruck und tatsächlich waren an der dritten Boje bereits Peter Weidert und Normen Weber allein an der Spitze.

Beides erfahrene Kanu-Rennsportler, in Schnupperweite dahinter das Duo Bartl/Ionico. Dieser getrennte Zug zog zwei weitere rasante Runden, vor der letzten Boje löste sich dann die Seilschaft an der Spitze auf, Weber und Weidert gehen nebeneinander und schnell kann sich Normen lösen, fährt dann den "Endspurt" über die letzten 500 Meter sicher nach Hause.

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Die Verfolger: Bartl vor Ionico
Die Verfolger: Bartl vor Ionico

Um Platz drei scheint das Ringen enger, aber auch hier kann sich Vorjahressieger Bartl am Ende doch noch deutlich vor der Ziellinie bereits eine Boardlänge Vorsprung sichern und wer den erfahrenen Peter kennt, weiß: der lässt jetzt keinen mehr vorbei.

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SUP-Racing ist keine Shopping-Tour
SUP-Racing ist keine Shopping-Tour
© Stephan Gölnitz
Frech und schnell: Nachwuchsracer Illichmann
Frech und schnell: Nachwuchsracer Illichmann

Im Damenrennen machte an der Spitze Susak Molinero durchweg die Führungsarbeit und bestimmte das Tempo bis ins Ziel, eine Taktik mit der Vorjahressiegerin Carol Scheunemann nicht ganz gut klar kam, sich aber nur mit knappem Abstand am Ende einen hervorragenden zweiten Platz hinter Molinero sicherte, gute 5 Minuten vor dem folgenden Damenfeld mit SUPerCross-Siegerin Laura Bartl auf Platz drei.

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Die Youngster
Die Youngster
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Ex-Kanute Paul Ganse schnell auch im Zielspurt
Ex-Kanute Paul Ganse schnell auch im Zielspurt

Die jungen Fahrerinnen und Fahrer lauern aber bereits: Mit Valentin Illichmann (Platz 12) und als Top-Newcomer Paul Ganse auf Platz sieben landeten gleich zwei "Teens" weit vorne im hochklassigen Feld. Bei den Ladies ist Laura Bartl mit gerade 14 Jahren bereits schneller als viele je werden können.

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Das mit den Gewichten muss man locker sehen
Das mit den Gewichten muss man locker sehen

Fast so spannend wie die Rennen verliefen die Diskussionen am Vorabend und am "Tag der Entscheidung" – als morgens Racedirektor Mühlegger die Waage zückte um die Boardgewichte zu messen. Erstaunlicherweise war der Kenntnisstand unter den Teilnehmern auf sehr unterschiedlichem Niveau. Während einige vom 10 Kilo-Limit wie vom Blitz getroffen schienen, hatten andere bereits perfekt passende Ausgleichsgewichte im Gepäck. Ein Hin und Her der SUPAA hatte für Verwirrung gesorgt: Ein Board muss ohne Finne und Leash zehn Kilo wiegen, ein Kilo Ballast ist dabei erlaubt – das war Stand der Dinge am Sonntag um "high noon". Da war es nicht nur die Sonne, die dem einen oder anderen Schweißperlen auf die Stirn drückte. Das Team Fanatic – noch mit sehr leichten Prototypen aus dem letzten Jahr unterwegs – verlor besonders viel Flüssigkeit, andere regten sich über die Ballastregelung auch ohne akute Sorgen bezüglich des eigenen Boards dennoch (unnötig) auf.

Rennleiter Mühlegger sorgte dann mit einer Sonderregelung bei diesem Rennen für einen sehr guten Kompromis "ausnahmsweise darf bei diesem einen Rennen auch mehr als ein Kilo ausgegleichen werden, um auf die zehn Kilo zu kommen" lautete die Ansage. Bereits fünf Minuten später war die Wiese am Badegelände von sämtlichen Kieselsteinen, leeren Flaschen und sonstigem Restmüll befreit, das klebte jetzt auf diversen Decks.

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Familie Flintstone: Steine sammeln als Ballast
Familie Flintstone: Steine sammeln als Ballast

Paddeln in Shorts, SUPerCross ohne Angst vor dem kalten Nass – so lässt sich ein Saisonauftakt genießen. Der wunderschöne Kalterer See, das Strandbad "Gretl am See" mit angeschlossenem Campingplatz bieten eine perfekte Location, zahlreiche Bedegäste nutzen das Angebot der ausstellenden Marken zum kostenlosen Materialtest.
Die Preisverleihung verlief flott – viele Fahrer hatten noch eine weite Heimreise. Das ganze unter der Schirmherrschaft des 41-maligen Windsurf-Weltmeisters Björn Dunkerbeck, der bereits dieses Jahr einen SUP-Contest auf Gran Canaria veranstalten will, der beim Event dem Kinderrennen als "Hase" vorweg paddelte und der trotz nicht unbedingt optimalen 105-Kilo-Speedsurfergewicht bei beiden Events als aktiver Starter eine gute Figur abgab. Der zu verlosende Anzug des Titelsponsors SUPSKIN wurde sicher nicht unterschlagen, sondern wird beim nächsten Stop am Wolfgangsee zusätzlich verlost – das legen wir jetzt mal so fest. Denn auch sup-mag.de freut sich schon auf die Fortsetzung der spannenden Serie mit fortlaufender Rangliste, an einem weiteren traumhaft schönen Paddel-Spot in Österreich.

Alle Ergebnisse und Ranglisten findest du hier: SUP-ALPS-Trophy


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