Roundabout Ammersee im Morgengrauen – macht 37 Kilometer

26.07.2017 Klotz, Andy - Hier zeigt sich SUP-Fotograf Andy Klotz (fotobyklotzi.de) mal auf der anderen Seite. Mit dem Paddel statt Kamera in der Hand.


4:00 mein Wecker klingelt – und das, nachdem ich eh erst um 1:00 Uhr einschlafen konnte. Blöd, aber ich hab´s mir vorgenommen, jetzt wird auch durchgezogen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachdem ich letztes Jahr schon meine persönliche 4-Seen-Challenge durchgezogen hatte mit der Umrundung vier unserer herrlichen oberbayrischen Seen an vier aufeinanderfolgenden Tagen. Staffel-, Kochel-, Walchen-, und Tegernsee. Diesmal sollte es eine etwas längere Etappe auf einem unserer drei großen Seen hier im Münchner Umland sein. Der Ammersee. Auf google Maps ausgemessen und ziemlich genau auf 38 km Küstenlinie gekommen. Man fährt ja immer mit einem gewissen Abstand zum Ufer – sollte aber nie mehr als 20-30 Meter sein, sonst is es ja keine wirkliche Umrundung ;-).

© Stephan Gölnitz

Also stehe ich um kurz nach 5 Uhr bei der Steinlechner Bootswerft an meinem Startpunkt der Tour. Der Plan war eigentlich einen frühmorgendlichen, spiegelglatten See vorzufinden – war nix. Schon auf dem Hinweg von München hat´s auf der Autobahn geregnet. Und scheinbar ist kurz zuvor noch eine Gewitterfront über den See gezogen. Es war choppy – nicht arg choppy, aber eben choppy genug, um es auf dem 23er Allstar von Starboard halt nicht easy going dahingleiten zu lassen. Mein Fotokollege und Freund Stephan Gölnitz vom SUP-Mag ist mittlerweile auch eingetroffen. Er hat sich freundlicherweise bereiterklärt, mich die ersten Kilometer zu begleiten, und ein paar stimmungsvolle Bilder im morgendlichen Licht zu machen.

© Stephan Gölnitz

Meinen Allstar hab ich tags zuvor noch ein bisserl modifiziert. Vom reinrassigen Raceboard zum flotten Touringracer. Na ja… hab halt noch nen Gepäcknetz draufgeklebt. Damit wenigstens ein paar Klamotten zum Wechseln sicher auf dem Board verstaut werden können. Sonst steht das Zeuch immer zwischen den Füßen im Weg rum. Außerdem Camelbak mit 2 Litern Wasser, zwei Bananen und paar Müsliriegel.

© Stephan Gölnitz

Um kurz vor 6 Uhr geht´s los. Gegen den Uhrzeigersinn Richtung Dießen. Leider mit leichtem Gegenwind von links vorne und demzufolge auch bisserl Wellengang von schräg vorne. Das macht es nicht gerade einfacher. Stephan macht noch schnell paar Bilder vom Start, bevor wir richtig loslegen.

© Stephan Gölnitz

Dauert nicht lange, und ich höre ein Platsch und ein fluchen hinter mir. Stephan hat´s vom Board gehauen. Bei mir war´s auch paarmal ziemlich knapp aber ich bin um die Schwimmeinlage immer wieder gerade so drum rum gekommen. Das Training mit dem Balanceboard im Garten scheint sich auszuzahlen. In Dießen wird´s aber endlich ruhiger. Und Stephans und meine Wege trennen sich wieder. Stephan mach sich auf den Rückweg und ich mich weiter auf meiner Umrundung. Am Südufer befindet sich das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Ammersee-Südufer. Hier heißt es ein wenig mehr als 20-30 Meter Abstand halten. Man darf hier nicht reinfahren und dies sollte auch unbedingt respektiert werden.

© Stephan Gölnitz
© Stephan Gölnitz

Es läuft gut. Meine Schulter muckt nicht rum, der Rücken macht auch mit, also weiter. Mein Ziel ist die Herrschinger Bucht. Hier willl ich eine kurze Rast einlegen. Nach ca. 3 Stunden bin ich angekommen. Aber es läuft gerade so gut, dass ich beschließe, weiter zu fahren bis nach Breitbrunn, wo dann aber wirklich mal ne kleine Pause notwendig wird. 25km... OK. Das ist ungefähr die Distance einmal um den Walchensee. Zweimal hab ich diese Runde schon in der Vergangenheit gemacht – war danach aber dann auch ziemlich erledigt. Aber heute geht´s mir noch gut. Nach zwei Bananen und paar Müsliriegeln, kehrt wieder Leben in den Körper. Also auf zur letzten Etappe – Endspurt Richtung Inning am Ursprung der Amper vorbei und langsam wieder dem Ausgangspunkt entgegen.

© Stephan Gölnitz
© Stephan Gölnitz

Nach weiteren 12 km ist es geschafft. Auf 37km bin ich gekommen. 5 ½ Stunden reine Paddelzeit. Der Schnitt passt für mich, sollte ja kein Rennen werden. Aber zügig wollte ich schon rum. Rundum zufrieden packe ich mein Board wieder auf´s Dach und fahr – diesmal aber völlig geplättet – nach Hause, wo sich auch der Schlafmangel der letzten Nacht sofort bemerkbar macht. Erstma 4h auf´m Sofa eingeratzt – Passt.

Fazit: Geil. Der nächste See kann kommen. Zwei größere gibt´s ja noch ;-)

© Stephan Gölnitz
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