Interview: Sonni Hönscheid

02.02.2017 Erbe Andreas - Sonni Hönscheid, die erfolgreichste deutsche Stand-up-Paddlerin mit internationalem Ansehen und großartigen Erfolgen wie den Siegen beim "Maui to Olukai Race" und dem Sieg beim International Lost Mills Race 2016, wechselte zum Jahresbeginn von SIC zu Starboard. Eine Marke, die in Deutschland deutlich stärker vertreten ist. Wir haben Sonni getroffen und nachgehakt, ob das auch ihr Engagement bei deutschen Contests verstärkt –und was sonst so ansteht.

© unbekannt

Sieht man dich jetzt auch mehr auf der Euro-Tour und in Deutschland?
Sonni: Ja, wenn ich da bin werde ich sicher mitfahren. Und die Euro Tour auch wie letztes Jahr.

Deine Home Base ist weiterhin auf Fuerte?
Sonni: Nein, auf Sylt, ich habe da ja auch Familie. Ich war auf Fuerte jetzt seit etwa acht Monaten nicht mehr.

Eigene Familie ist nicht geplant?
Sonni: Nein. Irgendwann gerne, aber im Moment habe ich so viel zu tun. Ich genieße das auch total und es macht im Moment so viel Spaß, dass ich jetzt auch noch nicht sagen kann, dass ich bereit bin. Ich denke alles kommt zu seiner Zeit.Ich lass mich einfach reinfallen, genieße es und mache das Beste draus.

Nach Hawaii fährst du nur zu den großen Contests oder bist du öfter da?
Sonni: Na ja, ich bleibe immer, wenn ich jetzt zum Beispiel zum Molokai Race fahre, dann versuche ich, drei oder vier Wochen vorher hinzufahren und mich darauf vorzubereiten, Boards zu testen und so.

Bist du bei Starboard jetzt auch ein bisschen in die Entwicklung eingebunden, oder nimmst du das was da ist??
Sonni: Für die Entwicklung haben die natürlich schon ein super starkes Team. Ich denke aber schon, dass wenn man gutes Feedback hat, dass man das auch einbringen kann. Entwickllung, teils, aber in erster Linie natürlich Gestaltung mit meiner Kunst.

Wird es Boards mit deinen Designs geben?
Sonni: Ja, es werden schon nächstes Jahr die ersten Boards raus kommen, auch Paddel dazu.

"Wenn man den Standup-Sport noch bunter machen kann, dann freue ich mich darauf."

Wie läuft das ab?
Sonni: Ich habe einige Designs, die ich speziell für Boards entwickle, oder die sie sich ausgesucht haben, die zu dem ganzen Thema passen. Für mich ist das natürlich eine tolle Sache, weil ich ja schon seit Jahren meinen Sport mit meiner Kunst verbinde. Für mich ist das ein sehr guter Ausgleich. Ein Board mit eigenem Design ist da natürlich toll.

Du hast Austellungen auf Sylt, sind weitere geplant??
Sonni: Es gibt da Anfragen, aber moimentan habe ich niocht so viel Zeit. Es ist so viel zu produzieren. Ich arbeite momentan von Ausstellung zu Ausstellung. Und ich habe ja die Dauerausstellung in der Hofgallerie in Westerland auf Sylt. Wenn ich jetzt nicht trainieren würde, hätte ich mehr Zeit.

Das sind alles Originale?
Sonni: Bei den Ausstellungen, ja! Aber es gibt auch Prints oder Poster für Leute, die nicht so viel investieren wollen. Oder die sich in ein Bild verliebt haben, denn ich male ja nie das gleiche Bild nochmal. Da ist es schön, wenn man die Möglichkeit hat einen Print zu kaufen.

Hast du immer schon gemalt?
Sonni: Jedes Kind malt (lacht). Aber was mich später unheimlich inspiriert hat, war mit Jürgen (Red.: Der Vater) in die Werkstatt zu gehen und der macht ja seit er Bretter baut so tolle Designs. Jürgen legt ja auch viel Wert auf Details. Bei ihm muss alles immer 100 Prozent sein.

Baut Jürgen noch?
Sonni: Wenig. eigentlich nur für ganz enge Freunde und Familie und für sich selber. Aber er geht jeden Tag aufs Wasser.

Es kommen ja immer mehr SUPer nach Fuerte. Geht das noch gut mit den Locals?
Sonni: Es kommen viele auch um Strecke zu trainieren. Die paddeln dann ja nicht in den Wellen. Wenn Rocky Point groß ist, gehen die auch nicht mit Raceboards raus. Wir haben auch schöne Downwinder-Strecken.

Das ist für dich auch gut zum Trainieren?
Sonni: Für mich ist das perfekt. Ich wohne direkt am Meer. Da kannst du morgens schon kurz reinspringen und dann den ganzen Tag so weiter. Wenn ich auf Maui bin, wohne ich eher so 25 Minuten vom Wasser. Da sagst du nicht "So jetzt gehe ich mal paddeln."

Nochmal zu den Rennen. Was ist mit Lost Mills? Greifst du da wieder an??
Sonni: Das ist ja leider nicht mehr Teil der Eurotour. Wenn es aber auf dem Weg liegt, fahre ich es natürlich super gerne mit.

Wie siehst du die ISA-WM? Ist das ein Thema für dich?
Sonni: Da muss ich jetzt erst mal gucken, wie die Qualifikationen jetzt sind. Ich hoffe, dass sich die Verbände einig werden. Ich halte mich aus so etwas aber sehr gerne raus. Du kannst da unheimlich viel Zeit und Nerven investieren und dann kommt nix dabei raus. 

Und wenn SUP olympisch wird. wäre das noch was?
Sonni: Natürlich wäre das ein Ziel. 'Aber bis jetzt habe ich so ziemlich das erreicht, was ich erreichen wollte. Mit Molokai. Das war immer mein Ziel, das einmal mitzufahren. Jetzt habe ich dreimal gewonnen. Mehr geht eigentlich nicht. 

Was kommt da als Nachwuchs in der Frauenszene?
Sonni: In der deutschen Szene kommen schon ein paar Mädchen hinterher. Wie Paulina Herpel, die auch hier (Red.: Auf der künstlichen boot-Welle in Düsseldorf) in der Welle ganz gut gefahren ist. Und da sieht man, dass die Spaß hat und motiviert ist. Man muss da mit Spaß und Leidenschaft dabei sein. Man muss bereit sein, viel zu geben, um voran zu kommen. SUP ist kein Sport wo man sagen kann: "So, ich bin jetzt einmal Deutsche Meisterin geworden, was habt ihr zu bieten?".

Die Messlatte liegt in den USA?
Sonni: Ja. 

Was ist mit China oder Japan??
Sonni: In Japan ist SUP schon sehr verbreitet.

Wie machst du das bei den Reisen beim vielen Fliegen mit den Boards?
Sonni: Die langen Boards, die Unlimiteds, die habe ich auf Hawaii vor Ort. Wenn's drauf ankommt nehme ich einen 12'6'' dann mit. Aber Starboard ist sehr gut vernetzt, die haben viele Vertretungen auf der Welt, man muss da nicht immer mit Board fliegen.

Netter Service, aber was waren die wichtigsten Beweggründe zu wechseln?
Sonni: Geld war es sicher nicht. Ich habe mit Svein schon vor Jahren T-Shirts gemacht. Jetzt kam das Thema auf und Veränderungen sind ja auch mal gut. Ich war mit SIC gut zusammen gewachsen und es war auch für mich keine leichte Entscheidung. Mit der Kunst das ist ein Bonus und eine tolle Möglichkeit. Wenn man den Standup-Sport noch bunter machen kann, dann freue ich mich darauf.

Kommentare zu diesem Artikel
comments powered by Disqus

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Legende hat uns verlassen: Jack O’Neill Memorial Paddle-outs: <p>
	Eine Legende hat uns verlassen: Jack O&rsquo;Neill Memorial Paddle-outs &ndash; Juli 2017</p> Video
Eine Legende hat uns verlassen: Jack O’Neill Memorial Paddle-outs 14.07.2017 —

Er widmete fast sein gesamtes Leben den Ozeanen und arbeitete unermüdlich daran, jedem ihre Vorteile für die Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt zugänglich zu machen. Am 2. Juli 2017 ist er im Alter von 94 Jahren in Santa Cruz verstorben.

mehr »

Interview mit Sonni Hönscheid: <p>
	Sonni H&ouml;nscheid&nbsp;</p>
Interview mit Sonni Hönscheid 29.06.2017 —

Kurz vor dem Mercedes-Benz SUP World Cup in Scharbeutz (30.06.-02.07.2017) beantwortet Sonni Hönscheid fünf Fragen im Kurzinterview.

mehr »

Blog 5
Paul Ganse im Wintertraining – die Saison rückt näher 18.03.2017 —

Kaum zu glauben, wie lange so ein Winter ist...JP-Teamrider Paul Ganse spielt und trainiert noch immer in Kapstadt...aber die Saison rückt näher und damit auch der "Ernst des SUP-Lebens"....

mehr »

Ole Schwarz
Ole Schwarz 21.01.2017 —

Spätestens, wer heute, am 21. Januar 2017 auf dem Becken der boot Düsseldorf gesehen hat, wie Ole Schwarz auf den ersten 30 Metern gegen die besten deutschen Sprinter abgegangen ist, weiß, dass da noch mehr kommt.

mehr »

Stecher Zwillinge: Die Stecher-Zwillinge
SUP Faszination Abenteuer: Die Stecher-Zwillinge 30.12.2016 —

Auf der gleichen Wellenlänge: Die Zwillinge Mario und Manuel Stecher haben sich dem SUP Abenteuer verschrieben und ziehen gemeinsam los, um ihre Passion zu leben.

mehr »

Schlagwörter

Sonni Hönscheid InterviewSonni Hönschei Starboard


SUP Rennserie


Galerie SUP